Neu im DVD-Regal: Eine britische Königin blickt auf ihr Leben
Daniel Thalheim
03.12.2011
Queen gehörte bis zum Tod ihres Sängers Freddie Mercury 1991 zur Creme der internationalen Rockszene.
Bild: Universal Music
Sie sind immer noch die "Königinnen des Rock". Als ihr Frontmann Freddy Mercury 1991 an den Folgen seiner HIV-Infektion starb, war so ziemlich jeder erschüttert. Danach war nichts mehr so, wie es einmal war. Queen versuchte danach zwar immer wieder, in Erscheinung zu treten. Aber nur mit Mercury feierte die 1970 gegründete Truppe ihre größten Erfolge. "Days of our lives" schaut noch einmal zurück.
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Queen: Days of our lives
Wenn auf der Hülle "The definitive documentary of the world's greatest rock band" steht, ist das nicht übertrieben. Queen setzte vor allem in den Achtzigern neue Maßstäbe in Sachen Stadionrockkultur. Ihre 1986 erfolgte "Kind of magic"-Weltumrundung war gigantisch und gerade mal so angemessen für eine Band, die Anfang bis Mitte der Siebziger Jahre gar nicht so königlich in Erscheinung trat. Ihre erste Veröffentlichung "Queen I" rockte recht unauffällig vor sich hin. Aber die von der britischen Rundfunk- und Fernsehanstalt BBC gefilmte Dokumentation blickt weiter zurück.
Die Anfänge von Queen beginnen schon Ende der Sechziger Jahre in einer Universität. Gitarrist Brian May und Drummer Roger Taylor fanden zu einem Projekt zusammen, das sie "Smile" nannten und schon damals mit all den Merkmalen auffiel, die Queen ins Unendliche steigern konnte. Queen selbst startete wie heutzutage manche andere Band auch als Hobby neben dem Studium. Da war schon Freddie Mercury dabei, auf dessen Idee jener Name zurückgeht. Alte Weggefährten, ehemalige Manager, Journalisten und Freunde kommen neben Brian May und Roger Taylor zu Wort.
Seit 25.11.2011 im Handel: "Days of our lives".
Bild: Universal Music
Sie erzählen, um was es dem wirbelnden Falsetto ging, dass er schon früheine Legende werden wollte. Teenagerträume, klar. Aber irgendwie führte all das, was Queen seit den Siebzigern unternahm, zum Legendenstatus. Und der setzte frühestens mit der gemeinsamen Tournee 1974 mit der britischen Rockband Mott The Hoople ein und einem Abbruch der selben US-Gastspielreise, weil Gitarrist Brian May an Hepatitis erkrankte.
Damals machte die Band schon mit dem Hit "Seven Seas Of Rhye" auf sich aufmerksam. "Bohemian Rhapsody" sollte ein Jahr später folgen, dann "Somebody to Love", "We will Rock You" und "We Are The Champions" und und und. Diese Geschichte wird auch auf dem Wissensportal "Wikipedia" erzählt.
Was dort aber nicht erzählt wird, sind die vielen kleinen Anekdoten, die Queen gerade durch die Person Freddie Mercurys begleiteten. Diesen Sänger konnte nicht einmal seine Band zügeln. Angeschnitten nur die Ausschweifungen des bisexuellen Sängers, die zu seinem Tod führten. Hervorgehoben viel eher seine menschliche und musikalische Seite - eines Mannes, der ein Stachel im Fleisch dieser Band war. So wird es von jedem gesehen. Bis zu seinem Verglühen hat er unermüdlich singen wollen und seine Band noch einmal zu Höchstleistungen angetrieben.
Als seine HIV-Infektion 1990 öffentlich bekannt wurde, "innuendo" 1991 erschien, war der Frontmann bereits dem Tod geweiht. Trotzdem zog sich die Band mit ihrem Sänger nach Montreaux zurück, vergrub sich ins Studio und nahm seinen letzten Gesang auf, weil Mercury danach drängte. Das erst 1995 erschienene Ergebnis "Made in heaven" ist nicht nur deswegen die kommerziell erfolgreichste Scheibe der vier Briten.
"Days of our lives" bringt nicht viel Neues auf den Gabentisch des Wissens rund um die einst größte Rockband der Welt. Doch es ist bewegend, wie sehr der Verlust von Freddie Mercury die verbliebenen Bandmitglieder schmerzt, dass May und Taylor nicht loslassen können, alte gemeinsame Plätze aufsuchen und ihr bester Freund in alten Interviewschnipseln in die erzählte Geschichte eingebettet wird, als weilte Mercury immer noch unter ihnen.
Alte Live-Aufnahmen, seltene Einblicke hinter die Kulissen von Videodrehs und neu zusammengeschnippelte Videoclips machen den Streifen ebenfalls zu einem Hingucker. Aber egal, was May/Taylor noch unternehmen, um das Vermächtnis von Queen in Erinnerung zu halten - je weiter die Zeit voran schreitet, um so mehr wird klar, wie schmerzhaft und abgeschlossen ihre Geschichte ist.
Veröffentlichungsdaten
DVD: Days of our lives
VÖ: 25. November 2011
Label: Universal Music
Webseite: www.queenonline.com
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