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"Wetten, dass..?" in Leipzig von innen: Gottschalk-Nachfolge bleibt ungeklärt

Patrick Limbach
Thomas Gottschalk und Horst Schlämmer (Hape Kerkeling): "Nein, ich möchte nicht" - Michelle Hunziker (r.)
Thomas Gottschalk und Horst Schlämmer (Hape Kerkeling): "Nein, ich möchte nicht" - Michelle Hunziker (r.)
Foto: ZDF | Carmen Sauerbrei
"Wetten, dass..?" ist ein Phänomen. Die letzte große Samstagabend-Show erreicht selbst 30 Jahre nach Sendestart noch ein Millionenpublikum. Das ZDF erhält pro Ausgabe bis zu 20.000 Ticketwünsche. Eine Karte kostet 50 Euro. Je nach Hallengröße dürfen in jeder Sendung 2.000 – 3.000 Gäste auf den harten Sitzschalen der Stahlgerüsttribüne Platz nehmen. Sie sollten eine starke Blase mitbringen. Ein Gang zur Toilette ist während der rund dreistündigen Aufzeichnung ein striktes No-Go.

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Am Einlass bildeten sich gestern eine Stunde vor Sendebeginn lange Schlangen. Der Grund: penible Sicherheitskontrollen. Wer rein will, wird mit Metalldetektoren abgetastet. Zur Freude des Caterers ist das Mitbringen von Speisen und Getränken untersagt. Auch für Journalisten gelten keine Ausnahmen. Die angekündigte Warm-Up-Show für die Besucher entpuppte sich als Bespaßung durch einen lokalen Dudelfunksender, kombiniert mit Werbung für einen Automobilhersteller. Sicherheit wird während des Abends groß geschrieben.

Selbst während der Aufzeichnung werden die Promis auf der Bühne von bulligen Bodyguards bewacht, die gemeinsam mit Kameraleuten, Bühnenarbeitern und ZDF-Offiziellen dem Publikum des öfteren die Sicht versperrten.

Alles wie gehabt: Wette verloren, ran an die Arbeit: Thomas Gottschalk und Otto
Alles wie gehabt: Wette verloren, ran an die Arbeit: Thomas Gottschalk und Otto
Foto: ZDF | Carmen Sauerbrei
Für Moderator Thomas Gottschalk war der gestrige Abend auf der Leipziger Messe die 150. und zugleich vorletzte Sendung. Nach dem schweren Unfall eines Wettkandidaten im Dezember 2010 kündigte der Moderator seinen Rückzug zum Jahresende an. Die Show stand daher ganz im Zeichen der Frage, wer ihn nächstes Jahr auf der Wettcouch ablösen wird. Hape Kerkeling wurde im Vorfeld als heißer Kandidat gehandelt. Und wie der Zufall es wollte, stand der Comedian gestern auf der Gästeliste, stellte gemeinsam mit Dirk Bach sein neues Musical "Kein Pardon" vor. Während des Warm-Ups versprach Gottschalk dem Publikum vollmundig: "Heute klärt sich die Nachfolge."

Um 22.12 Uhr war schließlich der Moment gekommen, auf den die Zuschauer in der Messehalle 1 und in den deutschen Wohnzimmern sehnsüchtig gewartet hatten: "Nein, ich möchte nicht", lautete Hape Kerkelings knappe Antwort auf Thomas Gottschalks umständlich anmoderierte Frage, ob er denn sein Nachfolger werden wolle. Der Comedian begründete die Absage mit vielen anderen Projekten, in die er involviert sei. Auch Dirk Bach, spontan von Gottschalk gefragt, lehnte höflich ab.

Die vorletzte Sendung "Wetten, dass..?" für den Entertainer - und keiner will die Nachfolge
Die vorletzte Sendung "Wetten, dass..?" für den Entertainer - und keiner will die Nachfolge
Foto: ZDF | Carmen Sauerbrei
Ansonsten erlebte die Messestadt eine ereignisarme "Wetten, dass..?"-Ausgabe: Otto Waalkes durfte nach verlorener Wette seinen Garderobenschlüssel aus einem Eisblock sägen. David Garrett erriet erst Violinkonzerte und gab dann gemeinsam mit dem Leipziger Jugendsinfonieorchester einen zum Besten. Udo Lindenberg stellte zusammen mit Clueso seine neue Single vor. Der smarte Liedermacher und Schauspieler Justin Timberlake brachte die Teenies in der Halle zum Kreischen. Und verließ bereits gegen 22.45 Uhr mit einer "Wetten, dass..?"-typischen Begründung die ausverkaufte Halle: Er müsse zu seinem Flug. Stadt-, Saal- und Außenwette fanden nicht statt. Sie wurden im Rahmen von Umkonzeptionierungen längst wegrationalisiert – das Pressebüffet übrigens auch.

Gottschalk überzog standesgemäß – und nach Plan. Der Ablaufplan, der vor Beginn der Sendung im Presseraum auslag, verriet, dass der Abend erst gegen 23 Uhr zu Ende sein sollte. Schluss war schließlich gegen 23.20 Uhr. Am Ausgang bildeten sich nochmal lange Schlangen, die an längst vergangene Zeiten erinnerten. Das ZDF spendierte allen Besuchern eine Präsenttüte, die farblich so ergraut ist wie die Sendung selbst. Darin enthalten: ein noch graueres ZDF-Basecap und ein paar Werbeflyer. Immerhin lässt sich die Tüte als Müllbeutel verwenden.

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