In die gefühlsduselige Vorweihnachtszeit einen rührseligen Familienfilm zu platzieren, scheint passend. „Mein Freund, der Delfin“ erzählt die wahre Geschichte der Delfindame Winter, die in Florida strandete. Das alleine wäre noch kein so schlimmes Schicksal, doch weil ihre Schwanzflosse durch eine Leine zu lange abgeschnürt war, musste sie amputiert werden. Ob es wohl wirklich ein kleiner Junge war, der sie fand?
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Das ist eigentlich gar nicht so wichtig, die Geschichte wird schlüssig erzählt, allerdings auch nach bewährtem Hollywood-Muster. Vieles ist daher vorhersehbar, somit ist es eher ein Film für die kleinen Besucher. Da wahrscheinlich die Erwachsenen bezahlen, sei schon mal gesagt, dass es den 3D-Aufschlag nicht unbedingt braucht, auch wenn die Effekte nicht stören. Von Seiten des Verleihs war schon zu erfahren, dass auch herkömmliche Kopien in die Filmtheater geliefert werden. Wer sehen möchte, was mit der räumlichen Technik so möglich ist, ist immer noch in einem animierten Film besser aufgehoben.
Der Prothesentechniker Dr. McCarthy (Morgan Freeman) verspricht, dem Aquariumsteam Hilfe
Angesichts der Leistung der Tiertrainer treten die Schauspieler eigentlich sogar in den Hintergrund. Auf der Leinwand stiehlt eben das Delfinweibchen allen die Schau, seien es Kris Kristofferson oder Morgan Freeman in einer Nebenrolle – ohne dass gegen das Ensemble etwas zu sagen wäre. Genauso kann der imaginäre Hut vor den Menschen gezogen werden, die Winter im Clearwater Marine Aquarium eine neue Bleibe gaben.
Wie Winter sich auch ohne Schwanzflosse wieder aufrafft und mit dem verbliebenen Stummel schwimmt, ist wie gesagt, rührend. Selbst mit der Erwachsenenbrille betrachtet. Deshalb dürfte es ein Segen für die Produzenten gewesen sein, am Originalschauplatz zu drehen. Aquariumschef David Yates wird im Presseheft zum Streifen wie folgt zitiert: „Mir ging es darum Winter zu schützen, sie sollte beim Dreh eine positive Erfahrung machen. Außerdem mussten wir der Filmcrew erklären, wer wir sind und was wir tun. Schließlich wollten sie sich in unserem Alltag breitmachen. Wir wollten aber keines unserer Tiere irgendeinem Risiko aussetzen.“
Mit von der Partie ist auch der aufmüpfige Pelikan Rufus, der schon mal Menschen das Leben schwer macht .
Die Effekte sind mittlerweile aber auch kaum noch von Realbildern zu unterscheiden und so merkt man nicht, dass in manchen Einstellungen echte Tiere durch Computeranimationen ersetzt sind. Ein einziger störender Punkt sei von der europäischen Warte aus angemerkt: Den beim Militär schwer verletzten Cousin mitsamt patriotischer Verehrung bräuchte die Geschichte nicht. Darauf verzichtet man in Hollywood aber scheinbar nach wie vor ungern.
USA 2011 R: Charles Martin Smith D: Ashley Judd, Cozi Zuehlsdorff, Nathan Gamble, Morgan Freeman, Spieldauer: 113 Minuten, FSK: ab 0 Jahren.
Filmstart ist der 15. Dezember, zu sehen im CineStar, Cineplex und Regina Palast.
Die Seite des Clearwater Marine Aquariums mit Webcams: www.seewinter.com
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