Pünktlich zum Fest kehrt der beste Detektiv aller Zeiten zurück auf die Leinwand. Ein indischer Baumwoll-Tycoon kommt durch einen Skandal zu Fall. Ein chinesischer Opiumhändler stirbt offenbar an einer Überdosis. In Straßburg und Wien explodieren Bomben. Ein amerikanischer Stahl-Magnat wird ermordet.
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Die Ereignisse stehen oberflächlich betrachtet in keinem Zusammenhang. Meisterdetektiv Sherlock Holmes (Robert Downey Jr.) stellt dagegen eine Verbindung her und entdeckt gemeinsam mit seinem frisch vermählten Assistenten Dr. Watson (Jude Law) ein engmaschiges Netz aus Tod und Vernichtung. Mittendrin hockt sein ewiger Widersacher Profesor Moriarty (Jared Harris). Kaum beginnt Holmes in Moriartys Dreck zu schnüffeln, gerät er in große Gefahr.
Im Zuge der Ermittlungen begeben sich die Detektive auf eine abenteuerliche Reise, die sie von London aus quer durch Europa führt. Dumm nur, dass der hinterlistige Professor ihnen immer einen Schritt voraus zu sein scheint.
Es wird turbulent für den frisch vermählten Dr. Watson.
Nach dem Kassenerfolg von "Sherlock Holmes" war es nur eine Frage der Zeit, bis sich Regisseur Guy Ritchie an eine Fortsetzung des Stoffs machen würde. Im Sequel "Spiel im Schatten" bleibt er seiner Linie treu, den Charme des spätviktorianischen Englands mit technischen Innovationen zu verknüpfen. Statt zu Pferde reisen die Protagonisten mit Motorkutschen durch London und der experimentierfreudige Holmes hält allerlei technische Raffinessen parat, die die Lachmuskeln der Zuschauer strapazieren.
"Spiel im Schatten" ist alles andere als ein Neuaufguss des ersten Teils. Der Streifen führt die Reihe konsequent fort, die Charaktere entwickeln sich weiter, die Jagd nach Moriarty nimmt an Fahrt auf. Wie schon im ersten Teil lässt Ritchie dafür die britische Hauptstadt digital ins Jahr 1897 zurückversetzen, was leider recht offensichtlich und somit ein Manko des Filmes ist. Rasante Stunts, perfekt choreografierte Schlägereien, flotte Dialoge und eine unterhaltsame Story täuschen glücklicherweise schnell darüber hinweg.
Schauspielerisch hat der Streifen vor allem gelungene Hauptfiguren zu bieten. Robert Downey Jr. spielt Sherlock Holmes als eine Symbiose aus Punk, Pirat und Abenteurer. Jude Law alias Dr. Watson erinnert dagegen an ein Muttersöhnchen, das dabei ist, vom Elternhaus in die Ehe zu flüchten. Unterhaltsames Konfliktpotenzial ist also vorprogrammiert. Ergänzt wird das Duo diesmal durch Noomi Rapace. Die Schwedin wurde durch ihre Darstellung der Hackerin Lisbeth Salander in der "Millenium-Trilogie" international bekannt. In "Spiel im Schatten" verkörpert sie mit viel Temperament und Wagemut die Zigeunerin Sim, die dem Ermittler-Duo bei der Jagd nach Moriarty unterstützt. Als Moriarty ist diesmal Jared Harris ("Der seltsame Fall des Benjamin Button") zu sehen, der den Bösewicht als größenwahnsinnigen Psychopathen spielt. Eine wirklich gelungene Besetzung.
"Spiel im Schatten" zählt zu den wenigen Fortsetzungen, bei denen man von einem rundum unterhaltsamen Kinoerlebnis sprechen kann. Insgesamt lässt sich daher konstatieren, dass Guy Ritchie die Fortschreibung seiner Sherlock-Holmes-Saga geglückt ist. Das hoffentlich nicht zum letzten Mal: Ein dritter Teil ist bereits in Planung.
USA 2011, R: Guy Ritchie, D: Robert Downey Jr., Jude Law, Eddie Marsan, Noomi Rapace, 128 Min, FSK 12.
Filmstart ist der 22. Dezember, zu sehen im CineStar, Cineplex, Regina Palast und UCI Nova Eventis.
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