Ein U.F.O. ist gelandet: Leipzigerin gewinnt beim 7. Kurzfilmfest im Werk 2
Sebastian Beyer
23.01.2012
Mathilde Scholz gewann bei 7. U.F.O.-Kleinfilmfestival 2012 im Leipziger Werk 2.
Foto: Patrick Limbach
Unbekannte Filmobjekte und davon gleich 16 Stück gab es am 21. Januar im Werk 2 zu sehen. Das Wollmännchen Ed Wolla begeisterte gut 200 Zuschauer im gleichnamigen Puppentrickfilm, doch der Sieger heißt schlicht "Tee“ und stammt von der Leipzigerin Mathilde Scholz. Das 7. U.F.O.-Filmfest machte eine gute Figur.
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Wie könnte es anders sein, als das ihr diese Idee beim Tee trinken kam. Allerdings verbirgt sich hinter dem so unschuldig daher kommenden Titel ein philosophischer Monolog einer Mutter, die ihren Sohn zum Kriegsdienst überredete und ihn nun nie wieder in die Arme schließen wird. „Ich habe einen Tag lang mit meiner Mutter den Text eingeübt, sie wollte einfach mal in einem Film von mir mitspielen. Jetzt sagt sie, sie spielt nie wieder mit, außer in einer Komödie.“ Das Üben allerdings lohnte sich, Betonung und Timing stimmten laut Jury auf den Punkt.
In völlig anderem Gewand kam der niedliche Ed Wolla daher, nämlich in der Stop-Motion-Technik, bei der für jedes Einzelbild die Szenerie neu ausgerichtet wird. Der kleine Wollkerl verheddert sich, ein Schmetterling zerrt ihn mit sich und die Reise endet mit einem Sturz vom Mond. Es ist eine Geschichte die auf ihre abstrakte, phantasievolle Weise das Publikum in der ausverkauften Halle D des Werk 2 überzeugte. „Oh, das ist niedlich“, hörte man es schmachten. Stimmte ja auch.
Di eLeipziger Combo Glissa kniete sich neben den Rappern von "Die fliegenden Untertassen" musikalisch rein.
Foto: Patrick Limbach
Auf dem dritten Platz landete das Drama „Ver-Bindung“. Ein Film von Rikisaburo Sato von der Kunsthochschule für Medien Köln. Sein Streifen zeigt ein Telefonat eines Paares. Erst aus der der Frau, dann aus der Sicht des Mannes. Der Regisseur zeigt so Missverständnisse, die vertraut wirkten. Viel Lob für die Ausrichter gab es dabei von den angereisten Filmemachern: „Die Mischung der Filme ist spannend und es waren viele gute Filme dabei.“, lautete das Fazit des Augsburger Teams.
In der Tat war das Angebot mindesten so bunt, wie die Kostüme beim studentischen Chemie-Fasching in der benachbarten Halle A. Und ein Beitrag aus Wien bewies, dass das Festival sich längst einen Ruf über die Grenzen der Stadt hinaus erarbeitete. Tieftragische Dramen, irrsinnig witzige Parodien und die breite Spanne dazwischen wurde auch abgedeckt. Musikalisch rahmte die Leipziger Rap-Combo „Die fliegenden Untertassen“ den Abend, unterstützt von ihren Kollegen von "Glissa". Ihnen wurde die Aufgabe zuteil, während der Stimmenauszählung das Publikum bei Laune zu halten. Kein Problem für die Leipziger mit ihren Songs zwischen Rock und Pop.
Einzelne kritische Stimmen gab es auch. „Ich kann mir bei ein oder zwei Filmen nicht vorstellen, dass es unter den 60 Einsendungen nicht bessere gab“, lautete eine. Das aber ist Sache der Jury und wie immer gilt: „Es jedem Recht gemacht, ist eine Kunst, die jeder will und keiner schafft.“
Der laute Applaus bei den meisten Filmen gibt jedoch den ehrenamtlichen Organisatoren Recht. Einige von ihnen waren zum ersten Mal dabei. Für Interessenten gibt es vielleicht 2013 wieder Möglichkeiten mitzuwirken. Dann landet das 8. U.F.O.-Kurzfilmfestival in Leipzig.
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