Springen Sie direkt: Zum Textanfang (Navigation überspringen) Zur Hauptnavigation Zur Suche


Springen Sie direkt: Zum Textanfang (Navigation überspringen) Zur Hauptnavigation Zur Suche




Tagesübersicht Leipziger Internet Zeitung
Alle Nachrichten von: heute | gestern | vorgestern

Neu im Kino: "Verblendung" in der Hollywoodversion

Patrick Limbach
Blomkvist wird wegen übler Nachrede verurteilt.
Blomkvist wird wegen übler Nachrede verurteilt.
© Sony Pictures
Gerade einmal anderthalb Jahre ist es her, dass die Verfilmung von Stieg Larssons drittem Roman "Vergebung" in den Kinos anlief. Die gemeinsam vom schwedischen Fernsehen und ZDF produzierte "Millenium-Trilogie" war nicht nur ein filmisches Erlebnis, das die Namen der Hauptdarsteller Michael Nyquist und Naomi Rapaace ins Blickfeld mancher Hollywoodregisseure geraten ließ. Auch kommerziell waren die drei Filme erfolgreich.

Anzeige

Der erste Teil "Verblendung" spielte 2009 allein in Larssons schwedischer Heimat rund 12 Millionen Euro ein. Vermutlich liegt hier der Grund, warum sich jetzt die amerikanische Traumfabrik mit den Geschichten um den investigativen Wirtschaftsjournalisten Mikael Blomkvist und der Hackerin Lisbeth Salander befasst.

Ausgerechnet David Fincher wurde auserkoren, in dem kommerziell motivierten Neuaufguss Regie zu führen. Das ist nicht per se die schlechteste Entscheidung. Ob ein Namenloser mit multipler Persönlichkeit in "Fight Club", ein nie gefasster Serienkiller in "Zodiac" oder Mark Zuckerberg in "The Social Network" - David Fincher ist ein Regisseur, der es wie kaum ein anderer versteht, tief in die seelischen Abgründe seiner Protagonisten zu blicken. So jemand scheint wie geschaffen für die Verfilmung eines Thrillers, der den Zuschauer mit auf die Reise zu den dunkelsten Geheimnissen einer fiktiven schwedischen Wirtschaftsdynastie nimmt.

Der pensionierte Großindustrielle Henrik Vanger heuert Blomkvist an, um das Verschwinden seiner Enkelin Harriet vor mehr als 40 Jahren aufzuklären.
Der pensionierte Großindustrielle Henrik Vanger heuert Blomkvist an, um das Verschwinden seiner Enkelin Harriet vor mehr als 40 Jahren aufzuklären.
© Sony Pictures

Der jüngst wegen übler Nachrede verurteilte Blomkvist (Daniel Craig) wird von Henrik Vanger (Christopher Plummer), einem vermögenden Industriellen, angeheuert. Er soll herauszufinden, was hinter dem Verschwinden seiner Nichte Harriet steckt. Vanger vermutet, dass sie von einem anderen Familienmitglied ermordet wurde. Parallel wird die Privatdetektivin Lisbeth Salander (Rooney Mara) beauftragt, in Blomkvists Leben herumzuschnüffeln – was letztlich dazu führt, dass sie dem Journalisten bei seinen Recherchen unter die Arme greift. Gemeinsam stoßen sie auf eine bestialische Mordserie, die von der Vergangenheit bis in die Gegenwart reicht.

Satte zweieinhalb Stunden nimmt sich Fincher für seine Version von "Verblendung" Zeit. Die ist vor allem gut kopiert. Viele Einstellungen werden Larsson-Fans bekannt vorkommen. Das ist bisweilen ermüdend. Auch das Drehbuch ist eng ans schwedische Original angelehnt, was insbesondere im Schluss ersichtlich wird. Fincher und sein schwedischer Vorgänger Niels Arden Oplev verknappen das etwas langatmige Romanende auf ähnliche Art und Weise. Der Amerikaner legt in seiner handwerklich perfekten Inszenierung im Gegensatz zu seinem Vorgänger einen schärferen Fokus auf die Beziehung zwischen seinen beiden Protagonisten, der in den beiden folgenden Teilen eine starke Bedeutung zukommen wird. Daniel Craig macht in seiner Rolle zwar eine überzeugende Figur. Der Bond-Darsteller spielt den Journalisten als geradlinigen, ehrlichen, unbestechlichen und leicht verplanten guten Freund von Nebenan. Das ist sympathisch, erinnert aber stark an seinen schwedischen Vorgänger Michael Nyquist.

Parallel wird ein Detektivbüro beauftragt, Blomkvist auszuspionieren -  Lisbeth Salander hat dafür ihre eigenen Methoden.
Parallel wird ein Detektivbüro beauftragt, Blomkvist auszuspionieren - Lisbeth Salander hat dafür ihre eigenen Methoden.
© Sony Pictures

Schlimmer Rooney Mara. Ihre Lisbeth Salander ist ein schwaches, zerbrechliches Wesen, das ständig seinem Schatten hinterher hastet. Wo ist die Kraft, die Kaltschnäuzigkeit und vor allem die Dreistigkeit geblieben, mit der Stieg Larsson seine Antiheldin ausgestattet und mit der Naomi Rapaace die Rolle blendend ausgefüllt hat? Keine Frage, Mara spielt gut. Sie lässt den Zuschauer am qualvollen Leidensweg ihrer Figur partizipieren. Wenn Salander von ihrem Betreuer Bjurman vergewaltigt wird, kann der Zuschauer gar nicht anders, als angesichts ihrer brutalen Wunden mitzuleiden. Aber Larssons Salander leidet nicht. Sie kämpft. Sie wehrt sich. Das tut Finchers Salander zwar auch, aber aus Verzweifelung, nicht als Akt einer inneren Rebellion. Das ist schade und nimmt dem gesellschaftskritischen Stoff ein Stück seiner wuchtigen Wirkung.

Aber David Fincher's "Verblendung" hat ohnehin nicht mehr das Zeug, um zu provozieren. Jedenfalls nicht hierzulande. Das zentrale Thema des Films, Gewalt gegen Frauen, ist zwar jederzeit ein Dauerbrenner, aber Story und Figuren sind einfach schon zu ausgelutscht. Solange das Einspielergebnis stimmt, wird das die Produzenten von Sony Pictures wenig stören. Der Kommerz geht im amerikanischen Mainstreamkino der gesellschaftskritischen Message vor. Die Teile zwei und drei sind bereits in Planung.

USA 2011, R: David Fincher, D: Daniel Craig, Rooney Mara, 155 min, FSK 16.

Filmstart ist der 12. Januar, zu sehen im CineStar, Cineplex, Regina Palast, UCI Nova Eventis.

Die Seite zum Film: www.verblendung-film.de


Funktionen

del.icio.us Mister Wong Technorati Blogmarks Yahoo! My Web Google Bookmarks




Weitere aktuelle Nachrichten der L-IZ.

Recht auf Stadt: Investoren-Ufos und Bürgerbeteiligung in der Stadtentwicklung

Die Reihe "Recht auf Stadt" erlebt am 31. Mai eine weitere Auflage. Die zweite Veranstaltung, diesmal im Werk 2, dreht sich dabei rings um Fragen moderner Stadtentwicklung und die Rolle aller Beteiligten dabei. Diesmal unter dem Motto: "Kapitalanlage - Von Investoren-UFOs und Stadtteilzentren". mehr…

Geblitztdingst: Die "Men in Black" sind nach zehn Jahren Leinwandabstinenz zurück

Flotte Sprüche, schwarze Business-Anzüge, dunkle Sonnebrillen - Die "Men in Black" sind zurück.
Flotte Sprüche, schwarze Business-Anzüge, dunkle Sonnebrillen. Die "Men in Black" sind nach zehn Jahren Leinwandabstinenz zurück. Im dritten Teil des SciFi-Franchise reist Will Smith ins Jahr 1969, um seinem Partner Tommy Lee Jones das Leben und die Menschheit vor einer vernichtenden Alien-Invasion zu retten. mehr…

Lok Leipzig: Saisonrückblick - Der steinige Weg in die Regionalliga

Mit dem Sieg bei Fortuna Chemnitz hat der 1. FC Lok sein Saisonziel erreicht, steigt als Sechster in die neue Regionalliga auf. Geplant war alles ein wenig anders. Eigentlich sollte es der dritte Platz werden, eigentlich sollten die Neuzugänge einschlagen und von einem Trainerwechsel war vor der Saison auch nicht die Rede. Ein Saisonrückblick. mehr…

Aber das Leben geht weiter: Ein Film über Vertreibung und Mitgefühl im Lindenfels

Aber das Leben geht weiter.
„Mut zu machen, dass wir Zeichen gegen Willkür und Gewalt setzen können“. Das ist für die in Berlin lebende Filmemacherin Karin Kaper die Botschaft ihres Filmes „Aber das Leben geht weiter“. Es geht um die - authentische - Vertreibungsgeschichte der Familien Queißer und Zukowscy, die in einem Bauernhof bei Görlitz aufeinander treffen. Ein L-IZ-Interview. mehr…

Blockupy Proteste: Attac fordert eine Reform der Europäischen Zentralbank

Will die EZB Griechenland aus dem Euro drängen?
Das Fazit der "Frankfurter Rundschau" war am Ende eindeutig: Was da am Wochenende in Frankfurt zu erleben war, war ein Sieg für die Blockupy-Bewegung. Die Stadt Frankfurt selbst blamierte sich mit ihrem martialischen Großaufgebot an Polizei gründlich, mit ihrer Argumentation gegen vermeintliche "Linksextremisten" sowieso. Ein weiterer Versuch, die berechtigte Kritik der Demonstranten an der Erpressungspolitik gegenüber Griechenland zu diskreditieren. mehr…

Der Stadtrat tagte: Sonderprüfbericht zu herrenlosen Grundstücken – „Es wurde geschlafen, ignoriert und weggesehen“ + Audio

Betroffenes Grundstück: Pfaffendorfer Straße 1.
Der Schatten über Leipzigs Verwaltung wird größer: Der Sonderprüfbericht über die sogenannten herrenlosen Häuser zeigt deutlich, welches Fehlverhalten im Rechtsamt seit über 15 Jahren alltägliche Praxis war. Getreu nach dem Motto „Mein Name ist Hase und ich weiß von nichts“ weist die Verwaltungsspitze aber die Vorwürfe von sich, bereits durch frühere Berichte den Missstand erkannt haben zu können. Aber das ist ja auch logisch, wenn die Berichte ungelesen beiseite gelegt werden. mehr…

Neuer Versuch, Leipzigs Blindenleitstreifen sichtbar zu machen: Piktogramme für die Grimmaische Straße

Ein Piktogramm wird in der Grimmaischen ins Pflaster gesetzt.
Es passte natürlich. Am einen Ende der Straße erklärte Baubürgermeister Martin zur Nedden den wissbegierigen Journalisten, warum die Stadt jetzt auffällige Piktogramme neben die Blindenleitstreifen in der Grimmaischen Straße malen lässt - und 100 Meter weiter stand ein Blumentransporter drauf und ein DHL-Auto parkte mal kurz. Es geht wohl nicht wirklich um die Leitstreifen im Pflaster. Es geht wohl mehr um die tägliche Gedankenlosigkeit der Eiligen. mehr…

Am 26. Mai: Internationales Kinderfest auf dem Sportcampus Jahnallee

Am Samstag, den 26. Mai 2011 findet auf dem Sportcampus Jahnallee das alljährliche Internationale Kinderfest der Studentischen Eltern Leipzig e.V. statt. Das Fest für Leipziger Familien wird von Engagierten vieler internationaler Vereinigungen wie dem Zentrum für europäische und orientalische Kultur (ZEOK) und der Capoeira-Gruppe mit verschiedensten Aktionen getragen. mehr…

Ausstellungseröffnung am 24. Mai: Es ‚messet’ wieder. Reclams Messestände von 1945 – 1990

Die Fotoausstellung "Es ‚messet’ wieder." ist Teil des Pilotprojekts „Leipziger Verlagsarchive: Reclam als Erinnerungsspeicher und Labor“ im Rahmen der Forschungsförderung „Geistes- und sozialwissenschaftliche Forschung“ des Freistaates Sachsen. Die Studenten und Wissenschaftler des Fachbereichs Buchwissenschaft an der Universität Leipzig erforschen seit dem Wintersemester 2009/10 die vom Stuttgarter Stammverlag zur wissenschaftlichen Erschließung zurückgeführten Archivdokumente des Leipziger Parallelverlagsteils. mehr…

Grüne Hochschulgruppe und Grüne Jugend laden ein: Diskussion über die Preiserhöhung der LVB

Die LVB planen für August 2012 eine weitere Erhöhung der Fahrpreise. Ein Einzelfahrschein wird zum Beispiel 20 Cent mehr kosten. Insgesamt werden die Tarife um rund 10 Prozent erhöht. Die Grüne Hochschulgruppe kritisiert diese Entwicklung scharf. Sie sieht die Attraktivität des Öffentlichen Nahverkehrs gefährdet und findet, Busse und Bahnen sollten für alle bezahlbar bleiben. mehr…

Eine Wagner-Doppel-CD aus den ETERNA-Archiven: Richard ist Leipziger ...

Richard ist Leipziger ...
Wagner ist Leipziger. Irgendwie schon. Am 22. Mai 1813 hier geboren. 1834 fortgegangen Richtung Würzburg. "Als fertig ausgebildeter Komponist", betont Thomas Krakow, Wagner-Beauftragter der Stadt Leipzig und Vorstandsvorsitzender des Richard-Wagner-Verband Leipzig e.V. Wagner-Beauftragter ist er, weil Leipzig 2013 im Mittelpunkt steht, wenn der 200. Geburtstag des kleinen Wilhelm Richard Wagner gefeiert wird. mehr…

Am 23. Mai: Big Band der Hochschule für Musik und Tanz Köln ist zu Gast in Leipzig

Big Band der Hochschule für Musik und Tanz Köln.
Im Rahmen einer Tournee zu ihren Schwesternhochschulen in Aachen, Mainz und Hannover macht die Big Band der Hochschule für Musik und Tanz Köln auch Station in Leipzig. Sie tritt am Mittwochabend, 23. Mai, in der Hochschule für Musik und Theater, Grassistraße 8 auf. Gespielt werden zwei Kompositionen des Big-Band-Leiters Joachim Ullrich: „No Better Blues Suite“ und „Second Crime Suite“, die die Band in der letzten Phase erarbeitet und aufgenommen sowie in zwei Konzerten in Köln präsentiert hat. mehr…

Am 23. Mai in Markkleeberg: Grüner-Ring-Veranstaltung zur agra-Brücke

"agra - Brücke B2. Und wie weiter?" Unter dieser Überschrift lädt die Arbeitsgruppe Landschaftspflege des Grünen Ringes Leipzig am Mittwoch, 23. Mai, in den Kleinen Lindensaal des Rathauses Markkleeberg ein. Verschiedene Planungen für den Bereich der agra sollen näher vorgestellt, näher beleuchtet und mit allen Beteiligten diskutiert werden. mehr…

Doppelstadt mit Berggeschrei: Annaberg an einem Tag

Annaberg an einem Tag.
Annaberg ist eigentlich nur die halbe Stadt. Annaberg-Buchholz heißt die Doppelstadt an der Sehma seit 1945. Die Sehma war 1497 noch Landesgrenze zwischen dem ernestinischen und dem albertinischen Sachsen, als die Neustadt am Schreckenberg gegründet wurde, die ab 1501 Annaberg hieß. Der Grund für die Gründung mitten im wilden Erzgebirge: das Erz natürlich, das große Berggeschrei, das genau von hier aus losging 1491. mehr…

Der Stadtrat tagte: Sonderprüfbericht zu herrenlosen Grundstücken – „Es wurde geschlafen, ignoriert und weggesehen“

Betroffenes Grundstück: Pfaffendorfer Straße 1.
Der Schatten über Leipzigs Verwaltung wird größer: Der Sonderprüfbericht über die sogenannten herrenlosen Häuser zeigt deutlich, welches Fehlverhalten im Rechtsamt seit über 15 Jahren alltägliche Praxis war. Getreu nach dem Motto „Mein Name ist Hase und ich weiß von nichts“ weist die Verwaltungsspitze aber die Vorwürfe von sich, bereits durch frühere Berichte den Missstand erkannt haben zu können. Aber das ist ja auch logisch, wenn die Berichte ungelesen beiseite gelegt werden. mehr…

Springen Sie direkt: Zum Textanfang (Navigation überspringen) Zur Hauptnavigation Zur Suche


Anzeigen.
Veranstaltungshinweise der IHK Leipzig

Veranstaltungshinweise:

Weitere Veranstaltungen unter:
www.leipzig.ihk.de
Zur Website der IHK Leipzig
Website Schwarzes Leipzig
Zur Website der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) GmbH

VERKEHRSMELDUNGEN:

NACHRICHTEN:

SCHNELLER SERVICE:

Weitere Termine unter: www.tdjw.de
Aktuelle Dossiers.
Anzeigen.
Leipziger Leselust Leipziger Leselust ... seit 2004 bespricht die L-IZ regelmäßig die neuesten Bücher Leipziger Autoren und Verlage.
Link-Tipps.
Bildblog
Hier Tickets kaufen.