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Bejubelte Filmpremiere: "Die Thomaner" sorgte für Begeisterung in Leipzig

Daniel Thalheim
"Die Thomaner" feierte am 15. Februar Premiere.
"Die Thomaner" feierte am 15. Februar Premiere.
Foto: Daniel Thalheim
"Er ist eine Botschaft aus Leipzig an die Welt", kommentierte Leipzigs Kulturbürgermeister Michael Faber den Sinn des Films "Die Thomaner". Kabarettist Gunter Böhnke hoffte, sich selbst im Film zu entdecken, und Gewandhaus-Direktor Andreas Schulz wollte sich einfach überraschen lassen. Ex-Nikolaikirche-Pfarrer Christian Führer will ebenfalls interessante Einblicke verfolgen im Leben der Thomaner. Zwei seiner Enkel sind selbst im Thomas-Alumnat zu Hause. Am 15. Februar war Leipzig-Premiere.


Der Andrang in der Jägerhof-Passage war groß. Neben den Mitwirkenden und Initiatoren des Films "Die Thomaner" wie Thomaskantor Georg Christoph Biller, die Regisseure Paul Smaczny und Günter Atteln sowie Mitglieder des Thomanerchores trafen neben zahlreichen Mitwirkenden und Gästen auch Staatsminister Dr. Johannes Beermann und Leipzigs Kulturbürgermeister Michael Faber am Abend des 15. Februar ein. Sie erhofften sich interessante Einblicke über eine eingeschworene Gemeinde, die so noch nicht porträtiert wurde - der Thomanerchor zu Leipzig. Die Erwartungen sind hoch. Man will sich überraschen lassen.

Das filmische Porträt "Die Thomaner" wurde vor seinem bundesweiten Kinostart am 16. Februar in Leipzig zum ersten Mal der Öffentlichkeit gezeigt. Es ist ein Streifen, der laut Verleih und Regisseuren über ein Jahr brauchte. "Genügend Stoff für einen Dreiteiler!", betonten die Regisseure bei der Premiere. Dankesreden wurden am Abend gehalten. Sowohl vor dem als auch nach dem Film.

Dankesreden, Geschichte und Lob: "Die Thomaner" bei der Uraufführung.
Dankesreden, Geschichte und Lob: "Die Thomaner" bei der Uraufführung.
Foto: Daniel Thalheim

Staatsminister und Chef der Sächsischen Staatskanzlei Dr. Johannes Beermann betonte, dass der Streifen einen persönlichen Eindruck über eine 800-jährige Tradition gebe. "Eine sehr lange Zeit", wie der Staatsminister bekräftigte. Auch wenn der Thomanerchor samt Schule und Kirche in diesem Jahr einfach zu dritt Geburtstag feiern. "Was hat der Chor nicht alles gesehen?", fragte Beermann weiter, während die Gäste schon ungeduldig auf den Streifen warteten.

Beermann zählte Zeitfenster und Ereignisse auf, die bis in die Gegenwart führen. "Eine ganz lange Zeit", betonte der Staatsminister hoheitsvoll wiederholend. Universitätsgründung, Reformation, Bach, Nazis, DDR und Wende tauchten in seiner Rede auf und wieder ab. Und mittendrin die Thomaner. Sie sind für ihn wie auch Kulturbürgermeister Michael Faber Botschafter der Musik und ein Hort der Traditionspflege. Für Beermann Schlüsselwörter für all das, hinter dem verschiedene Tugenden stecken. Alles wegen der Musik.

Kulturbürgermeister Michael Faber im Gespräch mit Kabarettist Gunter Böhnke.
Kulturbürgermeister Michael Faber im Gespräch mit Kabarettist Gunter Böhnke.
Foto: Daniel Thalheim

Den Regisseuren Paul Smaczny und Günter Atteln ging es mit ihrem Streifen vor allem um die Geschichte des Thomanerchores in der Playstation-Generation. Christoph Biller, Thomaskantor und selbst Ex-Thomaner sagte der L-IZ auf die Frage, was ihn am Film überrascht hätte, ein klares "Nichts". Er fügte noch schnell hinzu: "Er ist einfach nur gut!" Für Biller gab es keine neuen Erkenntnisse und Einblicke. Als Ex-Thomaner und Thomaskantor muss er es wissen. Vor ihm gibt es keine Geheimnisse. "Für die Leute, die die Thomaner nicht kennen, soll der Film Einblicke geben. Verschiedene Momente im Film haben mich allerdings sehr bewegt."

"Jetzt kann ich noch einmal alles Revue passieren lassen", sagte Ex-Thomaner Felix Glaser gegenüber der L-IZ. Im Film war er einer der Absolventen, die zum Schluss vorgestellt wurden. Seit einem Dreivierteljahr ist er nicht mehr bei den "Thomassern", wie Biller die Sängerknaben nennt.

Mittlerweile studiert Glaser Psychologie. Musik ist Nebensache für ihn geworden. "Es ist schwierig, im Film alles zu erfassen und so auszulegen, wie wir es erlebt haben. Aber ich denke, mit diesem Film wurde ein sehr guter Einblick in unser Leben gewährt. Ein wenig ist es schon komisch, sich selbst im Film zu sehen. Dafür ist er aber ziemlich gelungen." Weiter singen würde Glaser sehr gerne. Nur hat er nach seiner Thomanerzeit nicht so richtig den Anschluss gefunden. Leider ein Umstand, der im Film nicht auftaucht.

"Die Thomaner" läuft täglich um 16.00, 18.10, 20.25 Uhr, sowie täglich außer Samstag und Sonntag um 13.00 Uhr, Samstag um 22.40 Uhr, und zum Sonntag-Matinee um 11.30 Uhr in den Passage-Kinos. Der Film wird auch in der Schauburg gezeigt. Das Magazin "Sachsen-Anhalt Heute" berichtet über den Kinofilm am 17. Februar um 19.00 Uhr im MDR. Die Thomaner sind am 28. Februar zu Gast und im Gespräch bei "Gottschalk live" in der ARD.

Offizieller Filmtrailer



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