Klangsuechtig 2012: Fabian Russ erzählt über einen neuen Leipziger Filmmusik-Wettbewerb
Daniel Thalheim
17.02.2012
Fabian Russ, Musiker und Wettbewerbsorganisator für "Klangsuechtig 2012".
Foto: Daniel Thalheim
Fabian Russ ist aufgeregt. Der Startschuss für seinen ersten Wettbewerb für Filmmusik und Sounddesign in Leipzig fiel schon am 3. Februar. Schon trudeln erste Bewerbungen ein. Aber noch nicht alle Bewerber wissen, was "Klangsuechtig" genau ist. Bis zum 1. April gibt Fabian Russ den künftigen Teilnehmern Zeit, neue Sounds auszutüfteln. Der Musiker aus Braunschweig gibt im Interview Einblicke.
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"Klangsuechtig" geht dieses Jahr zum ersten Mal an den Start: Was ist das genau?
Es ist ein Wettbewerb für Filmmusik und Sounddesign! Wir wollen Nachwuchstalente wie auch Profis ansprechen, sich mit einem bisher unvertonten Kurzfilm zu beschäftigen bzw. diesen neu zu vertonen. Wir wollen dazu motivieren, andere Konzepte jenseits des Mainstreams auszuprobieren, Experimente fördern.
Was ist "Klangsuechtig" noch?
Zugleich dient "Klangsuechtig" als Plattform, um regionale Talente zu vernetzen und zu präsentieren. In dieser Form bietet der Wettbewerb etwas völlig Neues für Mitteldeutschlands Komponistenszene! "Klangsuechtig" ist, wie der Name schon verrät, Teil des "Kurzsuechtig" Filmfestivals, das in Leipzig im kommenden Jahr seinen 10. Geburtstag feiern wird.
Wann und wie fing alles an?
Die Idee gibt oder besser gab es schon etwas länger bei mir, da sich Zusammenarbeiten im Filmbereich oft ähnlich gestalten: die Musik jedenfalls kommt (fast) immer am Ende des Produktionsprozesses und was die Musik im Lang- oder Kurzspielfilm können soll, ist (fast) nicht viel. Sie kann mehr, viel mehr, wenn man mit ihr arbeitet. Ich habe mich daraufhin in Leipzig umgehört, bin selbst als Komponist tätig, und mal ein bisschen meine Freunde und Bekannten abgeklopft um zu hören, was sie darüber denken.
Klangsüchtig: Fabian Russ.
Foto: Daniel Thalheim
Was sagten sie dazu?
Die Resonanz war durchweg positiv, denn es gibt keinen weiteren Wettbewerb dieser Art in Mittel- und Ostdeutschland, das weiß ich. Und mehr als ein Wettbewerb soll es auch ein Zusammenkommen sein. Da audiovisuelle Medien allgegenwärtig sind, haben wir mit dem Wettbewerb, glaube ich, einen Nerv oder Trend dieser Zeit getroffen. Das führt dazu, dass wir auch schon eine ganze Menge Anmeldungen verzeichnen können. Das heißt, wir sind im Probelauf, unsere Jury ist hochkarätig aufgestellt und nun hoffen wir, dass wir auch tolle Ergebnisse bekommen. In jedem Fall, so denken wir, ist dies der richtige Zeitpunkt.
An wen richtet ihr euch?
Wir richten uns geographisch speziell an den Nachwuchs in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Komponisten, Soundtüftler, Musiker im Allgemeinen und Speziellen, die sich Altes und Neues miteinander kombinieren wollen, die eine intensive Auseinandersetzung mit beiden Elementen suchen.
Was müssen sie tun?
Allen interessierten Komponisten, Musikern und Sounddesignern steht ein unvertonter Kurzfilm zur Verfügung. Ausgewählt haben wir dafür „Das Opfer“ des Leipziger Regisseurs Marco Gadge aus dem Jahr 2010. Ein Film, der über 14 Minuten dem Scheitern einer Zweierbeziehung nachspürt. Die Bewerber haben bis zum 1. April Zeit eine Vertonung zu erarbeiten und diese dann bei uns einzureichen.
Und dann?
Unter den acht besten Einreichungen wird dann am 27. April von einer kompetenten Jury aus der Film- und Musikbranche der Sieger bestimmt. Diese öffentliche Präsentation der acht Finalisten sowie die Preisverleihung finden in der Schaubühne Lindenfels, im grünen Salon, statt. Die Jury besteht aus Friederike Bernhardt, Komponistin am Centraltheater, und Albrecht Mayer, Oboist der Berliner Philharmoniker, mit dem wir eine weltbekannte Koryphäe an Bord haben – Mayer, laut Sir Simon Rattle "einer der besten, wenn nicht der beste Oboist der Welt“, hat sein Instrument ins Rampenlicht der Klassikszene gebracht und selbst bereits Filmmusik eingespielt, sowie den Komponisten und Leiter des FZML, Thomas-Christoph Heyde, der speziell den Bereich der Neuen Musik vertreten wird. Und ein Überraschungsgast, der erst später bekannt gegeben wird.
Was für ein Preis winkt denn?
Für den Gewinner sponsert das Team von "Echolux Tonstudio" drei Tage in ihrem Tonstudio inklusive Tontechniker im Wert von insgesamt 750 Euro für "Klangsuechtig" sowie 25 Gutscheine, mit denen Filmemacher eine Audiobearbeitung von bis zu 5 Minuten Länge bei "Echolux" machen lassen können für "Kurzsuechtig"-Teilnehmer.
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