Mir nach, Canaillen!: MDR gratuliert Manfred Krug zum 75. Geburtstag mit TV-Spezial
Daniel Thalheim
02.02.2012
Als tolldreister Fürchtenichts schafft es Kuhhirte Alexander (Manfred Krug) bis zum Hof des sächsischen Königs.
Bild: MDR/Progress
Manfred Krug als Messerwerfer? Mit Spitzenkragen um den Hals und flotten Sprüchen auf der Zunge stromerte der Schauspieler 1964 erstmals als Mantel- und Degen-Held über die Leinwand. Krug wird 75 Jahre alt. Grund für den MDR, in den Archiven zu kramen.
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Mit einer Themenwoche um, mit und über Manfred Krug will der Mitteldeutsche Rundfunk die Zuschauer vom 2. bis zum 12. Februar an die Glotze und ans Radio locken. Grund für die Reise in die Vergangenheit ist der 75. Geburtstag des Stahlkochers, Jazz-Sängers und Schauspielers, der als Wolf-Biermann-Sympathisant 1976 ein Berufsverbot in der DDR erhielt. 1977 durfte der 1937 in Duisburg geborene Schauspieler in die BRD ausreisen. Fortan war derKino-Held im westdeutschen TV zu sehen.
Die Generation der heute 30 bis 40-jährigen kennt ihn wohl aus der Zeit. Mal als Fernsehonkel in der Kindersendung "Sesamstraße" oder als bärbeißiger Trucker Franz Meersdonk in der Serie "Auf Achse" - Krug gilt als Kult. Zumal sogar beinharte Metaller wie die Thüringer von "Heaven Shall Burn" gestehen, dass sie "Auf Achse" im Tourbus schauen. Als "Liebling Kreuzberg" geisterte Krug in einem weiteren Straßenfeger in der Flimmerkiste umher. Kinorollen, wie er sie in der DDR in "Spur der Steine" oder in der Komödie "Mir nach, Canaillen!" hatte, nahm er nicht wieder an. Stattdessen war er als "Tatort"-Kommissar umtriebig oder gab den "Telekom"-Onkel in Werbeclips des Kommunikationsunternehmens. Ein Schritt, den er wegen des Aktien-Absturzes des Unternehmens bereute und sich später entschuldigte.
Das Versteck: Wanda Brink (Jutta Hoffmann, links) und ihr Ex-Mann Max (Manfred Krug, rechts) finden wieder zueinander.
Bild: MDR/Progress
Weil Krug mit seiner langen Liste an Filmen einfach viel Stoff zum erzählen hergibt, startet der Mitteldeutsche Rundfunk schon am Donnerstag, 2. Februar, mit seiner einwöchigen Geburtstagsreihe. Egal, was über UKW und Satellit auf die Hörer und Fernsehzuschauer einströmt: "Krug pur" soll die Devise sein. Der MDR umschifft die gängigen, oft schon gezeigten Filme. "Spur der Steine" wurde nach der Deutschen Einheit wahrscheinlich öfter gezeigt und könnte mehr Menschen erreicht haben als zu DDR-Zeiten. Auch dieser Streifen war unter Verschluss. Alles bekannt, schon als DVD für 5 Euro im Handel gesehen und gekauft. Der MDR scheint das zu ahnen, lockt mit anderem Stoff. "Mir nach Canaillen!“ scheint einen ganz anderen Reiz zu haben - der frühe Krug. Noch unbedarft und unbekümmert hier der Schauspieler, der gerne den Kumpeltyp mimte.
Der MDR arbeitet sich zu Krug aus dem Jahr 1964 langsam aber sicher zum Krug im Hier und Jetzt vor. Die Medienmacher aus der Kantstraße lassen Krug fechten, reiten, lesen, ermitteln, lieben und reden. Schießen darf er auch, wie im Abenteuerstreifen "Kit & Co.". Einer der wenigen Westernstreifen aus der DDR-DEFA-Produktion. Selbst der 1977 gedrehte Frank-Beyer-Film "Das Versteck“ wird gezeigt, der in der DDR nicht in die Kinos durfte. Da geht's um Liebe. Politisch war damals nur, dass Krug Berufsverbot hatte und in die BRD übersiedelte.
Fehlt da noch etwas? Nicht in Leipzig, sondern in Berlin stellte Jubilar Manfred Krug am 2. Februar seinen Bild- und Textband "MK Bilderbuch. Ein Sammelsurium" vor. Das berichtete "net tribune" unter Berufung der DAPD am heutigen Vormittag. 1.000 Fotos und "Textminiaturen" aus dem künstlerischen Leben Krugs als Schauspieler, Sänger und Autor wurden in dem Band verewigt. Da ist alles noch mal in Glanzpapier verpackt, was der Mitteldeutsche Rundfunk zwei Wochen lang ausführlich erzählen will. 75 Jahre sind eben kein Pappenstiel. Ob "Manne Krug" heute immer noch ruft: "Mir nach, Canaillen!"? Beim MDR findet's man heraus.
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