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Der Kampf ums nackte Überleben: Survival-Trips feiern auf der Leinwand Hochkonjunktur

Patrick Limbach
Für John Ottway beginnt der Kampf ums nackte Überleben.
Für John Ottway beginnt der Kampf ums nackte Überleben.
© Universum
Finanzkrise, Fukushima, Unruhen in London und Athen, ein drohender Krieg gegen den Iran. Rückt die Welt dem Abgrund näher? Filmemacher setzten sich seit einigen Jahren verstärkt mit Untergangsszenarien auseinander. Das Spektrum reicht vom Blockbuster bis zur Genre-Perle.

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John Ottway (Liam Neeson) ist Jäger. Für ein Ölunternehmen beschützt er in Alaska Bohrarbeiter vor wilden Tieren. Als er und seine Kollegen auf dem Heimflug in der Wildnis abstürzen, beginnt für sie der Kampf ums nackte Überleben. Acht Männer überleben die Tragödie. Gemeinsam machen sie sich auf den Weg nach Süden. Ihre größten Feinde sind nicht etwa Hunger und Kälte. Ein unerbittliches Wolfsrudel hat bereits ihre Verfolgung aufgenommen. Joe Carnahan, der zuletzt die mittelmäßige "A-Team"-Adaption verantwortete, hat einen Survival-Trip der Extraklasse inszeniert. "The Grey" bedient sich eines simplen Szenarios, um urmenschliche Überlebenstriebe zu erforschen. Wie weit würden wir gehen, um unser Leben zu retten? Wie verhalten wir uns, wenn wir einer existentiellen Bedrohung ausgesetzt sind?

Die größten Feinde der Überlebenden sind nicht etwa Hunger und Kälte.
Die größten Feinde der Überlebenden sind nicht etwa Hunger und Kälte.
© Universum

Die Story ist zugegebenermaßen unrealistisch. Denn Wölfe machen normalerweise keine Jagd auf Menschen. Lässt man diesen Makel außen vor, bietet der Streifen Genre-Fans jede Menge bissige Unterhaltung – literweise Filmblut inklusive. Wer jetzt einen Slasher-Film erwartet, wird bitter enttäuscht. Denn Carnahans Fokus liegt auf dem philosophischen Gehalt des Überlebenskampfs. Liam Neeson füllt seine Figur obendrein mit jeder Menge kitschigem Pathos aus. Wäre der Plot nicht so vorhersehbar gestrickt, könnte "The Grey" mehr als nur ein technisch sauber inszenierter Survival-Thriller sein. Kann man mögen, muss man aber nicht.

Möglicherweise sehnen sich die Menschen derzeit vermehrt nach vorgespielten Schreckensszenarien. Steven Soderbergh vernichtete 2011 in "Contagion" mittels eines Virus einen Teil der Weltbevölkerung. Sein klaustrophobes Endzeit-Drama orientierte sich erschreckend nah an der Wirklichkeit. Der Was-wäre-wenn-Effekt löste beim Zuschauer beklemmende Gefühle aus. Anders das flache Höhlentaucher-Drama "Sanctum" (2011), das sich immerhin mit dem Namen James Camerons schmücken durfte. Der Existenzkampf einiger Forscher in einer durchfluteten Höhle bot schlichtweg zu wenig Anknüpfungspunkte für den Zuschauer. Von cineastischer Qualität ganz zu schweigen.

Das unerbittliche Wolfsrudel duldet keine Eindringlinge.
Das unerbittliche Wolfsrudel duldet keine Eindringlinge.
© Universum

Wirklichkeitsfern klingt auch die Handlung des französischen Endzeitstreifens "The Divide" (ab 11. Mai auf DVD). Nach einem Nuklear-Anschlag rettet sich eine kleine Gruppe in einen sicheren Atombunker. Was als Zufluchtsort und Schutz erscheint, entpuppt sich schnell als Schreckensszenario. Vor dem Hintergrund der Atom-Katastrophe in Japan scheint sich die Branche hier immerhin am Zeitgeschehen orientiert zu haben.

Eine interessantere, wenngleich absurde Aufbereitung des Themas zeigt der deutsche Psychothriller "Urban Explorer" (2011). Vier Backpacker lassen sich von Kris (Max Riemelt) nachts illegal durch den Berliner Untergrund führen. Der Ausflug in eine Welt aus Bunkern, Stollen und Kanalisationen wird zu einem Alptraum, als der Guide verunglückt und sie in die Fänge von Armin (Klaus Stiglmeier) geraten. Ein wahnsinniger Psychopath, der im Dunkeln auf junge Touristen lauert.

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"The Grey – Unter Wölfen" läuft ab dem 12. April im Kino, zu sehen im CineStar, Cineplex, Regina Palast und UCI Nova Eventis.

"Urban Explorer" ist seit dem 9. März auf BluRay & DVD erhältlich.

Die Seite zum Film:

www.thegrey-film.de



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