Springen Sie direkt: Zum Textanfang (Navigation überspringen) Zur Hauptnavigation Zur Suche


Springen Sie direkt: Zum Textanfang (Navigation überspringen) Zur Hauptnavigation Zur Suche



„Work Hard Play Hard“ legt schonungslose Arbeitswelt offen

Sebastian Beyer
So kühl wirkt nicht nur dieser Arbeitsplatz, sondern viele der im Film gezeigten.
So kühl wirkt nicht nur dieser Arbeitsplatz, sondern viele der im Film gezeigten.
© Hupefilm
Bald täglich veröffentlichen arbeitnehmernahe Organisationen Studien, die belegen, dass Arbeit auch krank machen kann. Doch viel eindringlicher als diese abstrakten Zahlen stellt „Work Hard Play Hard“ mit einem fast schon unglaublichen Blick hinter die Kulissen von Management-Entscheidungen Zusammenhänge dar, die das erwähnte Phänomen glaubhaft werden lassen.


Karen Losmann ist mit ihrem Dokumentarfilm wahrlich ein großer Wurf gelungen. Gerade wenn man weiß, wie schwierig es sein kann, Drehgenehmigungen zu bekommen, um einmal hinter den schönen Schein zu blicken, den die millionenschwer ausgestatteten PR- und Kommunikationsabteilungen so glauben machen wollen. Da werden firmenintern Weiterentwicklungsmaßnahmen angepriesen, der kritische Blick entlarvt aber auch diese als Instrumente zur besseren Ausschöpfung der Arbeitskraft.

Dazu dient auch folgendes Instrument: Personalchefs optimieren ihre Software zur Beurteilung von Mitarbeitern und statt des Gesprächs entscheidet der Blick in die Datenbank, ob einem Angestellten Karrierechancen eingeräumt werden, oder er langsam aufs Abstellgleis geschoben wird. Für die soziale Verantwortung des Arbeitgebers ist offenbar kein Platz mehr in der Welt des neoliberal entfesselten Wettbewerbs. Angedeutet hat das schon Charlie Chaplin im Klassiker „Moderne Zeiten“. Heutzutage wirkt die Entfremdung zwischen Management und einfachen Angestellten noch perfider. Dabei ist das noch eines der harmloseren Szenarien, die Karen Losmann einfängt. Es scheint, als sei sie mit ihrer Kamera für die Manager so sehr Teil des Umfelds geworden, das diese sich recht offen zeigen. Oder sind sie sogar für die sozialen Konsequenzen ihrer Handlungen schon so desensibilisiert, dass sie es nicht für nötig halten, dass zu verbergen, was mit einem intakten Moralkompass als asoziales Verhalten empfunden würde?

Die Präsentation als lustiges Spielbrett soll intern Sympathien für den Veränderungsprozess wecken.
Die Präsentation als lustiges Spielbrett soll intern Sympathien für den Veränderungsprozess wecken.
© Hupefilm

Es kann auf jeden Fall kaum hoch genug angerechnet werden, dass es Losmann gelingt, die Zensur der PR-Profis zu umgehen und Ross und Reiter klar zu nennen. Dass sie es dabei nicht nötig hat, in Michael Moore-Manier Menschen an den Pranger zu stellen, sondern ihre nüchterne Beobachtung die bessere Variante ist, zeigt sich am eindruckvollsten, als eine externe Beraterin gegenüber Managern der DHL äußert: „Wenn die Mitarbeiter die Veränderung nicht mittragen, dann muss man auch mal Leidensdruck induzieren.“

Siehe da, die von außen betrachtet üblen Handlungslogiken entlarven sich selbst. Hier könnte also die Antwort liegen, warum Burnout-Phänomene und andere psychische Erkrankungen auf dem Vormarsch sind. Die Empörung, die sich an dieser Stelle spürbar unter den Zuschauern beim Leipziger DOK-Festival breit machte, wird sicher auch andernorts herrschen. Hier an einen Einzelfall zu glauben, dass machen aktuelle Geschehnisse wie der mutmaßliche Missbrauch von Leiharbeitern in Leipzig schwer.

Wenn die Bedürfnisse der Arbeitnehmer einfließen, sieht das Ergebnis etwas freundlicher aus.
Wenn die Bedürfnisse der Arbeitnehmer einfließen, sieht das Ergebnis etwas freundlicher aus.
© Hupefilm

Weil der Film nicht nur inhaltlich auf höchst spannende Weise Themen aufgreift, die jeden betreffen können, sondern auch stimmig gedreht und geschnitten ist, verwundert es nicht, dass sich gleich drei unabhängige Jurys des DOK-Festivals einig waren, dieser Film verdient einen Preis. „Ich bin einfach nur perplex“, waren Losmanns Worte, als sie die dritte Auszeichnung in Empfang nahm.

Vielleicht sollte der Film auch einmal Bestandteil von Führungskräfteschulungen werden, ganz so, wie auch jedes Kommunikationstraining es den Teilnehmern nicht erspart, sich ihre Fehler noch einmal auf Video anzuschauen, um daraus zu lernen.

Den Film zeigt die Cinematheque in der naTo bis Montag. Als Koproduzent strahlt ARTE den Film zu noch nicht bekanntem Termin im Herbst aus.

Die Seite zum Film:
http://www.hupefilm.de/dokumentarfilm/workhard_playhard.php


Funktionen

del.icio.us Mister Wong Technorati Blogmarks Yahoo! My Web Google Bookmarks



Weitere aktuelle Nachrichten der L-IZ.

Nach Verfahrenseinstellung in Dresden: Das Misstrauen bleibt

Nach dem rechtswidrigen Ausspähen von über 50.000 Menschen in Dresden und jahrelangen Ermittlungen wegen Verdachts der Bildung einer krminellen Vereinigung nun der Rückzug der Behörden á la Clausewitz. (AntiFa-Demo in Leipzig am 12. April 2011)
Trotz intensivster Ermittlungen hat die Behörde nach vier langen Jahren letzten Endes erkennen müssen, dass eine Antifa-Sportgruppe, welche organisiert Jagd auf politische Gegner macht, in Sachsen nicht existiert. Wer die Ermittler auf das falsche Ross setzte, ist unbekannt. Das Verfahren wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung wurde nun gegen alle der zwischenzeitlich 25 Beschuldigten, unter ihnen zwei Leipziger, eingestellt. Doch so ganz möchten die Dresdner Staatsanwälte dann doch nicht als Verlierer dastehen. mehr…

Asylsuchende in Leipzig: Der Platz wird knapp – Leipzig sucht Immobilien

Unterbringung Riebeckstraße
Ungewöhnliche Zeiten erfordern ungewöhnliche Maßnahmen. Mit den noch in diesem Jahr aus der Erstaufnahmeeinrichtung Chemnitz nach Leipzig zugewiesenen 1.608 Flüchtlingen bis Jahresende 2014 wird es eng bei den Unterbringungsmöglichkeiten. So eng, dass mittlerweile die Stadt Leipzig offen nach weiteren Kapazitäten für die Unterbringung von Flüchtlingen sucht. Selbst die Notunterkunft, welche bereits an der Zschortauer Straße für 200 Personen geplant ist, wird nicht genügen. mehr…

Audio - Stadtrat 17.09.2014: Die vollständige Debatte um die Autofreiheit im Clara- und Johannapark

Aus dem Leipziger Stadtrat.
Es erhitzt seit Tagen die Gemüter, was bezüglich des Antrages der Grünen am 17. September 2014 im Stadtrat geschah. Es ging um eine verbindliche Regelung der Autofreiheit im Clarapark, Johannapark und an der Nonne. Nach einer regen Debatte, in welcher sich auch Baudezernentin Dorothee Dubrau zu Wort meldete, wurde der Antrag der Grünen abgelehnt. Welche Argumente die einzelnen Parteien und die Verwaltung dabei hatten, kann man hier noch einmal nachhören. mehr…

Polizeibericht: 17-Jähriger überfallen, Auto und Fahrräder demoliert, Reifen gestohlen

In Grünau wurde heute Nacht ein 17-Jähriger überfallen +++ In der Schletterstraße wurde ein Polo mit einem Verkehrszeichen demoliert +++ Einem Unbekannten missfielen wohl fünf abgestellte Fahrräder in der Richterstraße +++ Einem VW Transporter wurden alle vier Räder abmontiert. mehr…

Nach Verfahrenseinstellung in Dresden: Grüne verlangen Datenlöschung - Linke die Abschaffung des § 129 Stgb

Grünen-Abgeordnete Eva Jähnigen.
Ein Phantom, lauter heiße Luft oder ein Konstrukt, um in der linken Szene mit völlig neuen Methoden den Repressionsdruck zu erhöhen? Das sind die Fragen, die sich auch die sächsischen Oppositionsparteien stellen, nachdem der "Spiegel" am Montag, 22. September, die Einstellung des Verfahrens wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung, der sogenannten "Antifa-Sportgruppe" vermeldete. mehr…

Vorplatz der S-Bahn-Station "Bayrischer Bahnhof": Mehr Grün als geplant wird's nicht geben

Pflasterarbeiten im Vorfeld des Bayrischen Bahnhofs.
Wer fragt, kriegt Antwort. Vielleicht fragen Leipzigs Stadtratsfraktionen noch viel zu wenig. Und sitzen deshalb bei vielen Vorlagen der Stadtverwaltung da wie die Plüschkaninchen, kennen die Zahlen, Fakten und Hintergründe nicht. Unter anderem auch, weil die Verantwortlichkeiten im Föderalismus zuweilen undurchschaubar sind. Wer bastelt denn da eigentlich so lange am Vorplatz des Bayrischen Bahnhofs? Das wollte diesmal die Linksfraktion wissen. mehr…

Die Jagd nach dem Phantom: "Spiegel" erklärt Dresdner Ermittlungen zur "Antifa-Sportgruppe" für beendet

Die Meldung von "Spiegel Online".
Nur ja keine Blöße geben. Nur ja nicht öffentlich erklären: "Ja, wir haben uns geirrt. Es gab nie eine so genannte 'Sportgruppe' der Antifa in Sachsen, die Neonazis jagen wollte." Weder der Justizminister noch der Innenminister noch die zuständige Dresdener Staatsanwaltschaft haben das fertiggebracht. Ein schönes Futter für den "Spiegel", der jetzt quasi stellvertretend die Einstellung dieses ganz besonders sächsischen Verfahrens bekannt gab. mehr…

Marode Fahrbahn: Brücke der B2 über die Koburger Straße muss ab 2015 saniert werden

Die sanierungsreife Brücke über die Koburger Straße.
Es geht den Brücken in Leipzig wie den Brücken in der Verfügungsgewalt des Bundesverkehrsministers: Die meisten sind desolat, eine Sanierung der oft seit Jahrzehnten vernachlässigten Bauwerke ist überfällig. Man manchen ist der Zustand so langsam akut - wie bei der Brücke im Zuge der B2 über die Koburger Straße. Der FDP-Fraktion war aufgefallen, dass hier in letzter Zeit immer wieder Schäden geflickt wurden. Aktuell gilt nur noch Tempo 30. Also gab's eine Anfrage an die Stadt. mehr…

Leipzigs Stadtrat stimmt gegen autofreien Clara-Park: ADFC kritisiert das lähmende Scheuklappendenken

Radfahrer und geparkte Autos im Clara-Zetkin-Park.
Da hatte am 17. September zur ersten Ratsversammlung nach der Sommerpause auch SPD-Stadtrat Mathias Weber die Nase voll und stimmte beim Antrag "Autofreier Clarapark" gegen seine Fraktion - und für den Grünen-Antrag, die Straßen im Gebiet von Clara-Zetkin- und Johannapark zu entwidmen. Am Ende stimmte trotzdem eine knappe Stadtratsmehrheit gegen den Grünen-Antrag. Das alte Leipzig zeigte dem jungen Leipzig in aller Seelenruhe den Stinkefinger. mehr…

Tarifvertrag, Lohnerhöhung, Urlaubs- und Weihnachtsgeld: Bei Amazon wird wieder gestreikt

Amazon-Niederlassung Leipzig.
Am Montag, 22. September, ab 00:00 Uhr rief die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) die Beschäftigten beim Versandhandel Amazon in Leipzig wieder zu einem zweitägigen Streik auf. Zeitgleich werden die Amazon Beschäftigten an den Standorten in Bad Hersfeld, Graben bei Augsburg und Rheinberg zum Streik aufgerufen. mehr…

Debatte ums Freihandelsabkommen: Hat Sigmar Gabriel die Macht, TTIP mit neuen Regeln zu verhandeln?

SPD-Vorsitzender und Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel.
Den Weg in die Medien fand der Parteikonvent der SPD, der am Samstag, 20. September, in Berlin stattfand, vor allem durch einen kleinen Wutanfall. "TTIP-Zoff in der SPD: Gabriel haut auf die Pauke", titelte zum Beispiel "Spiegel Online", ganz so, als würde die SPD derzeit ausgerechnet durch das viel diskutierte Freihandelsabkommen mit den USA zerrissen. Und die ersten Absätze des Beitrags klingen auch genau so. Nur das Ergebnis verblüfft ganz am Ende: Die 200 Delegierten des Konvents haben Gabriels Kurs fast komplett zugestimmt. mehr…

Nächstes Kartoffelkonzert am 25. September: Von der Macht zur Muße

Thomas Hanke & Plaintive Cry.
Adam und Eva sollten sich ja auf himmlische Order hin die Erde Untertan machen. Entweder, und das stimmt gewiss, sie sind nicht so ganz fertig geworden, oder wir halten die Anweisung unverändert für richtig. Wahrscheinlich liegen die Dinge aber doch noch etwas anders. Was wäre, wenn wir unser Verhältnis zur Natur nie ehrlich hinterfragt haben und so gar nicht bemerken, wie wir uns als Herrscher und Besitzer aufführen? mehr…

Am 24. September: Gewässerstammtisch zu „Steganlagen an Leipziger Gewässern“

Der nächste Gewässerstammtisch des Wasser-Stadt-Leipzig e.V. zum Thema "Steganlagen an Leipziger Gewässern" findet Mittwoch, 24. September, ab 19 Uhr im Vereinshaus des Vereins Wasser-Stadt-Leipzig e. V. (Industriestraße 72). statt. Zu Gast ist als Referentin Angela Zábojník, Abteilungsleiterin im Amt für Stadtgrün und Gewässer, Abt. Wasserwirtschaft/Flächenmanagement. mehr…

Vortrag am 26. September: „Koka – Fluch oder Segen?“

Im Familiencafé Yellow des Haus Steinstraße e. V. hält Dr. Bettina Schorr aus Berlin, Expertin auf diesem Gebiet, den Vortrag über die traditionelle Nutzung des Kokablatts als Bestandteil der indigenen Kultur: 1. Lieferant von Kokain 2. Heilpflanze und Genussmittel. Dieser Vortrag findet im Rahmen der Interkulturellen Wochen statt. Organisiert wird diese Veranstaltung von Ayni – Verein für Ressourcengerechtigkeit e. V. in Leipzig. mehr…

Das große Rettungs-Blätterwerk für Eltern und ihre (pubertierenden) Kinder: Klär mich auf!

Katharina von der Gathen, Anke Kuhl: Klär mich auf.
Die Pubertät ist ein schreckliches Zeitalter. Ein schrecklich kompliziertes. Für die Betroffenen genauso wie für ihre Mitmenschen, die das alles aushalten müssen, und oft auch noch ganz schön lange. Bei Manchen geht das schon mit acht, neun Jahren los, dass die Hormone verrückt spielen und der Körper sich verändert und alles, wirklich alles, schrecklich kompliziert wird. Ein Hilfsangebot in 101 Fragen, Bildern, Antworten. mehr…

Springen Sie direkt: Zum Textanfang (Navigation überspringen) Zur Hauptnavigation Zur Suche


Die L-IZ-Suche.
Tagesansicht: heute | gestern | vorgestern
Tagesansicht: heute | gestern | vorgestern
Anzeigen.
Veranstaltungshinweise der IHK Leipzig

Veranstaltungshinweise:

Weitere Veranstaltungen unter:
www.leipzig.ihk.de
Zur Website der IHK Leipzig
Zur Website der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) GmbH

VERKEHRSMELDUNGEN:

NACHRICHTEN:

SCHNELLER SERVICE:

Weltnest
Tüpfelhausen
Hafenbar
Zuletzt auf L-IZ.de veröffentlicht.
Alle Artikel von heute in der Tagesansicht.
Anzeigen.
Website Schwarzes Leipzig
Gewinnspiele & Aktionen.
Bücher:
Leipziger Leselust ... seit 2004 bespricht die L-IZ regelmäßig die neuesten Bücher aus Leipzig.
Unser Senf
Anzeigen.
Größter Indoor-Spielplatz in Mitteldeutschland
Link-Tipps.
Forum Café LE
Bildblog




Anzeige / Weitere Infos zur Anmeldung und zum L-IZ-Leserrabatt