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Zwei Deppen und ein Depp: Hollywood adaptiert TV-Klassiker "21 Jump Street" und "Dark Shadows"

Martin Schöler
Aus Rache verwandelte Hexe Angélique Barnabas in einen Vampir und ließ ihn lebendig begraben.
Aus Rache verwandelte Hexe Angélique Barnabas in einen Vampir und ließ ihn lebendig begraben.
© Warner
Was macht Hollywood, wenn die Produzenten vor Ideenlosigkeit nur so strotzen? Die Traumfabrik bedient sich kurzerhand beim Fernsehen. Diese Woche starten gleich zwei Filme, die auf TV-Serien basieren. "21 Jump Street" bedeutete für einen gewissen Johnny Depp Ende der 80er das Sprungbrett für eine Weltkarriere. Ab Donnerstag ist er in Tim Burton's Adaption von "Dark Shadows" zu sehen. Die gleichnamige Trashhorror-Serie aus den 60ern erlangte bei Genre-Fans vor allem wegen ihrer zahllosen Pannen Kultstatus.


Die 21 Jump Street muss derweil ohne ihn auskommen. Die Spezialeinheit wurde mit frischen Gesichtern wieder zum Leben erweckt. Die frisch gebackenen Cops Jenko (Channing Tatum), zu Schulzeiten von Frauen umgarnt, und Schmidt (Jonah Hill), seinerzeit totaler Looser, haben sich mit Ach und Krach durch die Polizeiakademie gekämpft. Wegen ihres jugendlichen Aussehens sollen sie an einer Highschool undercover einen Drogenring ausheben – und stolpern von einem Fettnäpfchen ins Nächste.

Nachdem zuletzt "A-Team" an der Kinokasse floppte, durfte man durchaus skeptisch sein, als sich das Regie-Duo Phil Lord & Chris Miller mit 42 Millionen Dollar im Gepäck an die Adaption des TV-Klassikers machten. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Der lässige Mix aus unterhaltsamen Gags, flotten Sprüchen, einer Portion Slapstick und heißer Action erinnert an die "Police Academy"-Reihe.

Die Cops Schmidt und Jenko stolpern in 21 Jump Street von einem Fettnäpfchen ins Nächste.
Die Cops Schmidt und Jenko stolpern in 21 Jump Street von einem Fettnäpfchen ins Nächste.
© Sony Pictures

Zwei Bullen, die zu doof sind, um einen Dealer festzunehmen, bekommen es mit einem ganzen Drogenring zu tun. Ein Einsatz, der natürlich nur in die Hose gehen kann, zumal das ungleiche Paar Berufliches und Privates nicht trennen kann. Plötzlich findet sich Schmidt in der Rolle wieder, die er sich immer erträumt hatte, während Jenko zum Außenseiter wird. Jonah Hill, für "Moneyball" für den Oscar nominiert, spielt gewohnt solide. Channing Tatum verkörpert dagegen den Macho-Stereotyp, den er immer verkörpert. Langweilig, aber was soll's? Die schrägen Gags entschädigen sein mangelndes Talent.

Bizarr geht es auch im Fischerdorf Collinwood zu. Barnabas Collins (Johnny Depp), Sohn einer wohlhabenden Fischerdynastie, machte Ende des 18. Jahrhunderts den Fehler, sich mit der Hexe Angelique Bouchard (Eva Green) anzulegen. Aus Rache verwandelte sie ihn in einen Vampir und ließ ihn lebendig begraben. Als er zufällig 1972 aus seinem Sarg befreit wird, findet er sich in einer fremden Welt wieder.

Gemeinsam mit Matriarchin Elizabeth macht sich der Barnabas daran, die Familienehre wieder herzustellen.
Gemeinsam mit Matriarchin Elizabeth macht sich der Barnabas daran, die Familienehre wieder herzustellen.
© Warner

Der Familiensitz Collinwood Manor ist mittlerweile verlottert. Dessen Bewohner haben alle ihre eigenen dunklen Geheimnisse, und vom einstigen Glanz des Familienunternehmens ist nichts mehr übrig geblieben. Gemeinsam mit Matriarchin Elizabeth (Michelle Pfeiffer) macht sich der Barnabas daran, die Familienehre wieder herzustellen. Pech nur, dass die ebenfalls unsterbliche Angelique ihm die Suppe gehörig versalzen will.

Tim Burton bringt mit "Dark Shadows" wohl eine der schrillsten Trash-Serien seit Erfindung des Fernsehens auf die Leinwand. Düstere Bilder, ein altes Gemäuer und jede Menge skurriler Gestalten sind die Zutaten für ein cineastisches Gebräu mit Schenkelklopfer-Garantie. Spätestens wenn Barnabas nach einer Viertelstunde im Logo einer bekannten Fastfoodkette ein Zeichen des Sartans erkennt, sind die Lachmuskeln gefragt. Johnny Depp spielt den Protagonisten als schlitzohrigen Charmeur im Grufti-Look. Dabei werden sofort Erinnerungen wach an seine Darstellung von "Sweeny Todd" und Pirat Jack Sparrow.

Man kann Depp für die Darbietungen solcher Typen mögen, ihn sogar zum Sex-Symbol stilisieren. Aber Schauspielerisch hat er sicher mehr drauf. Wäre schön, wenn der Amerikaner demnächst wieder eine Rolle spielen würde, die ihn fordert und uns überrascht. In Burtons unterhaltsamer Inszenierung findet sich der Weltstar gut zurecht. Das Duo arbeitet seit Jahren regelmäßig zusammen. Freilich zählt der Streifen ob fehlender Tiefe nicht zu Burtons besten. Amüsantes Popcorn-Kino bietet er aber allemal. Wie Depps Duell mit der ebenfalls überzeugenden Eva Green endet, ist ab Donnerstag im Kino zu sehen.

21 Jump Street, USA 2012, R: Phil Lord, Chris Miller, D: Jonah Hill, Channing Tatum, Brie Larson, 109 Min, FSK 12.

Die Seite zum Film:
www.21-jump-street.de

Dark Shadows, USA 2012, R: Tim Burton, D: Johnny Depp, Michelle Pfeiffer, Helena Bonham Carter, 113 Min, FSK 12.

Die Seite zum Film:
wwws.warnerbros.de/darkshadows/index.html

Filmstart ist jeweils der 10. Mai, zu sehen im CineStar, Cineplex, Regina Palast und UCI Nova Eventis.


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