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Rauschebart, Schärpe und Sonnenbrille: Sacha Baron Cohen nimmt Diktatoren auf die Schippe

Martin Schöler
Der britische Komiker Sacha Baron Cohen nimmt in seiner neuen Komödie die Diktatoren dieser Welt auf die Schippe.
Der britische Komiker Sacha Baron Cohen nimmt in seiner neuen Komödie die Diktatoren dieser Welt auf die Schippe.
© Paramount Pictures
Leider gibt es sie immer noch. Selbstgefällige Alleinherrscher, die sich um jeden Preis an der Macht halten. Meist auf Kosten ihrer Untertanen. Der britische Komiker Sacha Baron Cohen nimmt in seiner neuen Komödie die Diktatoren dieser Welt auf die Schippe. Seine Kunstfigur General Aladeen ist ein optischer Mix aus Castro, Bin Laden, Jong-il, Gaddafi und anderen Gewaltherrschern der jüngeren Geschichte.


Machtbesessen möchte er die drohende Demokratisierung seines Volks um jeden Preis verhindern. Um sein nukleares Atomprogramm zu rechtfertigen, reist er nach New York, um vor den Vereinten Nationen eine Erklärung abzugeben. Seine politischen Widersacher kidnappen den Despoten noch vor seinem großen Auftritt und ersetzen ihn durch ein Double. Zu seiner Überraschung nimmt ihn die Besitzerin eines Öko-Geschäfts (Anna Faris) bei sich auf. In seiner Ehre verletzt, möchte sich Aladeen nicht mit seinem neuen Leben in New York abfinden. Er heckt einen perfiden Plan aus, um an die Macht zurückzukehren.

Sacha Baron Cohen ("Borat") läuft in "Der Diktator" wieder zu Höchstform auf. Mit schräger Verkleidung, frechen Kalauern, einer Prise Action und einer gehörigen Portion Spielwitz parodiert er politische Koryphäen der jüngeren Zeitgeschichte. Den Größenwahn Husseins, den Antisemitismus Ahmadinedschads und die Verachtung Bin Ladens vor der westlichen Zivilisation vereint er in der Figur Aladeen.

Seine Kunstfigur General Aladeen ist ein optischer Mix aus Castro, Bin Laden, Jong-il, Gaddafi und anderen Gewaltherrschern der jüngeren Geschichte.
Seine Kunstfigur General Aladeen ist ein optischer Mix aus Castro, Bin Laden, Jong-il, Gaddafi und anderen Gewaltherrschern der jüngeren Geschichte.
© Paramount Pictures

Ganz nebenbei wirft der Film augenzwinkernd einen Blick auf den Filz und die Intrigen hinter den Kulissen von Dritte-Welt-Staaten. Zumindest stellenweise legt sie so den Zeigefinger in die klaffenden Wunden politischer Systeme, die herrschende Despoten überhaupt erst ermöglichen. Radikale Gesellschaftskritik bleibt, anders als zuletzt in der Persiflage "Iron Sky", leider außen vor. Der Name Baron Cohen wird auch weiterhin nur für solide, leichte Unterhaltung stehen. Sehr zur Freude von Mulitplex-Häusern, denen es zuletzt an niveauvollen Zugpferden mangelte.

USA 2012, R: Larry Charles, D: Sacha Baron Cohen, Megan Fox, Anna Faris, 84 Min, FSK 12.

Filmstart ist der 17. Mai, zu sehen im CineStar, Cineplex, Passage Kinos (im Original/OmU), Regina Palast und UCI Nova Eventis.

Die Seite zum Film:
www.derdiktator-film.de



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