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Alles auf Anfang: „The Amazing Spider-Man“

Sebastian Beyer
Peter Parker ist in der Schule eher Mobbing-Opfer als Superheld.
Peter Parker ist in der Schule eher Mobbing-Opfer als Superheld.
© Sony Pictures
„The Amazing Spider-Man“ hat nicht direkt etwas mit den schon gefilmten Teilen zu tun. Vielmehr wird die Geschichte um den krabbelnden und schwingenden Helden von Beginn an neu erzählt. Dabei findet Regisseur Marc Webb einen etwas besseren Zugang zum Comicstoff und schafft eine finsterere Stimmung.


Die ergibt sich vor allem aus vielen Abend-und Nachtszenen, ab dem Zeitpunkt, zu dem Peter Parker von einer Spinne gebissen wird. Dass es dazu kommt, ist nicht wie im alten Film ein purer Zufall, nein es gibt ein starkes Motiv als Vorgeschichte. Peter möchte die Forschungsarbeit seines Vaters verstehen und ist bei der OSCORP auf der Suche nach Hinweisen.

Und nicht nur diese Schlüsselszene ist gut angelegt, es lohnt sich durchaus, dass der Film die satte Überlänge von 136 Minuten hat. Charaktere werden viel schlüssiger entwickelt, Szenen wirken ausgereifter, weil die Emotionen nicht aus dem Nichts zu kommen scheinen, sondern von zarter Andeutung bis zum ausgewachsenen Gefühl reifen dürfen. Überraschend stark für einen 3D-Actionfilm, litt doch gerade dieses Genre zu oft unter billiger Effekthascherei.

Die Spinnenfähigkeiten müssen noch unter Kontrolle gebracht werden.
Die Spinnenfähigkeiten müssen noch unter Kontrolle gebracht werden.
© Sony Pictures

Was nicht heißen soll, dass die Effekte etwa zu kurz kämen, auch hier macht sich die Dauer positiv bemerkbar. Actionsequenzen bauen sich crescendoartig auf, um nicht zu plötzlich abzuklingen. Marc Webb beweist ein gutes Gefühl für Timing und auch die Idee Peters Spinnenfähigkeiten zwar sofort nach dem Biss schon voll ausprägen zu lassen, dem Teenager-Außenseiter aber noch keine Kontrolle über die unbändige Kraft überlässt. Hier entspinnen sich sogar einige gelungene Lacher, die sich wie ein Seidenfaden durch den Film ziehen, wobei es gut passt, das die Kontrolle der Superkräfte immer dann nicht gelingt, wenn die Hauptfigur in ihrem Leben als Normalsterblicher abgelenkt ist.

Auch der Größenwahn, den Peter zunächst überkommt, rundet die Figur Spider-Man zusammen mit dem Wunsch nach Rache für den Tod seines Onkels gut ab. Andrew Garfield spielt all diese Züge überzeugend, wie auch der Rest des Ensembles seine Figuren im Griff hat. Lediglich über den Schurken kann man vielleicht streiten. In einigen Szenen wirkt die Mischung aus Hulk und Mini-Godzilla etwas unpassend, aber das hält sich in verträglichen Grenzen.

Immer Ärger mit dieser Echse ...
Immer Ärger mit dieser Echse ...
© Sony Pictures

„The Amazing Spider-Man“ ist wirklich gutes Unterhaltungskino, das bei aller Freude an 3D-Effekten handwerkliche Grundlagen beachtet: Vernünftiges Schauspiel, stimmige Dramaturgie und Szenenaufbau. So stellt die Neuauflage der Saga um den Spinnenmann die Vorgänger in den Schatten. Die Fortsetzung kann kommen.

USA 2012, R: Marc Webb, D: Andrew Garfield, Emma Stone, Rhys Ifans, Martin Sheen, Spieldauer: 136 Minuten, FSK: ab 12 Jahren.

Filmstart ist der 28. Juni, zu sehen im CineStar, Cineplex, CT Taucha, Regina Palast und im UCI Nova Eventis.

Die offizielle Seite zum Film:
www.the-amazing-spider-man.de/site


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