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Anspruchslose Unterhaltung: Remake des Schwarzenegger-Klassikers "Total Recall" im Kino

Martin Schöler
Der Gedächtnistrip in die Welt eines Superspions geht gewaltig nach hinten los.
Der Gedächtnistrip in die Welt eines Superspions geht gewaltig nach hinten los.
© Sony Pictures
Mittelmäßige Schauspieler, Computerspielästhetik, kein Arni. Das Remake des SciFi-Klassikers "Total Recall" entpuppt sich als schnöder Action-Thriller ohne Sinn und Verstand. Irgendwann in der Zukunft: Fließbandarbeiter Douglas Quaid (Colin Farrell) lässt sich von der Idee verführen, Träume zu realen Erinnerungen werden zu lassen.


Sein Gedächtnistrip in die Welt eines Superspions geht gewaltig nach hinten los. Während der Prozedur wird Quaid zum Gejagten. Seine hübsche Frau (Kate Beckinsale) und jede Menge Cybercops trachten ihm plötzlich nach dem Leben. Auf der Flucht vor der Polizei, die vom totalitären Kanzler Cohaagen (Bryan Cranston) kontrolliert wird, schließt er sich mit einer Untergrundkämpferin (Jessica Biel) zusammen, um den Kopf der Widerstandsbewegung aufzuspüren. Je näher Quaid seiner wahren Identität kommt, desto mehr verschwimmen die Grenzen zwischen Phantasie und Realität.


"Total Recall" aus dem Jahr 1990 gilt mit Fug und Recht als Meilenstein des Genres. Dass Arnold Schwarzenegger im Remake nicht mehr auftritt, ist noch das kleinste Übel. Regisseur Len Wiseman entfernt sich weit von der Vorlage. Das macht den Film auch für Kenner des Originals zu einer neuen Seh-Erfahrung. Die stellt Augen und Gehirn auf die Probe. Denn Wiseman baut auf viel zu schnelle Kamerafahrten in einer digitalisierten Cyberwelt. Streckenweise glaubt der Zuschauer, in einem Computerspiel gelandet zu sein. Statt futuristischer Bauten dominierten beim Dreh Blue Screens das Bild. Vorsicht: Kopfschmerzgefahr.

Verhilft Quid zu seiner wahren Identität: Rebellin Melina.
Verhilft Quid zu seiner wahren Identität: Rebellin Melina.
© Sony Pictures

Schon wegen der inhaltlichen Abwandlungen verbietet sich der Vergleich mit dem Klassiker. Das actiongeladene Katz-und-Maus-Spiel des Protagonisten mit dem Polizeiapparat kennt der Zuschauer bereits. Denn Wiseman verpackt lediglich "Die Bourne Identität" in einem postapokalyptischen Einwickelpapier. Frische Ideen? Fehlanzeige. Die mittelmäßige Besetzung erledigt einen ordentlichen Job. Viel Raum für schauspielerische Eleganz bleibt Farrell und Co. ohnehin nicht. Unterm Strich bewegt sich der Streifen im Rahmen des Erwarteten: Seichte Unterhaltung für anspruchslose SciFi-Fans. Mehr weiß Wiseman nicht anzubieten.

USA 2012, R: Len Wiseman, D: Colin Farrell, Kate Beckinsale, Jessica Biel, 118 Min, FSK 12.

Filmstart ist der 23. August, zu sehen im CineStar, Cineplex, Regina Palast und UCI Nova Eventis.

Die Seite zum Film:

www.total-recall-film.de


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