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Monumentales Epos: "Cloud Atlas" kommt in die Kinos

Martin Schöler
Die zeitlich zuerst angesiedelte Geschichte spielt um 1850 auf einem Schiff mit Kurs auf Kalifornien.
Die zeitlich zuerst angesiedelte Geschichte spielt um 1850 auf einem Schiff mit Kurs auf Kalifornien.
Foto: Cloud Atlas Production
120 Millionen Euro Produktionskosten. Weltstars wie Tom Hanks, Halle Berry, Hugh Grant, Susan Sarandon, Jim Broadbent und Hugo Weaving. Eine Romanvorlage, die für viele als unverfilmbar galt. Was nach großem Hollywood-Kino klingt, stammt aus heimischen Gefilden. Tom Tykwer hat gemeinsam mit den "Matrix"-Erfindern Lana und Andy Wachowski den gleichnamigen Bestseller David Mitchells als monumentales Epos verfilmt.


Sechs Stories aus sechs verschiedenen Epochen der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft überlagern sich zu einem atemberaubenden Bilderreigen. "Cloud Atlas" sprengt Besetzungs- und Genre-Grenzen. Abenteuer, Action, Komödie, Thriller, Science Fiction. Das Regie-Trio bedient sich munter im Gemischtwarenladen des amerikanischen Kinos.



1973 ist die aufstrebende Journalistin Luisa Rey einer Atom-Intrige auf der Spur.
1973 ist die aufstrebende Journalistin Luisa Rey einer Atom-Intrige auf der Spur.
Foto: Cloud Atlas Production

Im Jahr 1849 lernt ein amerikanischer Advokat auf hoher See die Schrecken des Sklavenhandels kennen. 1936 träumt ein junger Komponist, mit Hilfe eines alternden Genies Rum zu erlangen. 1973 ist eine aufstrebende Journalistin einer Atom-Intrige auf der Spur. 2012 erkennt ein Verleger in einem Altersheim, was Freiheit bedeutet. 2144 bricht eine geklonte Kellnerin aus einem Gefängnis aus, und verändert mit ihren Aufzeichnungen die Zukunft. Können ihre Werte in der post-apokalyptischen Welt des Jahres 2346 noch Gültigkeit besitzen und die Menschen zu einem Neubeginn und dem Streben nach dem Traum einer friedlicheren Zukunft ermutigen?

Die Hauptdarsteller, teils bis zur Unkenntlichkeit geschminkt, spielen bis zu sechs Figuren. Eine Herausforderung, auch für Branchengrößen wie Tom Hanks und Halle Berry. Beide liefern ein Bewerbungsschreiben für die nächste Oscar-Verleihung ab. Auch Jim Broadbent darf sich nach 2001 erneut Hoffnungen auf eines der begehrten Gold-Männchen machen. Chancen dürften sich ferner die Make-Up-Abteilung und die Regisseure machen. Tykwer, Lana und Andy Wachowski schrieben gemeinsam das Drehbuch, das sie anschließend arbeitsteilig inszenierten. An zwei räumlich voneinander getrennten Sets entstand ein Film, der getrost zu den Highlights des Jahrgangs 2012 gezählt werden darf.

In einer ferneren Zukunft ...
In einer ferneren Zukunft ...
Foto: Cloud Atlas Production

Die sechs Handlungsstränge der Vorlage erzählen die Macher scheibchenweise. Ist ein Spannungsbogen erreicht, erfolgt der Cut. Weiter geht's in der nächsten Epoche. Rund drei Stunden funktioniert das ganz passabel, wenngleich mit einigen Anlaufschwierigkeiten in der ersten Dreiviertelstunde. Mit einer gehörigen Portion amerikanischem Pathos und einer Prise europäischem Kitsch gehen die Regisseure der Frage nach, ob unser Leben tatsächlich in geradlinigen Bahnen verläuft oder ob wir möglicherweise nach dem Tod die Chance für einen neuen Anfang erhalten. Starke Bilder, ein intelligentes Drehbuch und ein exzellentes Ensemble machen "Cloud Atlas" zu einem der Filme des Jahres.

USA/Deutschland 2011; Regie: Lana Wachowski, Andy Wachowski, Tom Tykwer; Darsteller: Tom Hanks, Halle Berry, Jim Broadbent, Hugo Weaving, Jim Sturgess, Doona Bae, Ben Whishaw, James D'Arcy, Zhou Xun; 164 Min, FSK 12.

Filmstart ist der 15. November, zu sehen im Cineplex, CineStar, Passage Kinos, Regina Palast, Schauburg und UCI Nova Eventis.

Die Seite zum Film:

www.cloudatlas-derfilm.de


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