Am 11. Januar im Grassi-Kino: Ein ganz spezieller Leipziger „Rheingold-Kino-Abend“
Redaktion
08.01.2013
Rheingold-Inszenierung im Westwerk.
Foto: Verena Landau
Am Freitag, 11. Januar, gibt es um 19 Uhr ins Grassi-Kino (Täubchenweg 2d) einen „Rheingold-Kino-Abend“. Gezeigt werden der Mitschnitt der Rheingold-Inszenierung der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn-Bartholdy“ (HMT Leipzig) vom Juni 2012 im Westwerk Leipzig sowie vier Making-Off Filme von Studenten der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK), die die Entstehung dieses „Mammut-Werkes“ begleitet haben.
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Die Produktion „Das Rheingold“ entstand im Rahmen eines Hochschulprojektes des Instituts für Musikpädagogik und sprach, um ein Drittel gekürzt, vor allem Jugendliche an.
Die musikalische Bearbeitung der Oper bot einen Einstieg in Wagners Musikdrama und in die politische Dimension ihres Inhalts. Wie kommt es, dass Gier unser Handeln bestimmt? Die Geschichte des Rheingolds in der Inszenierung der Regisseurin Anja-Christin Winkler spielt in der Gegenwart, Wotan ist kein abgehobener Gott, sondern ein junger, idealistischer und privilegierter Mensch, der sich in seinen eigenen Plänen verstrickt.
Im Spielort Westwerk wurden in Zusammenarbeit mit dem Institut für Kunstpädagogik der Universität Leipzig szenische Lösungen für die Schauplätze Walhall, Nibelheim und den Rhein gefunden, die Kunststudenten gestalteten auch das Plakat und die Kostüme. Die musikalische Leitung lag in den Händen der Dirigierstudenten Michael Ingram und Elias Corinth. Unter der Leitung des Komponisten Christoph Göbel und anderer Dozenten wurde die Musik Wagners von Studenten des Instituts für Musikpädagogik der HMT in verschiedenen Tonsatz-Seminaren bearbeitet. Statt eines Wagnerorchesters wurde die Bearbeitung von einem Orchester, einer Bigband und einer kleinen Band wiedergegeben. Außerdem übernahmen die Musikpädagogik-Studenten die Gesangs- und Orchesterpartien und die Einstudierung der Schüler des Humboldt-Gymnasiums, die als Nibelungen in der Inszenierung mitwirkten, Dramaturgie-Studenten waren an der Konzeptentwicklung beteiligt. Studierende der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur wiederum entwickelten Computersimulationen, mit deren Hilfe sich z. B. Alberich in einen Drachen verwandeln kann.
Rheingold-Inszenierung im Westwerk.
Foto: Christian Rug
Anja-Christin Winkler hielt alle Fäden der Inszenierung mit dem aparten Aufführungskonzept zusammen und vermochte es, die Studenten zu Höchstleistungen zu motivieren. Ein begeistertes Publikum erhielt in vier ausverkauften Vorstellungen einen erfrischenden Vorgeschmack auf das Wagnerjahr.
Im aktuellen HMT-Journal schreibt die Dramaturgin, Ann-Christine Mecke, zur Inszenierung: „Es gibt raffinierte musikalische Zitate zu entdecken, fliegende Klangwechsel zu bestaunen und gewaltige Gefühlsausbrüche zu erleben. Sänger und Orchester meistern ihre Aufgabe bravourös, die Inszenierung funktioniert. Die Zuschauer bewegen sich frei durch die Halle; keine Opernehrfurcht, sondern Neugier auf die Aufführung ist zu spüren. Und Wagner? Machen wir uns nichts vor: So viel Freude die neuen Klänge auch machen, es ist sein „Rheingold“, dass sie zum Leuchten bringt.“
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