Es gibt Filme, die wirken nur auf der großen Kinoleinwand. Sei es, dass riesige Sternenkreuzer durchs Bild zu ziehen scheinen oder großartige Landschaftspanoramen erst ihre Imposanz entfalten.
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Sieht man den Film auf dem heimischen Fernseher, wird aus dem Sternenkreuzer ein Kinderspielzeug und aus den Landschaften ein Motiv, wie man es in den eigenen Fotoalben hat.
“Unsere Ozeane“ ist ein Film, den man sich auf der Kinoleinwand gönnen sollte. Denn wer schon keinem Blauwal von Angesicht zu Angesicht begegnen wird, der kann ihn wenigstens so in Lebensgröße erleben. Jacques Perrin und Jacques Cluzaud, die 2001 mit "Nomaden der Lüfte" über das Leben der Zugvögel den Naturdokumentarfilm revolutionierten, gingen diesmal nicht in die Luft, sondern in die Tiefen der Meere. Und es ist ihnen und ihren vielen Kameraleuten ein beeindruckender Dokumentarfilm mit spektakulären Aufnahmen von allerlei Meeresbewohnern gelungen.
Jacques Perrin und Jacques Cluzaud und ihren vielen Kameraleuten ist ein beeindruckender Dokumentarfilm gelungen.
Da sich die Drehorte auf den ganzen Erdball verteilten, gibt es das Leben in einer abwechslungsreichen Vielzahl zu bewundern. Die kleinste Schnecke genauso wie der größte Wal bewegen sich mit einer beneidenswerten Ästhetik, die unter den Menschen nur wenige Tausend Profi-Balletttänzer erreichen. Für die Tiere der Ozeane scheint sie selbstverständlich.
Alle Facetten des Lebens sind eingefangen, die Geburt ebenso wie das Fressen und Sterben, das unweigerlich dazu gehört. Dennoch ist der Film kindertauglich, da sich die Regisseure nicht an solchen Augenblicken weiden, sondern sie jeweils relativ kurz schneiden. Auch die Wechsel zwischen ruhigen Bildern und temporeicher Jagden, beispielsweise die einer Schule Delphine auf einen Schwarm Fische, sind überzeugend geschnitten.
Selbst der größte Wal bewegt sich mit einer beneidenswerten Ästhetik.
Doch nicht nur für die traumhaften Bilder muss man Perrin beglückwünschen, sondern auch dafür, dass er es schafft mit wenig Erzähltext auszukommen. Die Szenen sind nicht nur schön anzusehen, sie sprechen auch für sich, was den Genuss noch steigert. Auf diese Weise gelingt es den Regisseuren auch, den moralischen Knüppel in seinem Sack zu lassen und angenehm zurückhaltend auf die Rolle des Menschen als Bedroher des maritimen Gleichgewichts hinzuweisen. Es wird nicht in Michael Moore-Manier eine Meinung vorgesetzt, vielmehr versuchen Perrin und Cluzaud zum Nachdenken anzuregen. So vergehen drei Viertel des Films, ohne dass es auch nur einen Menschen im Bild zu sehen gibt.
Das Leben in der Tiefe gibt es in einer abwechslungsreichen Vielzahl zu bewundern.
Zusammen mit dem beruhigenden Soundtrack, der gut passt, erlebt der Zuschauer einen Kurzurlaub im Kinosessel. Bei dem einen oder anderen werden vielleicht sogar ein paar neue Erkenntnisse reifen.
Am Sonntag, 21. Februar, um 14:15 Uhr ist im CineStar die Vorpremiere von “Unsere Ozeane“ zu sehen. Der offizielle Kinostart ist der 25. Februar und wird in folgenden Lichtspielhäusern gezeigt: CineStar, Passage Kinos.
F 2009 R: Jacques Perrin, Jacques Cluzaud P: Jacques Perrin, Nicolas Mauvernay; Schnitt: Vincent Schmitt, Catherine Mauchain; Verleih: Universum.
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