Schuhe gewienert fürs Schnupper-Konzert: Mit guter Gesellschaft ins Leipziger Gewandhaus
Redaktion
14.04.2008
Foto: Jan Kaefer
Jan Kaefer. Ich hatte extra die feine Hose raus gesucht und mit der Bürste nochmal gründlich über die Schuhe gewienert. Schließlich würde ich mich in "Gute Gesellschaft" begeben. Im Leipziger Gewandhaus warteten nämlich schon zwei attraktive Ladys auf mich. Beide prominent. Natürlich! Und auch sie hatten sich schick gemacht.
Anzeige
Die eine - Natalie Augsburg - mit modischer Brille und fantasievoller bunter Kette. Die andere - Karolina Kudlacz - mit rosé-farbenem Röckchen und Stiefeletten. Beide verdienen ihr Geld mit Handball. Sie spielen bei einem der besten Clubs Deutschlands - dem einheimischen HC Leipzig.
Foto: Jan Kaefer
Okay, zugegeben, ich war nicht ihr einziges Date. Genau genommen waren die jungen Damen an diesem Abend mit insgesamt sechs Handball- bzw. Musikfreunden verabredet. Pfiffige Mitarbeiter des Gewandhauses hatten das ganze Ding eingefädelt. In Wirklichkeit ging es hier auch nicht um ein romatisches Tete-a-tete, sondern vor allem darum, sein Herz - oder besser: sein Ohr - für die klassische Musik zu entdecken.
Das Gewandhaus, als "Tempel" klassischer Musik, zerbricht sich nämlich immer mal wieder den Kopf darüber, wie vor allem auch junge Leute dafür begeistert werden könnten, sich still auf den Sessel zu setzen und den Klängen von Violine oder Orgel zu lauschen. Ein Ergebnis dieser Denkerei ist das Konzept "In guter Gesellschaft". Die gute Gesellschaft besteht dabei aus prominenten Leipzigern, die sich ein Konzert aussuchen dürfen, das sie gemeinsam mit ihren Fans besuchen.
Im Falle von Natalie Augsburg und Karolina Kudlacz war das ein Kammermusik-Konzert, bei dem das Kokoschka-Quartett auf Violine, Viola und Violoncello Stücke von Jean Sibelius, Jón Leifs und Edvard Grieg darbot. Eine ungewohnte Erfahrung für mich, der sich sonst nur am Rande mit klassischen Klängen befasst. Zum Glück ging es mir nicht als Einzigem so, denn gleich beide Promis mussten gestehen, bisher noch nie im Gewandhaus gewesen zu sein. Immerhin konnte Natalie Augsburg damit punkten, hin und wieder mal Klassik in den CD-Player zu legen - vor allem dann, wenn sie vom Stress wieder "runter kommen" will.
Foto: Jan Kaefer
Karolina Kudlacz hingegen hatte mit den schöngeistigen Klängen bisher wenig im Sinn. "Es ist einfach nicht meine Welt.", gestand sie offen. Deshalb hatte sie wohl auch einige Bedenken, was diesen Abend im Gewandhaus anging. Und sie wollte auch nur unter der Bedingung teilnehmen, dass Musik gespielt wird, bei der "der Funke überspringt". Das dürfte geklappt haben. Spätestens bei Edvard Grieg fiedelten sich die vier jungen Herren auf der Bühne die Seele aus dem Leib. Ein Einsatz, der sich gelohnt hat, denn nach der Show stand für die Handballerinnen fest: "Wir gehen wieder ins Gewandhaus!"
Vielleicht nutzen sie dafür ja gleich den nächsten Termin der "Guten Gesellschaft". Der Journalist Christoph Peters ("Horns Erben") lädt dazu am 21. Mai (20 Uhr) ein. Unter der Leitung von Dirigent Riccardo Chailly, wird das Gewandhausorchester einige Stücke van Beethovens zu Gehör bringen. Spezialpreis: 3 Euro! Und schließlich gibt sich am 20. Juni (20 Uhr) noch das "Brockdorff Klanglabor" die Ehre. Die Formation ist zwar eigentlich in Sachen Electro, Pop-Punk und Breakbeat unterwegs, wird sich an diesem Abend aber auch gern mal den Werken von György Ligeti, Zoltán Kodaly und Leos Janácek widmen. Spezialpreis hier: 9 Euro.
Wichtig ist noch, dass für jeden dieser Abende eine vorherige Ticketreservierung erforderlich ist. Außerdem gibt es Fristen, bis zu denen die bestellten Karten an der Gewandhauskasse abgeholt und bezahlt werden müssen. Das ist jeweils etwa 1-2 Wochen vor dem Konzert. Noch mehr Infos finden Sie auf www.gewandhaus.de. Über den Menüpunkt "Musikvermittlung" kommen Sie zu einer Übersicht der Angebote für junge Leute, die auch einen Link "In Guter Gesellschaft" anbietet. Die Teilnahme ist übrigens nicht an ein bestimmtes Alter gebunden. Es reicht vollkommen aus, sich jung zu fühlen.
2010 trat das Leipziger Forscher-Team um Svante Pääbo erstmals an die Öffentlichkeit mit der Meldung, sie hätten aus einem winzigen Teil eines fossilen Fingerknochens aus der Denisova-Höhle in Südsibirien eine (vorläufige) Fassung des Genoms erstellt. Immerhin ein heißes Eisen: Es war das Genom eines dritten Vertreters der Menschheit. mehr…
Während „normale“ Menschen bei knackigen Minusgraden bibbernd in beheizten Räumen auf bessere Zeiten warten, zieht es einige Mitglieder des Tauchsportvereins „Leipziger Delphine“ gerade jetzt an ihr Hausgewässer, den Kulkwitzer See. Und das aus gutem Grund, denn die strengen Fröste der vergangenen Tage haben den „Kulki“ zufrieren lassen. mehr…
Ein Kompromiss ist ein Interessenausgleich auf der Basis der kleinsten gegenseitigen Verärgerung. Vorangegangen ja gegenseitige Beleidigungen und Provokationen – je nach Naturell laut oder hinter den Kulissen. Im Backstagebereich wird ein Krieg vorbereitet. Solang es ein gerechter ist, solls uns wohl recht sein. mehr…
Lange ließ Jean-Jacques Annaud nichts von sich hören. Zuletzt inszenierte der 67-Jährige, dem das Kino Meisterstücke wie "Der Name der Rose" oder "Sieben Jahre in Tibet" verdankt, im Jahr 2004 das mäßige Tiger-Drama "Zwei Brüder". Sein Spätwerk "Black Gold" ist eine pathetische Zeitreise zurück an die Anfänge des Öl-Booms in der arabischen Welt. mehr…
2011 organisierten Neonazis in Sachsen in etwa genauso viele Konzerte wie im Vorjahr. Dies ergab eine Kleine Anfrage der Linken-Abgeordneten Kerstin Köditz. Nach Angaben von Innenminister Markus Ulbig (CDU) registrierte der Verfassungsschutz die Planung von 44 Konzerten. mehr…
Kreativität muss ja irgendwann erst einmal beginnen. Design, Fotografie und nicht zuletzt ihre wundervollen Songs, zusammen mit dem griechischen Elektrokünstler Kostas, sorgen für Aufsehen – und Bewegung. Am 9. Februar stellt Minette nun zum ersten Male aus. Vernissage. Richtig mit Getränken und Freunden und Staunenden. Wenn Minette die neue Vivienne Westwood ist, können alle Leser sagen, sie sind bei den ersten Schritten dabei gewesen. Interview. mehr…
Das unschöne Loch am Burgplatz „begeistert“ die Leipziger seit über 16 Jahren. Der englische Eigentümer hat auch nach mehrmaliger Anfrage seitens der Stadt nicht reagiert. Es herrscht weiter Unklarheit, was AMEC/KIG mit diesem überaus zentral gelegenen Grundstück anfangen will. Doch der Stadtverwaltung reicht es jetzt. mehr…
Dass in den entscheidenden Ämtern und Behörden in Sachsen noch immer nicht begriffen wurde, was die demografischen Veränderungen im Land eigentlich bedeuten, zeigte gerade der Vize-Vorsitzende des Beamtenbundes, Helmut Overbeck, mit seiner Forderung nach einem sogenannten "Demografie-Tarifvertrag". Gleichzeitig diskutiert die Politik über einen "Demografie-Faktor" im Finanzausgleich. Auch zum Entsetzen der beiden SPD-Abgeordneten Wolfgang Tiefensee und Dirk Panter. mehr…
Sachbeschädigung, Körperverletzung, räuberische Erpressung, Diebstahl, Drogenbesitz. Lucas K. (22) war schon zehnfach vorbestraft, als er am Montag, 6. Februar, im Amtsgericht auf der Anklagebank Platz nahm. Vor fünfeinhalb Jahren kam der Arbeitslose das erste Mal mit der Justiz in Kontakt. mehr…
Auch wenn alles mit rechten und gerechten Dingen zugeht, wird wohl jeder Kustos einer Sammlung bei solch einer Aktion heimlich die eine oder andere Träne wegdrücken. Weil öffentlich, wäre das politisch unkorrekt. 44 Kleinode spätantik-byzantinischer Alltagskultur wurden kürzlich in Leipzig als Eigentum des Berliner Museums für Byzantinische Kunst identifiziert und kehren nun ins Bode-Museum in die Bundeshauptstadt zurück. mehr…
Konrad Riedel, Stadtrat der CDU, macht sich Sorgen um den Winterdienst, die Kleingärtner und die Rentner. Alles gut und schön. Kürzlich veröffentlichte die Leipziger Volkszeitung einen Beitrag darüber, dass der CDU-Abgeordnete im Leipziger Stadtrat eine Fahrradsteuer für Leipzig wünscht. Dann könne man von den Einnahmen die Radwege vom Schnee befreien. Mit der Kfz-Steuer geschehe das doch auch für die Fahrbahnen. mehr…
Rotlicht an. Es wird heiß am Donnerstag, 9. Februar, ab 20 Uhr im Helheim (Weißenfelser Straße 32). Das Leipziger PerformanceTheaterKollektiv FormLos stattet Volly Tanner einen Besuch auf seiner Terrasse ab. mehr…
Die Straße des 18. Oktober ist lang. Länger, als mancher denkt. Sie beginnt am Bayrischen Platz, führt schnurstracks zum Deutschen Platz und danach quer durchs alte Messegelände zum Völkerschlachtdenkmal. Eigentlich ist sie auch die Magistrale der Alten Messe, auch wenn sie derzeit nicht so aussieht. Aber sie soll wieder so aussehen. Stückweise ab 2013. mehr…
In „Voland & Quists Literatursalon“ im Horns Erben (Arndtstraße 33) tritt am Freitag, 10. Februar, ab 20 Uhr die Dresdner Lesebühne Sax Royal auf. Sax Royal sind der Kolumnist, Blogger und Moderator Michael Bittner, der Poetry-Slam-Bühnenheld Julius Fischer („Ich will wie meine Katze riechen“), der Lyriker und Prosaist Roman Israel, der Erzähler, Cartoonist und E-Orgel-Alleinunterhalter Max Rademann sowie Stefan Seyfarth. mehr…
„Anders wachsen – Eine sächsische christliche Initiative gegen die Ideologie des Wirtschaftswachstums“ lautet das Thema eines Vortrags- und Gesprächsabends am Freitag, 10. Februar. Die Veranstaltung im Pfarrhaus der Gnadenkirche Leipzig-Wahren, Rittergutsstraße 2, beginnt um 20 Uhr. mehr…