3 Schulen, 2 Länder und ein emsiges Kammerorchester: Morgen haben die jüngsten Schüler-Kompositionen im Gewandhaus Uraufführung
Ralf Julke
27.05.2008
Morgen wird ein großer Tag - für sechs Schüler der Thomasschule, drei aufgeregte Schwedinnen und vier Schüler aus Neuzelle. Um 10 Uhr erleben sie im Gewandhaus die Uraufführung ihrer ureigensten Kompositionen - gespielt vom Mendelssohn Kammerorchester Leipzig. Und die Musiker und betreuenden Komponisten werden genauso aufgeregt sein.
Anzeige
Auch wenn das Mendelssohn Kammerorchester mit seinen jungen Akteuren schon Erfahrung hat. Seit drei Jahren läuft das Kompositionsprojekt mit Schülern an Leipziger Schulen. Damals noch vorsichtig gestartet am Max-Klinger-Gymnasium. Mittlerweile schon erfolgreich durchgeführt am Rudolf-Hildebrant-Gymnasiumin Markkleeberg und am Thomasgymnasium. Da sogar so erfolgreich, dass selbst Orchesterleiter Gregor Nowak schon Bammel bekam, dass das Niveau derart kaum zu halten wäre: Der Vorjahreskurs war aus lauter Thomanern zusammengesetzt, für die Musik natürlich das Urelement ist und die ein Ausbildungsniveau mitbrachten, wie es so keine andere Schule bieten kann.Im aktuellen Kompositionskurs mit Steffen Reinhold sind seit einem Jahr Thomasschüler der 10. bzw. 11. Klasse aktiv, ein Thomaner darunter, der natürlich vom Urproblem aller Thomaner getrieben wird - dem knappen Zeitbudget neben den Chorverpflichtungen. Trotzdem wird sich das, was die sechs Thomasser da gemeinsam erarbeitet haben, morgen anhören wie ein kleines Meisterwerk. "Soundscapes" heißt die Klammer für die Arbeiten der sechs Schülerinnen und Schüler, die seit Frühjahr 2007 unter Anleitung von Steffen Reinhold gereift sind. "Sehr modern", sagt er. "Sehr experimentierfreudig." Denn darum geht es natürlich im Projekt des Mendelssohn Kammerorchesters: Die Schüler einzuführen in die Welt der Komposition, die auch die Fülle der Neuen Musik mit einschließt. Das Neue am morgigen Konzert ist: Erstmals fließen die Arbeiten von Schülern aus zwei Ländern und drei verschiedenen Schulen ineinander. Aus der Glanshammars skola Örebro sind drei junge Schwedinnen angereist, die unter Anleitung von Jonas Asplund die Welt der Komposition für sich entdeckt haben. Für sie ist die Leipzig-Tour fast der Schuljahresabschluss, denn mit der 9. Klasse endet für sie die übliche schwedische "Grundschule". Danach geht es erst in die Entscheidung für Gymnasium oder Fachausbildung. Ein Unterschied ist auch: Im Musikunterricht hatten sie alle mehr praktische Grundlagenausbildung, dafür kaum - wie in Deutschland üblich - theoretische Wissensvermittlung. Das Werk J. S. Bachs haben sie praktisch erst im Kompositionsunterricht kennen gelernt. Gestern reisten sie dann zur Werkstatt in Leipzig an. Die Werkstattarbeit begann am frühen Abend in der Aula der Thomasschule, wo auch die Gäste erstmals ihre Stücke live aufgeführt hörten von den Musikern des Mendelssohn Kammerorchesters. Der heutige Tag ist fast völlig der Werkstatt-Arbeit vorbehalten, wird gemeinsam geprobt und die Schüler haben noch die Möglichkeit, mit den Musikern an den Stücken zu feilen. Bis alles perfekt ist. Kommuniziert wird auf Englisch. Aber die Gemeinschaftskomposition der schwedischen Schülerinnen heißt schön im Original: "Det vilsna aret".Zu deutsch: "Das verlorene Jahr".Kann man ihnen nur wünschen, dass sie damit nicht die Arbeit mit Jonas Asplund meinen.Die jüngsten in der jungen Komponistenrunde sind zwei Mädchen und zwei Jungen aus dem Gymnasiums im Stift Neuzelle Dr. P. Rahn & Partner. Die Oder ist nicht weit. Und so verwundert es nicht, dass die Schüler der 8. Klasse sich den Fluss als Thema erwählten, auch zu einigen klassischen Zitaten griffen. Die Mädchen nannten ihre Gemeinschaftskomposition "Ein Abend in den Oderwiesen", die Jungen nannten ihre "Ein Morgen in den Oderwiesen". Die Musiker hatten trotzdem tüchtig zu tun, die Stücke einzustudieren. Auch die Neuzeller haben ihre Freude am Experiment ausgespielt. Am heutigen Abend werden sich alle jungen Komponisten bei einem gemeinsamen Abend etwas entspannen können nach einem ganzen Tag Werkstatt-Arbeit. Morgen um 10 Uhr gibt es dann das große Lampenfieber beim Schülerkonzert mit dem Titel "Soundscapes - European Pupils Composition Project" im Gewandhaus. Die jungen Leute werden ihre eigenen Stück auch selbst vorstellen. Erst danach steht wirklich richtig Leipzig auf dem Programm - mit Bootsfahrt und gemeinsamem Picknick.Und am Abend um 19 Uhr gibt es die jungen Kompositionen noch einmal öffentlich zu hören im Foyer der Thomasschule (Hillerstraße 7). Auch das Konzert dirigiert von Gunnar Harms, der schon bei der Vorbereitung der Proben seine Freude hatte mit den eigenwilligen Kompositionen.Und am Donnerstag, 29. Mai, gibt es den letzten Leipzig-Höhepunkt: Ein Schulkonzert im Gewandhaus mit dem Gewandhausorchester und Riccardo Chailly (Dirigent). Diesmal musste ein anderer komponieren: Peter Tschaikowski. Danach geht's für die Beteiligten Richtung Neuzelle, wo es im Stift Neuzelle um 19 Uhr das nächste Konzert "Soundscapes - European Pupils Composition Project" gibt. Und danach, so verrät Gregor Nowak, ist endgültig Party und gefeierter Ausklang für ein Projekt. das tatsächlich das Zeug zu Größerem hat: einem europäischen Treffen junger Komponisten. "Dazu bräuchten wir dann freilich richtig Fördergelder", sagt der Orchesterleiter.Aber meist ist das Wichtigste die Idee und ein Häuflein Unermüdlicher, die einfach mal loslegen. Wie das Mendelssohn Kammerorchester im Geiste seines Namensgebers Felix Mendelssohn Bartholdy.
Es laufen derzeit einige Vereine und Stiftungen mit leuchtenden Jahreszahlen durch die Landschaft: 2013 ist eine davon, 2015 eine andere. Die Förderstiftung Leipziger Stadtbad hat jetzt die 2016 aufgepflanzt: In dem Jahr wird ihr Pflegekind 100 Jahre alt. Und da soll's auch wieder leben. mehr…
Ein bisschen ist er zurückgerudert, der Peter Ramsauer, derzeit Bundesbau- und -verkehrsminister. So wie seine Kollegin Ursula von der Leyen im Sozialministerium hatte auch Ramsauer einen wichtigen Sozialposten in seinem Budget in die Sparpläne der Bundesregierung gepackt: 200 Millionen Euro aus dem Wohngeldetat. mehr…
Er studierte Musik und Klavier in Südkorea und Deutschland, erhielt Meisterkurse im Klavierspielen und konzertierte auf renommierten Bühnen dieser Welt: Der Pianist Seo Hang Churl kommt nach Leipzig. mehr…
Die Leipzig-Pass-Mobilcard ist ab kommenden Sonntag, 1. August, nunmehr auch an den Automaten der LVB an den Haltestellen erhältlich. Das teilen die Leipziger Verkehrsbetriebe mit. mehr…
In der nächsten Stadtratssitzung am 18. August wird die Drucksache Nr. V/608 zur Ersatzbeschaffung von Dienstkraftfahrzeugen für die Stadtverwaltung Leipzig dem Stadtrat zum Beschluss vorgelegt. Insgesamt sollen bis 2014 immerhin 106 PKW und Kleintransporter der Marken VW und Ford beschafft werden – eine Ausschreibung ist nicht geplant. mehr…
Zu Verkehrsraumeinschränkungen in der Innenstadt und im Leipziger Westen kommt es am Samstag, 31. Juli, zwischen 12 und 19 Uhr, wegen des Umzuges „Global Space Odyssey 2010 – 24/7 Kultu(h)r tickt anders“. Das teilt das Leipziger Ordnungsamt mit. mehr…
Teile der Arktis haben sich im letzten Jahrhundert deutlich abgekühlt. Doch seit 1990 steigen die Temperaturen auch dort stark an. Das geht aus einer Rekonstruktion der Sommertemperaturen der letzten 400 Jahre mit Hilfe von Baumringen aus Regionen nördlich des Polarkreises hervor, über die das Umweltforschungszentrum berichtet. mehr…
Das dritte Album entscheidet meist, wohin es eine Band gemeinhin treibt. Hat ihre Musik Bestand? Erfindet sich eine Kapelle ständig neu oder bewahrt sie ihren Charakter? Das sind Fragen, mit der sich die L-IZ an der neuen Scheibe der kanadischen Rockformation Arcade Fire im folgenden Review reibt. Am Freitag den 30. Juli erscheint ihr neues Album "The Suburbs". mehr…
Kein Jahr ist die Band alt und schon zählen sie zu den Großen. Delphic aus Manchester haben mit "Acolyte" 2010 ein bemerkenswertes Album veröffentlicht, das sie im August auch in Leipzig vorstellen wollen. Warum die Kapelle bei der Musikpresse so viel Aufsehen erregt? Man sagt ihr eine musikalische Nähe zu den legendären New Order nach. mehr…
Es knirscht im Gebälk. Wirklich reibungslos war die Arbeit der sächsischen Staatsregierung mit ihren Kommunen und insbesondere der Stadt Leipzig von Anfang an nicht. Im Fall Eisenbahnstraße kommt es jetzt wohl zum Showdown vor Gericht. Der Anlass: Eine kleine Definitionsfrage zum Preis von 273.646,30 Euro. mehr…