Wagnerwege in Leipzig: Jetzt gibt es den handlichen Begleiter zu Richard-Wagner-Orten in Leipzig
Ralf Julke
15.08.2008
Noch ist es ein wenig hin bis 2013, bis zum 100. Geburtstag des Völkerschlachtdenkmals, dem 200. Jahrestag der Völkerschlacht und - dem 200. Geburtstag von Leipzigs umstrittensten Komponisten: Wilhelm Richard Wagner, geboren am 22. Mai 1813. Seit gestern gibt es - was bislang tatsächlich fehlte - einen Stadtführer "Wagner Wege in Leipzig".
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Herausgegeben vom Richard-Wagner-Verband Leipzig, der seit zwei Jahren vehement darum kämpft, nun auch Wagner endlich den gebührenden Platz in der Vermarktung der Musikstadt Leipzig zu geben. Mit berechtigtem Hinweis darauf, dass die Fixierung auf eine "Bachstadt Leipzig" weder der Stadt noch ihrer großen Musikgeschichte gerecht wird. "Ohne diese Stadt wäre Wagner nicht das geworden, was er wurde", sagt Thomas Krakow, der Vorsitzende des Vereins mit Recht, verweist auf seinen Besuch an der Thomasschule, seine Ausbildung bei Thomaskantor Christian Theodor Weinlig und seine frühen Werkaufführungen im Konzertsaal des Musikvereins Euterpe.
"Leipzig ist der Humus für Wagners Musik", sagt Krakow. Und findet es schon ein wenig dürftig, was Wagners Geburtsstadt aus dieser Tatsache macht.
"Aber das wollen wir jetzt ändern", sagt er auch.
Thomaskirchhof: gleich drei Wagner-Orte an einem Platz.
Der Festsaal des Alten Rathauses war gestern Schauplatz für die Vorstellung des nächsten Bausteins fürs Leipziger Wagner-Comeback: Druckfrisch wurde der Stadtführer "Wagner Wege in Leipzig" vorgestellt, verfasst von Ursula Oehme, die sich am Ende arg mäßigen musste, um das Projekt nicht platzen zu lassen.
Denn wenn erst einmal gegraben wird, dann tauchen etliche Orte, Personen und Geschichten auf, mit denen Wagner in Leipzig präsent ist.
Alles fußläufig zu erkunden. Denn natürlich war Wagners Leipzig vor allem die alte, im Promenadenring gelegenene Bürgerstadt. Sein Geburtshaus stand am Brühl, wurde erst 1886, drei Jahre nach Wagners Tod abgerissen. Die Erinnerungstafel an der "Blechbüchse" und das Riesenposter des Richard-Wagner-Verbandes erinnern derzeit an diesen Ort, der sich vielleicht künftig auch in den "Brühl Höfen" wiederfindet. Die Archäologen, die das Gelände erkunden, erhoffen sich sogar, die Mauern des "Roten und weißen Löwen" zu finden, wenn sie dort demnächst graben dürfen.
Die Thomasschule, an der Wagner lernte, befindet sich genauso im Innenstadtbereich wie die Nikolaikirche oder die Thomaskirche, wo Wagner am 16. August 1813 getauft wurde. Deswegen wählte der Verein auch den gestrigen Donnerstag zur Präsentation des Stadtführers, der als Faltblatt gut in die Tasche passt und natürlich zuallererst Wagner-Verehrern und Musikfreunden aus aller Welt zeigen soll, wo überall sie Wagners Wege in Leipzig kreuzen können. Seit 2005, als erstmals der Wagner-Kongress in Leipzig stattfand, gibt es schon eine Wagner-Führung, angeboten von der Leipzig erleben GmbH.
Präsentieren den neuen Stadtführer: Ursula Oehme und Thomas Krakow.
Darauf baut das Druckwerk natürlich auf. 16 Wagner-Begegnungspunkte liegen immerhin in der Innenstadt, sind - wenn man nicht allzuviele Stopps in Cafés und Eisdielen einlegt - in zwei Stunden flotterweise zu erkunden. Aber der Recherchefleiß von Ursula Oehme ging natürlich darüber hinaus. Denn die Spuren der beiden großen, nie verwirklichten Wagner-Denkmäler liegen natürlich genauso außerhalb des Ringes wie die Wohnstätten Mendelssohns oder der Schumanns, zu denen Wagner genauso Kontakt hatte wie zur Familie Brockhaus. Auf dem alten Johannisfriedhof liegen Wagners Mutter Johanna Rosine und seine Schwester Rosalie beerdigt. Beide im Leipziger Schauspielermilieu zu Hause, der Keimzelle für Wagners Begeisterung zu Theater und Musik.
Dass die Leipziger zu Wagner immer eine eher kritische Distanz hatten, sei ja kein Problem, meint Thomas Krakow. Da ginge es ihnen wie den Salzburgern mit Mozart. Nur: Die Salzburger würden sich trotzdem nicht nehmen lassen, mit Mozart so richtig auf die Pauke zu hauen. Während die Leipziger Wagner-Rezeption nach 1990 erst recht eingeschlafen zu sein schien.
Das Problem, so scheint es, ist die städtische Festlegung auf einen beinah minimalistischen Ansatz einer "Bach-Stadt". Wohl einer der hanebüchensten Fehler im Stadtmarketing, das seit über zehn Jahren nach einem griffigen Nenner für die Halbmillionenstadt sucht und dabei ausblendet, dass Messe-, Bürger- und Musikstadt auch im historischen Kontext immer eine Einheit waren.
Bestens ablesbar auch an Wagners Geschichte, der in Leipzig immer wieder Unterstützer und Förderer fand. Apel, Laube und Brockhaus sind nur drei Namen aus diesem Reigen. Und auch nur Leipzig hat so vehement Energie auf zwei große Wagnerdenkmale verschwendet. Beide liegen eigentlich in Einzelteilen in diversen Remisen herum. In beiden Fällen bemüht sich der Richard-Wagner-Verband um eine Aufstellung.
Er bemüht sich auch darum, im Umfeld der künftigen Brühl-Bebauung auch auf Wagners Werk Bezug zu nehmen. Denn nicht ohne Grund wurden Richard-Wagner-Platz und Richard-Wagner-Straße beide 1913 nach dem Komponisten benannt. "Als Ersatz für das Denkmal natürlich", sagt Krakow.
Mit dem neuen Falt-Stadtführer kann man jetzt die wichtigsten 25 Plätze im Stadtbild ablaufen, mit denen sich Wagners Lebensgeschichte verbindet. Man bekommt das Faltblatt unter anderem in der Tourist-Info (Richard-Wagner-Straße 1) oder beim Richard-Wagner-Verband (Richard-Wagner-Platz 1). Man kann auch in der Tourist Info die Wagner-Tour der Leipzig erleben GmbH buchen und sich kundig machen lassen über Wagners Geburtsstadt und die engen Verflechtungen dieser ganz eigenen Komponistengeschichte mit allen wichtigen Knotenpunkten der Musikstadt Leipzig, die zur Wagner-Zeit die Nummer 2 in Europa war - gleich nach Wien.
Und man kann sich einlassen auf den Reigen der Jubiläen, der mit Mendelssohn 2009, Schumann 2010 und dem Thomanerchor 2012 die nächsten Höhepunkte hat. Bevor 2013 Wagner an der Reihe ist und auch wieder ein Wagner-Kongress in Leipzig stattfindet.
Hakenkreuzarmbinden an Uniformen im Audimax am Augustusplatz. Und es ging nicht in aller Theorie um das Godwin-Gesetz, wonach alle Chats irgendwann zum Thema Hitler kommen. Nein, es waren Theaterkostümteile, passend, weil Wagners Werk als Familienchronik dargeboten werden sollte. mehr…
Am 21. Mai ist mal wieder „Report Mainz“-Zeit im ersten deutschen Fernsehen. Und erneut ist ab 21:55 Uhr Sachsen ein Thema. Besser der Lauf der Behörden im Jahre 2000, eine Zeit, in der es noch keine Mordserie gab, dafür ein flüchtiges Trio aus Jena, welches sich in Sachsen herumtreiben sollte. Und Unterstützer, die ihnen dabei hilfreich zur Seite standen. Alles in allem also eine Gruppe. Bis heute wird darum gestritten, wie und wann den Behörden welche Einschätzungen zur Verfügung standen. Ein Zeit-Dokument dazu liege nun der „Report“-Redaktion vor. Und das Sächsische Innenministerium reagierte heute erstaunlich schnell. mehr…
Fußball ist in Deutschland längst keine Nebensache mehr. Ganz akademisch werden Nachwuchstalente auf ihre Profikarriere vorbereitet. So auch in Berlin bei Hertha BSC. Die F-Jugend des SV Lindenau 1848 schaute sich zu Pfingsten die Nachwuchsakademie auf dem Berliner Olympiapark an. Und unterlag der U9 von Hertha in einem Freundschaftsspiel mit 4:7. mehr…
Er war eigentlich noch nicht so alt, was die Sache irgendwie noch ein wenig unerklärlicher macht. Jedenfalls fuhr der 46-jährige LVB-Mitarbeiter die Straßenbahn der Linie 10 auf der Karl-Liebknecht-Straße stadteinwärts, als er wohl gemerkt haben muss, dass etwas mit ihm nicht stimmt. Jedenfalls brachte er auf der Höhe Steinstraße seine Straßenbahn zum stehen und brach anschließend im Fahrgastraum zusammen. mehr…
Über die aktuellen Gründe liegen noch keine Erkenntnisse vor, als MDR Info am Dienstag, 21. Mai, meldet: „In einem Leipziger Jobcenter ist eine Mitarbeiterin brutal angegriffen worden. Wie die Polizei mitteilte, schlug ein Mann mit einem Hammer auf die Frau ein. Sie wurde dabei schwer verletzt.“ Der Angreifer habe bereits Hausverbot gehabt und sei „bereits mehrfach auffällig geworden“. mehr…
Im Jahr 2013 begeht Leipzig nicht nur den 200. Jahrestag der Völkerschlacht oder den Geburtstag Richard Wagners, 2013 jährt sich auch die Gründung der Schola Cantorum zum 50. Mal. Dies ist Grund und Anlass für die Mitglieder und Mitarbeiter des Kinder- und Jugendchores der Stadt Leipzig, einen Blick in die spannende und wechselvolle Geschichte des Ensembles zu werfen. Und natürlich zu feiern. Die wichtigsten Festkonzerte in Leipzig sind im Juni. mehr…
Wagner kann einen närrisch machen. Oder besonnener. Am 22. Mai werden eine Reihe Leute in Leipzig wieder ganz närrisch, schütteln sich die Hände, enthüllen ein Denkmal, lauschen im strengen Anzug einem Festkonzert oder klatschen Beifall, wenn im Opernhaus der Schriftsteller Friedrich Dieckmann den ersten Richard-Wagner-Preis bekommt. mehr…
Der 1. August naht. Es sind nur noch etwas mehr als zwei Monate. Und ziemlich sicher ist schon abzusehen, dass Leipzig den Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für die unter Dreijährigen nicht wird erfüllen können. Die Stadtverwaltung gab sich im November 2012 zwar sehr ambitioniert, die Bedarfsdeckung durch Neubauten, Kapazitätserweiterungen und Modul-Kitas doch noch zu erfüllen. Aber die meisten geplanten Einrichtungen stehen 2013 nicht zur Verfügung. Die Eltern zeigen sich natürlich entsprechend besorgt. mehr…
Am 15. Mai wurde im Sächsischen Landtag der CDU/FDP-Antrag "Polizeipräsenz im Internet erhöhen - Soziale Netzwerke zur Polizeiarbeit nutzen!" behandelt. Ein Antrag wie aus der Wunschkammer des braven Bürgers, der das Internet sowieso für eine gefährliche Welt hält und sich jetzt auch dort ein paar präsente Ordnungshüter wünscht. Und so eine Art Kooperation zwischen wachsamem Bürger und aufmerksamer Polizei. Und der naive Glaube an die "sozialen Netzwerke". mehr…
Diese emotionale Aufwallung schaffte es längst zum Klassiker im reichlich gefüllten, goldenen Spruchbeutel der City-Tunnel-Prosa: "Ich will die Milliarde nicht sehen!", entfuhr es Ende der 1990er Jahre dem damaligen Sächsischen Staatsminister für Wirtschaft und Arbeit, Kajo Schommer. Gemeint war, die geplante Investitionssumme für den City-Tunnel auf eine Milliarde zu begrenzen - D-Mark, wohlgemerkt, denn in einer anderen Währung rechnete damals auch ein Mitglied des Dresdner Kabinetts nicht. mehr…
Am Freitag, dem 24. Mai um 20:15 Uhr, ist der Bestsellerautor Martin Walker bei Lehmanns Media zu Gast und liest aus seinem aktuellen Bruno-Krimi „Femme Fatale“. Der im französischen Périgord lebende Ire ist nicht nur Schriftsteller, Historiker und politischer Journalist („The Guardian“), sondern auch ein sehr, sehr sympathischer Zeitgenosse und Medienliebling. mehr…
Am Sonntag, den 26. Mai um 10 Uhr wird es während des beliebten Familienfrühstücksbuffets im Unikatum Kindermuseum spannend, denn Museumsmitarbeiterin Annekatrin Naumann möchte die Gäste ab 4 Jahren zu Zeitjägern machen und sie mit auf eine aufregende Schatzsuche durch die aktuelle Ausstellung „Ach du liebe Zeit!“ und den Hofgarten nehmen. mehr…
Der letzte Rundgang der Reihe „Sanierungs- und Fördergebiete“ des Stadtforums Leipzig findet am Montag, 27. Mai, um 17:30 Uhr am Platz der Biedermannstraße/Ecke Bornaische Straße, gegenüber der Litfaßsäule, statt. Es handelt sich um einen Rundgang durch das Sanierungsgebiet Connewitz, mit Standpunkten an der Biedermannstraße und Auerbachstraße, dem Herderplatz und Kronengarten sowie den Stadthäusern Hermannstraße. mehr…
Am Sonntag, 26. Mai, ist um 19 Uhr in der Kirche Panitzsch eine musikalische Annäherung an die romantischen Kompositionen Richard Wagners aus der Richtung des Jazz zu erleben. Unter dem Motto „Wagner in Jazz“ hat Stephan König anlässlich des 200. Geburtstages von Wagner musikalische Themen aus Wagner-Opern für sein Jazz-Trio bearbeitet. mehr…
Im Rahmen der Festwoche "150 Jahre SPD" macht die Dialog-Box der SPD in Leipzig in der Petersstraße, Höhe Hugendubel, Station. Neben der Bewerbung der Veranstaltungen rund um die Festwoche "150 Jahre SPD" möchte die SPD Leipzig die Dialog-Box nutzen, um mit den Leipzigerinnen und Leipzigern zu verschiedenen Themen ins Gespräch zu kommen. Der Dienstag, 21. Mai, steht dabei ganz im Zeichen der europäischen Bürgerinitiative "Wasser ist Menschenrecht". mehr…