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Ein feuriger Abend: Orinoko und Alma de Arrabal begeistern beim 8. Swimmingpool + Bildergalerie

Daniel Thalheim
Swimmingpool: Orinoko entfachen live das Feuer und die Leidenschaft Latein-Amerikas.
Swimmingpool: Orinoko entfachen live das Feuer und die Leidenschaft Latein-Amerikas.
Foto: Daniel Thalheim
Jeden ersten Dienstag des Monats ist Swimmingpool-Tag in der Schaubühne Lindenfels. Das ist nichts für angehende Freischwimmer, die auf der Suche nach dem nassen Vergnügen sind. Swimmingpool ist die Konzertreihe für junge Leipziger Bands. So auch am 5. April mit Alma de Arrabal und Orinoko.

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Es hat sich inzwischen in Leipzig herumgesprochen, dass hier originelle Bands auftreten. Feierten Two Wooden Stones vor einem Monat vor 200 Gästen einen umjubelten Auftritt, finden sich bei Orinoko und Alma de Arrabal "nur" 70 Gäste ein.

Dafür sind die Musikfreunde nicht minder geschmackssicher wie Two Wooden Stones. Von der Band war Schlagzeuger Jochen anwesend, der nach der Show die "unglaubliche Musik" und den "Wahnsinns-Schlagzeuger" von Orinoko bewundert. Nicht ohne Grund: Der kubanische Drummer hat das Latin-Fieber im Blut, scheint ein Uhrwerk in sich zu haben, so präzise und wuchtig schlägt er auf die Felle.

Alma de Arrabal entzünden den Tango auf und vor der Bühne.
Alma de Arrabal entzünden den Tango auf und vor der Bühne.
Foto: Daniel Thalheim
Zunächst steigen Beate Christiane Furcht (Gesang), Valeri Funkner (Akkordeon), Marko Heine (Bass) begleitet von einem Session-Schlagzeuger auf die Bühne, um den Leipzigern mit Tango und Jazz einzuheizen. Leidenschaftlich vorgetragene Geschichten und Musik wechseln sich ab, wobei Akkordeon-Spieler Valerie Funkner sich mit Leib und Seele in sein sehnsuchtsvolles Spiel vertieft und so für Jubel bei den rund 70 Anwesenden sorgt.

"Eifersucht in Argentinien" ruft Sängerin Christiane Furcht ins Publikum, erklärt den vor der Bühne stehenden Leuten, dass der Tango aus der Glut der Musik und Tänze afrikanischer Einwanderer, spanischem Flamenco und polnischem Polka hervorging und gibt den Leipzigern anschließend gleich noch eine kleine Lehrstunde über die verschiedenen Tango-Stile. Das Publikum taut merklich auf, sitzt auf dem Boden, wippt mit den Füßen. Der Leipziger ist nunmal zurückhaltend. Inzwischen scherzt Furcht mit ihrem Akkordeonspieler, stibitzt seinen Hut und setzt ihn sich auf. Mit großem Applaus verabschieden die Swimmingpool-Besucher die leidenschaftliche Band, die Leipzig in einer ganz anderen Facette zeigt: Feurig, tanzbar und melancholisch zugleich.

Wie jeder Swimmingpool-Besucher vielleicht schon weiß, lebt die Veranstaltung auch von den Interviews im Gummiplanschbecken mit den bunten Bällen. In diesem Teil dürfen es sich die Gäste wieder in den großen Sesseln gemütlich machen, lauschen und zusehen wie Moderator Raschid D. Sidgi mit Sängerin Christiane Furcht scherzt, die den Musiker für seine glatte Haut bewundert. "Mein Dreitage-Bart ist eigentlich ein Drei-Wochen-Bart", scherzt der Moderator, lockert gehörig die Stimmung auf. Locker geht's auch weiter, als die Musiker von Orinoko ins Planschbecken steigen.

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So erfahren die Anwesenden, dass Isaias Lubo aus Venezuela, Roberto Fratta aus Italien, Schlagzeuger Alfredo Rosales aus Kuba den Kern von Orinoko bilden und mit ihren Mitstreitern Matthäus Krzywdzinski aus Polen und Benjamin Hohlfeld Musik fließen lassen möchten. Mit ihrer Fusion aus Jazz, Latin und Salsa begeistern Orinoko auch die Gäste im Publikum wenig später beim Auftritt. Da schlängeln die Klänge aus dem wummernden und klopfenden Bass, Schlagzeuger Alfredo Rosales schlägt präzise den Takt und verursacht mit seiner Trommelkunst offene Münder bei dem im Publikum stehenden Musikern. Die 2008 gegründete Band hat es drauf, so die einhellige Meinung des inzwischen tanzenden oder kuschelnden Publikums. Titel wie "Sarabandeo", "Viajeros", "Bariovento" und mehr entfachen also auch bei den Leipzigern ein kleines leidenschaftliches Feuer, das so schnell nicht ausgehen sollte. Die Band lässt sich auch für eine Zugabe auf die Ballsaal-Bühne bitten, verneigt sich stilecht anschließend vor ihren Bewunderern, darunter vornehmlich junge Frauen. Da kann man schnell zur Aussage kommen, die fünfköpfige Truppe eigne sich prima als Santana-Band.

Nur schade, dass so viele Liebhaber des Tango, Latin und Jazz der Veranstaltung fernbleiben. Vielleicht wussten viele nur nicht, dass Dienstag "Swimmingpool"-Tag in der Schaubühne Lindenfels ist, wo Leipziger Bands seit September 2010 für geringen Eintritt für ganz große Klänge sorgen. Hier zeigt sich, wie vielfältig Leipzigs Musiklandschaft ist, ohne sich auf nur ein Genre zu beschränken. Das ist das besondere an der Konzertreihe, die zusammen mit dem kostenlosen "popoolär!"-Sampler zeigt, dass Musik aus Leipzig zu mehr taugt, als einem kleinen Zwischenspiel.

Am 3. Mai geht Swimmingpool in die neunte Runde. Dann spielen die Singer-Songwriter und Folker von Long Voyage auf, der in Sydney gegründeten und nun in Leipzig beheimateten Band vom Leipziger Plattenlabel Analogsoul. Die Oliver Haas Band ist mit ihrem Auftrittsdebüt auch mit von der Partie.

Schaubühne Lindenfels mit "Swimmingpool"
www.schaubuehne.com/Suchfeld Swimmingpool

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