Der Große Preis 2011: Interview mit Moritz Mutter und Rick Barkawitz (1)
Daniel Thalheim
12.05.2011
LiHanabi sind Jury- und Publikumspreisträger Leipziger Band 2010.
Foto: Daniel Thalheim
2010 war der Neustart des Leipziger Musikpreises für Bands aus der Region. Vieles lief anders als erhofft, manches entwickelt sich noch. Die beiden Organisatoren Moritz Mutter und Rick Barkawitz von der Moritzbastei sprachen der L-IZ ins Mikro, und stellen gleich ein paar Neuerungen vor. Auch über die Leipziger Szene gibt es dabei einiges zu sagen.
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Hallo Moritz, hallo Rick, Der Große Preis - das Wichtigste zuerst - wann endet die Anmeldefrist?
Mutter: Die Anmeldung zum Großen Preis läuft noch bis zum 31. Mai. Wir wollen genug Zeit Zeit haben die Jury zu akquirieren und um das Sommerloch drum herum zu kommen.
Vorm Sommerloch muss also alles stehen und sitzen, sozusagen?
Mutter: Genau, der "Große Preis" soll am 29. Oktober im Werk II stattfinden, und zwar in der Halle A nach der zu erwartenden Publikumszahl.
2010 war es auch recht voll geworden...
Mutter: Wir waren jedenfalls zufrieden. Es ist so, dass man nicht mehr erwarten kann. Als wir das übernommen hatten, waren wir auch ein wenig blauäugig heran gegangen, was der ganzen Sache gut tat, so als Neuanfang. Für uns war es ein Erfolg und ich hoffe, dass es auch für 2011 und für Publikum, Jury und Bands gilt.
safi live beim Großen Preis 2010.
Foto: Daniel Thalheim
Wie schätzt du die Möglichkeiten eines Wettbewerbs wie Der Große Preis ein, Bands erfolgreich zu machen?
Mutter: Ich glaube nicht, dass dieser Wettbewerb dazu beiträgt, eine Band "groß" zu machen. Es sind die Bands, die groß sind. Der Preis kann sie finden. Natürlich freut es uns, wenn wir bei einigen Bands recht behalten und sie Erfolg haben.
Zur Zukunft des "Großen Preises": Was wird anders beim Wettbewerb 2011?
Mutter: Wir haben 2010 gemerkt, wie schwierig es ist, so eine Veranstaltung durchzuführen. Das heißt, Preise zu organisieren und die auf die Plätze fest zu legen. Der erste Jurygewinner hat zehn Tage Studioaufenthalt bekommen und braucht das wohlmöglich gar nicht - und so weiter...
Genau das wollen wir in diesem Jahr vermeiden. Es wird einen Preis-Pool geben. Der erste Jurygewinner darf als erstes wählen, nimmt sich das aus dem Pool, was ihn weiter bringt. Das machen wir deswegen, weil die Bands alle einen unterschiedliches Level haben.
Es ist nicht so, dass alle irgendwie gerade ein Album veröffentlicht und genug neues Material zusammen haben müssen, um erneut ins Studio gehen zu können. Der Preis soll ja auch die Bands weiter bringen, das dürfen sie sich in diesem Jahr auch aussuchen.
Barkawitz: Es gibt eigentlich nicht viel Neues. Das klingt vielleicht "negativ", ist es aber gar nicht, weil wir bemüht sind, alles weiter zu entwickeln. Das ist im Grunde das Neue. Wir bauen auf das alles auf, was wir letztes Jahr gemacht haben, die Fehler oder Mängel, die es gab, zu beheben. Wir haben bemerkt, was nicht so gut läuft.
Wie zum Beispiel der Preis-Pool, der aus unserer Sicht sehr wichtig ist, um alles für die Bands attraktiver zu gestalten. Hauptaugenmerk liegt auch darin, den Großen Preis schon bei der Bandbewerbung attraktiver zu machen, über die Preise, über die Gagen. Was die Gagen angeht, wird es ein kleines Honorar sein, plus die Möglichkeit vor vielleicht 700 bis 800 Leuten zu spielen und das in einem sehr professionellen Umfeld.
Mischten beim Großen Preis 2010 in Leipzig ganz vorne mit: Computer Says No.
Foto: Daniel Thalheim
Dadurch bekommt man einen deutlichen Bekanntheitsgrad allein durch die Werbung. Wir werden Plakate kleben, Flyer verteilen, es wird durch die ganze Presse gehen, die Bands werden einzeln in der LVZ vorgestellt, wir arbeiten auch mit dem Kreuzer und auch mit euch zusammen. Wir brauchen jede Unterstützung. Ich glaube, dass die Attraktivität gegeben ist und das müssen wir den Bands begreiflich machen, dass es sich lohnt, drei MP3 zu uns zu schicken, einen kurzen Infotext, Bild usw. Leipziger Bands haben keinen Grund sich nicht zu bewerben.
Im Großen Preis steckt viel Moritzbastei drin. Bei uns spielen regelmäßig Leipziger Bands, stellen hier ihre Platten vor, machen viele Record-Release-Parties. Darunter gibt es viele Liebhaber-Bands wie Monte Filet. Solche Geschichten, die es schwer haben in dieser Stadt. Da sind Musiker dabei, die sich so in ihrer Musik hinein frickeln, dass man den Eindruck hat, das ganze Ringsherum ist egal. Bei einigen Bands ist das Bewusstsein gar nicht da, dass der Große Preis kein Nachwuchswettbewerb ist. Ist auch gar nicht so gedacht. Es sollen sich tatsächlich alle Bands dieser Stadt, die der Meinung sind, dass sie es noch nicht geschafft haben, bewerben. Darum geht's, da wollen wir hin, die wollen wir haben. Das können durchaus gestandenere Bands sein, wie Brockdorff Klanglabor. Es ist eben schwer denke ich, weil die Wahrnehmung bei den letzten Großen Preisen etwas gelitten hat. Das war doch mehr ein Nachwuchswettbewerb gewesen. Das soll's definitiv nicht sein.
Mutter: Auf der anderen Seite hört man Musiker, Bandwettbewerbe bringen es nicht. Da ist es auch argumentativ schwierig heranzukommen. Der Große Preis ist ein Angebot, dass sich Bands zeigen können. wer es nicht annimmt, ist selber Schuld, wie es Rick angedeutet hat. Man kann nicht verlieren bei der ganzen Sache.
Im zweiten Teil des Interviews geht's ein wenig um die Leipziger Musikszene. Dazu morgen an gleicher Stelle mehr.
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