Eine Lesung in Leipzig: Mädelsache! Frauen in der Neonazi-Szene
Gernot Borriss
04.05.2011
Mädelsache!
Cover: Ch. Links Verlag
Um die weibliche Seite des aktuellen deutschen Rechtsextremismus geht es am Mittwoch, 4. Mai 2011, im Leipziger Erich-Zeigner-Haus. Aus ihrem aktuellen Buch „Mädelsache! Frauen in der Neonazi-Szene“ werden die Autoren Andrea Röpke und Andreas Speit ab 17.30 Uhr lesen und zum Thema diskutieren.
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Lange schienen die Jungs in der Neonazi-Szene unter sich. Doch das ist längst Vergangenheit. Immer öfter und immer stärker treten Frauen im rechtsextremen Spektrum in Erscheinung. Nationalismus ist auch in Deutschland zur „Mädelsache“ geworden, wie Strategen der Szene lange propagierten.
Mit Andrea Röpke und Andreas Speit haben zwei sachkundige und engagierte Journalisten und Autoren diese Entwicklung detailreich nachgezeichnet. Furore machten beide bereits mit ihren gemeinsamen Büchern „Braune Kameradschaften. Die militanten Neonazis im Schatten der NPD“ und „Neonazis in Nadelstreifen. Die NPD auf dem Weg in die Mitte der Gesellschaft“.
Das Engagement von Frauen in der Szene ist Teil dieser Strategie zur gesellschaftlichen Etablierung. Die Ergebnisse ihrer Recherchen nebst Analyse legen Röpke und Speit in ihrem neuesten Buch „Mädelsache! Frauen in der Neonazi-Szene“ vor.
Mit diesem durch Kenntnisreichtum und Sachlichkeit aufrüttelnden Werk touren die beiden Autoren derzeit durch das Land. An diesem Mittwoch, 4. Mai 2011, sind sie in Leipzig zu Gast im Erich-Zeigner-Haus. Dort, im Domizil des Erich-Zeigner-Haus-Vereins in der Zschocherschen Straße 21, nahe dem Felsenkeller, werden sie ihr Buch vorstellen.
Für die mitveranstaltenden Bündnisgrünen wird die Leipziger Bundestagsabgeordnete Monika Lazar eingangs Worte der Begrüßung sprechen. Die Politikerin, in ihrer Bundestagsfraktion Sprecherin für Strategien gegen Rechtsextremismus, befasst sich schon seit mehreren Jahren mit dem Themenbereich. „Ich kenne beide AutorInnen des Buches und schätze ihre Arbeit“, sagt Monika Lazar zu L-IZ. Das Buch bietet aus ihrer Sicht einen fundierten Überblick zum Thema.
Mädelsache!
Cover: Ch. Links Verlag
Mit den Autoren pflegen die Grünen schon länger inhaltlichen Austausch. “Ich freue mich, dass beide nach der Buchvorstellung auf der diesjährigen Leipziger Buchmesse wieder zu einer Buchlesung in Leipzig sind und übernehme am 4. Mai gerne die Begrüßung zur Veranstaltung“, fügt die Grüne hinzu.
Weitere Kooperationspartnerin der Veranstaltung ist die Evangelische Aktionsgemeinschaft für Familienfragen, Landesarbeitskreis Sachsen (eaf). Gemeinsam mit dem Landesjugendpfarramt der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens will die eaf durch Veranstaltungen wie diese Lesung 'Familien stärken - Demokratie stärken'. Dabei gehe es um das Verhalten gegenüber undemokratischen Tendenzen sowie um Aufklärung zum Thema Codes bei Kleidung, Sprache und Verhalten.
Der Schwerpunkt Frauen und Rechtsextremismus sei gewählt worden, um „insbesondere eine Sensibilisierung der Elternschaft in Kindertagesstätten zu erreichen“, erläutert die sächsische eaf-Geschäftsführerin Eva Brackelmann.
Frank Kimmerle vom Erich-Zeigner-Haus-Verein sieht die Veranstaltung im Zusammenhang mit dem Courage-Konzert am 30. April und der Kundgebung in Lindenau am 8. Mai zum Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus. Früher seien Frauen „Beiwerk“ in der rechtsextremen Szene gewesen, so Kimmerle. Heute hingegen würden sich selbstbewusste Frauen aus dem Spektrum in den Elternvertretungen, Klubs und Vereinen engagieren. „Noch findet das eher auf dem Land statt“, so Frank Kimmerle, „doch die Entwicklung ist auch in den Städten möglich.“ Deshalb wolle man mit der Veranstaltung eine breitere Öffentlichkeit auf die Problematik hinweisen. Auch freue es ihn, dass die Lesung von verschiedenen Partnern und parteiübergreifend getragen werde.
4. Mai, 17:30 Uhr: Buchvorstellung "Mädelsache!", Mitwirkende: Andrea Röpke, Andreas Speit. Moderation: Christian Werner, Journalist und Autor. Begrüßung Monika Lazar MdB.
Veranstaltungsort: Erich-Zeigner-Haus, Zschochersche Straße 21
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