Ein Kulturpreis für Leipzig: David Timm erhält erste "Goldene Zigarre“ der Peter-Degner-Stiftung
Sebastian Beyer
07.09.2011
Peter Degner, David Timm und Elke Sommer bei der Goldenen Zigarre 2011.
Bild: Sebastian Beyer
Es ist der erste Preis dieser Art für Leipziger Kulturschaffende. Mit David Timm hat sich die Peter-Degner-Stiftung einen Mann ausgesucht, der wohl nicht jedem Leipziger sofort bekannt sein dürfte. Es ist kein Neo Rauch, kein Sebastian Hartmann, kein Kurt Masur. Aber Engagement findet in Leipzig oft genug abseits der großen Häuser statt, zumal David Timm auch musikalisch punkten kann. An ihn ging am Montagabend die erste "Goldene Zigarre".
Anzeige
Ganz still hörte der Preisträger der Laudatio am 5. September im Penta Hotel in der Leipziger Brockhausstraße zu, in der ihn Elke Sommer als „tollen Musiker, Jazz-Pianist, Organisten und Dirigenten“ lobte. Dass er dieses Lob verdient, stellte David Timm nach der Preisverleihung zusammen mit Wolfram Dix, Matthias Buchholz und Reiko Brockelt als Jazzquartett unter Beweis. Mit beschwingten Bearbeitungen klassischer Stücke von Grieg über Franz Liszt zu Beethoven brachten sie Leben in die Bude. Etliche Füße wippten im Takt mit.
Dem Angebot Timms, den Saal zu verlassen, falls die Musik nicht gefiele, kam niemand nach. Im Gegenteil - das Publikum schenkte den Soli der Musiker größte Aufmerksamkeit und applaudierte stehend am Ende des Konzerts dem Quartett. David Timm war während des Kurz-Auftritts nichts mehr von der sympathischen Schüchternheit anzumerken, mit der er der Laudatio lauschte. „Es ist ein eigenartiges Gefühl, so heraus gehoben zu werden. Da fragt man sich 'Ist das wirklich alles so, wie es gesagt wird?", sagte er mit dem Understatement eines Norddeutschen in seiner Dankesrede.
David Timm.
Bild: Sebastian Beyer
Dabei gibt es Gründe genug, gerade ihn als erste Wahl über das eigene musikalische Wirken hinaus zu sehen. So ist der hochbegabte Musiker unter anderem einer der Mitbegründer und Vorstandsvorsitzender der Richard Wagner Gesellschaft Leipzig 2013 e. V., wurde beim Internationalen Wettbewerb für Orgelimprovisation in Schwäbisch Gmünd mit dem ersten Preis ausgezeichnet und bekam bereits 2008 den Mozartpreis der Sächsischen Mozart-Gesellschaft. Vor allem sein Engagement für junge Musiker würden viele seiner Kollegen hervorheben. Ist er doch nicht zuletzt Schirmherr der Musikinitiative "Musik macht schlau".
Am Blüthner-Flügel war der 1969 in Waren/Müritz geborene Leipziger Universitätsmusikdirektor und Leiter des Universitätschores dann sichtlich in seinem Element. Es hätte auch eine Orgel sein können, immerhin lehrt Timm das Fach Liturgisches Orgelspiel an der Hochschule für Musik und Theater. Das Preisgeld in Höhe von dreitausend Euro spendete er zu je einem Drittel an „Musik macht schlau“, die „Kids Jazz L.E“ und eine Initiative in Äthiopien, die sich dem Bau von Schulen widmet.
So hat denn auch das Preisgeld von „Die goldene Zigarre“ über die Auszeichnung eines Leipzigers, der sich täglich um die Kultur in der Messestadt verdient macht, einen sinnvollen Weg gefunden. „Es sind nicht nur die ganz großen Künstler wichtig, sondern viel mehr noch die, die erst groß werden.“ so das Credo des Preises. Weshalb es nicht überraschte, dass mit Richard Istel ein gerade mal 12-Jähriger vor der Verleihung Elke Sommers Lieblingslied „Hallelujah“ anstimmte. Nach dem Song von Leonard Cohen folgte noch Kultur von Elke Sommer selbst, welche als Laudatorin anschließend zur Auflockerung ein paar Lieder sang - natürlich oft unter Begleitung von David Timm am Klavier.
Nach „My Funny Valentine“ eine etwas abgewandelte Fassung von „Oh, mein Papa“und „Smile“, ging die erste Preisverleihung mit David Timm und Elke Sommer unter dem altbekannten Rausschmeißer „Der Mond ist aufgegangen" unter kräftigem Mitsingen der Gäste zu Ende. Bis auf ein nächstes Mal im kommenden Jahr, so sahen es zumindest die Abwesenden. Ein hübscher Einstig in eine neue Preisrunde 2012 schien geschafft. Die meisten der Gäste werden wohl im kommenden Jahr erneut dabei sein wollen, wenn die "Goldene Zigarre" 2012 erneut einen Üreisträger oder zu Abwechslung vielleicht eine Preisträgerin findet.
Das mit dem U-Boot-Bau haben wir ja traditionell ganz gut raus. Doch wo Dönitz noch so blöd war, die eigenen Männer zum Wolf spielen rauszuschicken, gibt’s die Stahlsärge heute im Dutzend billiger direkt ins geplante Kriegsgebiet. Ohne Besatzung versteht sich. Das Verhältnis zwischen Profit und Eigenverlust bleibt also diesmal intakt. mehr…
Überraschung beim 1. FC Lok: Kurz vor dem ersten Oberliga-Punktspiel im neuen Jahr hat Trainer Willi Kronhardt den bisherigen Kapitän Thorsten Görke in die zweite Mannschaft gesteckt. Zum neuen Kapitän wählte die Mannschaft Außenverteidiger Jens Werner. mehr…
Möglicherweise erlebt die Messestadt am Sonnabend, 25. Februar 2012 ein Rechtsrockkonzert. Die Hooligan-Band "Kategorie C" plant im "Großraum Leipzig" einen Balladenabend. Einladungen zum Auftritt geistern seit wenigen Tagen durch soziale Netzwerke. mehr…
Mit "Bonbons und Schokolade" wirbelten in den frühen Achtzigern vier junge Männer durch die DDR. Die Folge-Werke wurden noch besser aufgenommen. Dann in den Neunzigern das Aus. "Positiv" war das Comeback. Mit "Treibstoff" kommt Sänger und Bandkopf Mike Kilian auch nach Leipzig. Er hofft auf zahlreiche Besucher, Girls und vielleicht auf den einen oder anderen "Prinzen". mehr…
Im Zusammenhang mit dem Raubkopierer-Portal kino.to wurde bei einer Razzia in Sachsen und Hessen laut Generalstaatsanwaltschaft Dresden der Betreiber eines Zuliefererportals für kino.to festgenommen. Auch ein weiterer mutmaßlicher Mitstreiter des Betreibers von skyload.net, ein Hesse, ging den Strafverfolgern ins Netz. mehr…
Doris Dörrie setzt sich in ihren Filmen gern mit Antihelden auseinander. Oft sind ihre Protagonisten liebevolle Außenseiter vom Bodensatz der Gesellschaft. Nach ihrem durchwachsenem Ausflug in die Welt der übergewichtigen Friseuse Kathi ("Die Friseuse", 2010) hat die Münchenerin mit "Glück" ein rührseliges Liebesdrama inszeniert. mehr…
Gerhard Pötzsch vertritt die Leipziger SPD als kulturpolitischer Sprecher und als Mitglied im Betriebsausschuss Kulturstätten im Stadtrat. Was er von der Debatte um das Actori-Gutachten hält und um was es sich bei Kultur allgemein drehen sollte, erzählt er im L-IZ-Kurzinterview. mehr…
Der Beschuldigte schweigt eisern, doch die Staatsanwaltschaft hat offenbar genug Indizien gesammelt, um eine Anklage wegen Mordes zu erheben. Genau das hat jetzt die Leipziger Strafverfolgungsbehörde im Falle der im letzten November getöteten Studentin getan. mehr…
Detlev F. (54) sah gezeichnet aus, als Richter Norbert Göbel am Dienstag, 21. Februar, kurz vor 12 Uhr im Landgericht das Urteil verkündete. Der Oschatzer soll sechseinhalb Jahre ins Gefängnis. Staatsanwältin Anett Schneider warf dem gelernten Eisenbahner vor, in 50 Fällen drei seiner sieben Kinder missbraucht zu haben. Nachdem die Verfahrensbeteiligen einen Deal aushandelten, gestand er und zeigte Reue. mehr…
Nach einer 5:7-Niederlage am letzten Wochenende in Königs Wusterhausen und einem 5:3-Heimsieg gegen Breitenhagen haben die Hockeyherren des Leipziger Sport-Club weiter alle Chancen auf den Klassenerhalt. Den Verbleib in der Regionalliga können die Schleußiger bereits am kommenden Sonnabend beim Tabellenletzten HTC Spandau klarmachen. mehr…
Es tut sich was in letzter Zeit an der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig. Ob Förderungen oder Wissenschaftspreise, das „Einheimsen“ von Drittmitteln wird in Zeiten einer rigiden Sparpolitik seitens der Landesregierung zu einer immer wichtigeren und unverzichtbareren Einnahmequelle. Da kommt der Leipziger Uni ihre hohe Qualität in Sachen Forschung sehr zugute. mehr…
Am Donnerstag, 23. Februar, beginnt die Immobilien-Messe in Leipzig. Sie ist ein Gradmesser. Sogar ein ganz guter. Denn wenn Häuser und Grundstücke in einer Ecke der Welt liegen bleiben wie Blei, dann geht's dieser Weltecke ganz bestimmt nicht gut. Aber so ist es nicht. Im Gegenteil: Sogar die Mieten steigen. mehr…
In Leipzig sind demnächst die Saurier im Linienbetrieb unterwegs. Ab dem ersten März ziert ein neuer Straßenbahnzug im Dinosaurierdesign die Straßen der Stadt. Die fauchenden Abbilder der Urzeitgestalten des Saurierparks in Kleinwelka, nordwestlich von Bautzen gelegen, fahren dann für drei Jahre über die Bahngleise der Leipziger Verkehrsbetriebe. mehr…
Am Lindenauer Markt suchen zehn große Schaukästen Künstler zwecks Gestaltung. Im Mai 2012 soll auf Anregung der dortigen Immobilien- und Standortgemeinschaft das unabhängige Projekt Kunstraum [10].lindenau entstehen. Die Schaukästen von 3,5 Metern im Quadrat sind Teil des architektonischen Konzepts am künftigen Einkaufszentrum. mehr…
Da kann man jetzt wieder gespannt sein, wie andere das aufbereiten, was die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) am Dienstag, 21. Februar, als neues Ranking präsentiert hat. Natürlich mit Leipzig drin. Zehn deutsche Städte hat die FAZ zusammen mit der Unternehmensberatung Roland Berger verglichen. Titel: "Deutschlands lebendigste Städte". mehr…