Tag des offenen Denkmals am 11. September: Hingucker von Wassermühle bis Schinkeltor
Ralf Julke
09.09.2011
Musikpavillon im Clara-Zetkin-Park.
Foto: Musikpavillon Leipzig
Am Sonntag, 11. September, ist auch in Leipzig wieder "Tag des offenen Denkmals". Der Tag, an dem sich die Gelegenheit bietet, zahlreiche historische Bauten einmal von innen zu sehen, die man sonst eher nie auf diese Weise zu sehen bekommt. Sommerliche 26 Grad Celsius kündigt der Wetterdienst für diesen Sonntag an.
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Da bietet sich der Tag geradezu an, gleich mehrere der Angebote wahrzunehmen, die von verschiedenen Institutionen an diesem Tag angeboten werden. Um 10 Uhr eröffnet der Kulturbürgermeister der Stadt, Michael Faber, den Denkmalstag in der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ in der Grassistraße. Sehr zur Freude des Leipziger Notenspur-Projekts, das sich mit diesem "Tag des Denkmals" ein wenig in den Mittelpunkt gerückt sieht.
Denn die Hochschule ist einer der vielen authentischen Schaffensorte des Notenspur-Projektes. Anliegen der Veranstaltung ist es, den Gedanken der Notenspur-Initiative mit jenem des Tages des offenen Denkmals zusammenzuführen. Aus der Sicht einer Musikinstitution geht der Rektor der Hochschule, Prof. Robert Ehrlich, auf diese Verbindung ein. Der Leiter der Notenspur-Initiative, Prof. Werner Schneider, gibt über den Fortgang des Notenspur-Projektes Auskunft, dessen Eröffnung am 12. Mai 2012 bevorsteht. Dazwischen erklingt Musik des Namensgebers der Hochschule, gespielt von Daniel Wachsmuth und Tomoko Takeshita. Der Eintritt ist kostenlos.
Das diesjährige Motto des Tages „Romantik, Realismus, Revolution – Das 19. Jahrhundert“ verknüpft ideal Architektur und Stadtgeschichte einerseits mit den vielfältigen musikalischen Traditionen unserer Stadt andererseits, so wie es das Anliegen der Notenspur ist. Zehn Gebäude der Leipziger Notenspur öffnen zum Tag des offenen Denkmals, darunter mit Schumann-Haus, Mendelssohn-Haus, Grieg-Begegnungsstätte, Bose-Haus, Alter Nikolaischule und dem Hauptgebäude der Hochschule für Musik und Theater in der Grassistraße Musikstätten, mit denen sich Leipzig für die UNESCO-Welterbeliste bewerben will.
Weitere Gebäude der Leipziger Notenspur, die an diesem Sonntag ihre Pforten öffnen, sind die Oper Leipzig, das Alte Rathaus und das Grassi-Museum für Musikinstrumente.
Hingucker: Rektoratsgebäude der Universität
Treppenhaus im Rektoratsgebäude der Universität Leipzig.
Foto: Werner Schneider
Aber auch das Rektoratsgebäude der Universität an der Ecke Goethestraße/(Kleine) Ritterstraße fügt sich diesmal musikalisch in den Tag ein. Nur selten nach seiner Restaurierung bis zum Jahr 1997 öffnete das Rektoratsgebäude mit dem Alten Senatssaal in der Ritterstraße 26, einem der ältesten Grundstücke der Universität, bislang seine Türen einem großen Publikum. Das festliche ehemalige Königliche Palais wurde in den 60er Jahren des 19. Jahrhunderts von Universitätsbaumeister Albert Geutebrück als Residenz der sächsischen Könige bei ihren Aufenthalten in Leipzig errichtet und 1895/96 im Inneren durch Arwed Rossbach (1844 -1902) im Stil des Rokoko umgebaut. Dabei entstanden das Treppenhaus und die Repräsentationsräume im 1. Obergeschoss (heutiger "Alter Senatssaal").
Nach der denkmalgerechten Sanierung und einem Teilumbau beherbergt das Gebäude seit 1997 wieder das Rektorat der Universität sowie im Erdgeschoss die Studiensammlung für universitären Kunstbesitz. Universität und Musikstadt Leipzig sind seit Jahrhunderten auf vielfältige Weise miteinander verbunden. Deshalb erklingt am Sonntag zum Abschluss der Führungen in der eindrucksvollen Kulisse des Alten Senatssaales Klaviermusik der ehemaligen Studenten der Leipziger Universität Robert Schumann und Richard Wagner, gespielt vom ukrainischen Meisterpianisten Igor Gryshyn. Auch hier ist der Eintritt kostenlos.
Öffnungszeiten am Tag des offenen Denkmals: 12-15 Uhr; Führungen: 12 und 13 Uhr (Treffpunkt Foyer)
Hingucker: Dölitzer Wassermühle
Die „Dölitzer Wassermühle“ hat ein neues Tragwerk. Als nächstes soll sie neue Fenster bekommen – ein weiteres Großprojekt für den Verein Grün-Alternatives Zentrum Leipzig. Beim Tag des offenen Denkmals können sich Besucher über den Fortschritt der Sanierung informieren.
Das Innere der Mühle duftet nach frischem Holz. Handwerker haben hier von November 2010 bis Ende April 2011 das Tragwerk des Mühlengebäudes ertüchtigt, marode Balken getauscht, Stahlträger eingezogen, ein neues Fundament gebaut und für eine komplette Innenversteifung des Gebäudes gesorgt. Der gemeinnützige Verein Grün-Alternatives Zentrum Leipzig widmet sich seit vielen Jahren der Erhaltung und Sanierung der Dölitzer Wassermühle. Im Laufe der Zeit hatte das Tragwerk deutlich an Struktur verloren und eine Stabilisierung war dringend nötig geworden. Auch die Fassade am Südgiebel konnte in diesem Jahr erneuert werden. Das alles geschah mit Unterstützung durch das Jobcenter Leipzig und das städtische Amt für Bauordnung und Denkmalpflege.
Am „Tag des offenen Denkmals“, 11. September, können von 12:00 bis 18:00 Uhr interessierte Besucher nun wieder das historische Mühlengebäude betreten und sich selbst ein Bild von den Fortschritten der Sanierung machen.
Bei dieser Gelegenheit möchte der Verein in Vorschau auf das 200-jährige Jubiläum der Mühle im Jahr 2014 möglichst viele Menschen für den Erhalt dieser letzten funktionierenden Wassermühle Leipzigs begeistern. Denn bevor es mit dem Innenausbau weiter gehen und ein Mühlenmuseum mit Café eingerichtet werden kann, müssen noch sechzig neue Kastenfenster - gefertigt nach historischem Vorbild - in das Gebäude eingesetzt werden. „Das ist unser nächstes großes Vorhaben, denn ohne Fenster fehlt einem Haus die Seele“, so Katrin Reschke vom Verein. Allerdings ist die Finanzierung noch nicht in Sack und Tüten. Eine denkmalgerechte Sanierung in einer Größenordnung von mehreren Zehntausend Euro ist für einen gemeinnützigen Verein nicht allein zu stemmen. „Wir werden deshalb noch in diesem Jahr versuchen, Leipziger Firmen als Fensterpaten zu gewinnen und hoffen so auf eine finanzielle Unterstützung für den Kauf und Einbau der 60 neuen Fenster.“
Die Mühle wird wohl noch eine Zeit lang eine Baustelle bleiben. Der Verein freut sich aber über jeden Teilerfolg und arbeitet weiter an dem Ziel, dieses Baudenkmal in Leipzig zu neuem Leben zu erwecken.
Hingucker: Leipziger Stadtbad
Das Leipziger Stadtbad ist mit von der Partie, wenn am Tag des offenen Denkmals zahlreiche historische Gebäude der Messestadt einem breiten Publikum zugänglich gemacht werden. Am 11. September können Interessierte zwischen 14 und 18 Uhr den 1916 eröffneten Gebäudekomplex besichtigen. Der Eintritt ist frei.
„Das ist für uns eine willkommene Gelegenheit, erneut für unser Anliegen zu werben, das Stadtbad bis zum Jahr 2016 für die Wiedereröffnung herzurichten“, sagt Dirk Thärichen, Vorstandsvorsitzender der Förderstiftung Leipziger Stadtbad.
Wer am 11. September ins Stadtbad kommt, kann sich jeweils um 14:00 Uhr und um 14:30 Uhr geführten Touren durch den Förderer Treffpunkt Leipzig anschließen. Oder selbst die Sauna, die Saunaruheräume, die Männerschwimmhalle sowie die Frauenschwimmhalle erkunden. Zum gemütlichen Abschluss können sich alle Leipzigerinnen und Leipziger bei Kaffee und „Stadtbadwelle“ des Stadtbad-Förderers Bäckerei Wendl stärken, die mit einem Tagescafé dabei sind. Der Infostand der Förderstiftung Leipziger Stadtbad komplettiert den unterhaltsamen Sonntagnachmittag für die Besucher.
Hingucker: Bibliotheca Albertina
Treppenhaus der Bibliotheca Albertina.
Foto: Ralf Julke
Die Universität Leipzig lädt am 11. September in die Bibliotheca Albertina, in das Rektoratsgebäude sowie ans Schinkeltor ein. Die Bibliotheca Albertina, Hauptgebäude der 1543 gegründeten Universitätsbibliothek, gehört zu den bedeutenden Bauten des Leipziger Musikviertels. Das von dem Leipziger Architekten Arwed Roßbach (1844-1902) von 1887 bis 1891 errichtete Gebäude entspricht in seiner Ausführung ganz dem Repräsentationsbedürfnis der Zeit. Die imposante 107 Meter lange Hauptfassade wird dominiert von einem fünfachsigen Mittelrisalit, gekrönt von einer Attika und zwei dreiachsigen Eckrisaliten. Ein umfangreiches Bildprogramm schmückt das Bauwerk. 1945 wurde das Gebäude zu zwei Dritteln zerstört. Nach dem 2002 abgeschlossenen Wiederaufbau, verbunden mit einer Modernisierung im Inneren empfangen den Besucher heute das beeindruckende Vestibül mit seinen Toskanischen Säulen aus schwarzem Marmor und die dreiläufige Marmortreppe.
Heute ist die Bibliotheca Albertina eine der wenigen Leipziger Universitätsbauten des 19. Jahrhunderts. Öffnungszeit: 10-18 Uhr, Führungen: 11 und 14 Uhr (Treffpunkt Foyer), weitere Aktionen: Ausstellung: Werner Tübke "Die Skizzenbücher" 15 Uhr Öffentliche Führung (Eintritt frei)
Hingucker: Schinkeltor
Das von dem bedeutendsten Architekten des Klassizismus, Karl Friedrich Schinkel, entworfene Hauptportal für das Augusteum hat die Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs und die Kahlschlag-Politik der DDR fast schadlos überdauert. Im neuen Campus der Universität wird so das Schinkeltor seiner Funktion wieder gerecht und dient als Portal, das den Übergang vom Leibniz-Forum zum Foyer des Hauptgebäudes markiert. 1836 von dem Bildhauer Ernst Rietschel ausgeführt und geschmückt mit den Figuren der Melpomene und der Kalliope, ist es ein Kleinod klassizistischer Bau- und Bildhauerkunst des 19. Jahrhunderts
Führungen 11 und 14 Uhr (Treffpunkt Grimmaische Straße, am Eingang zum Leibniz-Forum der Universität)
Fast 100 Jahre alt: Musikpavillon im Clara-Zetkin-Park.
Foto: Musikpavillon Leipzig
Hingucker: Musikpavillon
Auch in diesem Jahr ist der historische Musikpavillon im Clara-Zetkin-Park ein Teil des „Tags des offenen Denkmals“. Die Geschichte des Musikpavillons, der 2012 sein 100-jähriges Bestehen feiern wird, ist lang und von Höhen und Tiefen geprägt. Trotz aller Hürden ist der Musikpavillon kulturell kaum mehr aus Leipzig wegzudenken. Immer mehr Leipziger finden ihre Freude an dem kulturellen Programm. Deshalb sind auch zum „Tag des offenen Denkmals“ am Sonntag, den 11. September einige besondere Programmpunkte im Angebot:
Ab 13.30 Uhr eröffnet der Leipziger Arbeitslosenchor La Bohème den Tag des offenen Denkmals am Musikpavillon. Seit August 2009 singt der "Chor La Bohème": Erwerbslose, Minijobber und Geringverdiener, Frauen in Elternzeit und Rentner. Der Name des Chores wurde nicht zufällig gewählt: „Wir fühlen uns ein bisschen wie Bohèmes - die arbeitslosen, unkonventionellen Künstler des 19. und 20. Jahrhunderts, die sich mit Leidenschaft der Kunst hingaben, selbst wenn sie nicht zum Broterwerb reichte“, erklärt Chorleiter Uwe Buckendahl.
Ab 14.30 Uhr spielen Trio Saviano klassische und moderne Stücke auf klassischen Instrumenten von Komponisten wie J.S. Bach bis Gershwin zum Thema Romantik, Realismus, Revolution – das 19. Jahrhundert. Bemerkenswert: Ein italienisches Instrument aus dem Jahr 1786.
Ab ca. 15:30 Uhr und ca. 17:00 Uhr heißt es "Einer für alle ... alle für einen". – Das Musketier-Prinzip ist zeitlos und begleitet uns durch das Leben. Passend zum Thema wird es Theater- und Kampfszenen geben, die in Kooperation mit dem Fechtstudio Leipzig aufgeführt werden. Eintritt frei.
Hingucker: Südfriedhof
Am Tag des Offenen Denkmals am Sonntag, 11. September, wird ab 10 Uhr eine Führung durch die Trauerhallen und das Kolumbarium auf dem Südfriedhof angeboten. Die Trauerhallen sind nur im Rahmen dieser Führung zu besichtigen. Das Kolumbarium ist für die Besucher ganztägig während der Öffnungszeiten des Friedhofes geöffnet.
Albrecht Graichen, Abteilungsleiter Friedhöfe, wird auf die reiche Symbolik dieses Gebäudekomplexes eingehen und Fragen, die sich mit dem letzten würdevollen Abschied beschäftigen, beantworten. Die Führung ist kostenfrei. Spenden werden ausschließlich zur Sanierung der historischen Toranlage an der Prager Straße verwendet.
Hingucker: Museum für Druckkunst Leipzig
Kniehebelpresse („Dingler-Presse“, Bj. 1865) im Museum für Druckkunst.
Foto: Museum für Druckkunst
Auch das Museum für Druckkunst Leipzig und die im selben Haus ansässige Lichtdruckwerkstatt des Lichtdruck-Kunst Leipzig e.V. öffnen an diesem Tag bei freiem Eintritt ihre Pforten. - Die Besucher in der Nonnenstraße 38 erwartet ein Rundgang durch 500 Jahre Druckgeschichte, bei dem vor allem das 19. Jahrhundert eine zentrale Rolle spielt. In der Schriftgießerei (1. Etage) wird deutlich, welche technischen Innovationen das 19. Jahrhundert für die Herstellung von Bleilettern mit sich brachte, die bisher in mühevoller Arbeit produziert wurden. Zahlreiche Maschinen aus dieser Zeit belegen ausgefeilte Ingenieurskunst.
Auch im drucktechnischen Bereich revolutionierte das 19. Jahrhundert die Fertigungsprozesse. Im Kleinen Drucksaal zeigen verschiedenste Druckpressen und -maschinen die Neuerungen auf. Neben den reich verzierten Kniehebelpressen sind es vor allem die praktischen Tiegeldruckpressen, die ein effizienteres Arbeiten in Druckereien ermöglichten. Die wohl wichtigste Erfindung für die Satzherstellung zeigt die 1894 von Ottmar Mergenthaler konstruierte Zeilensetz- und -gießmaschine „Linotype“. Im Museum kann an einer funktionierenden Maschine der beeindruckende Mechanismus einer Linotype live erlebt werden.
Die Erfindung der Fotografie war im 19. Jahrhundert jedoch eine der weltweit bedeutendsten Innovationen. Auch für Druckprozesse wurde sie wenige Jahre nach ihrer Erfindung angewandt. Mit dem Lichtdruck konnten ab 1855 erstmals Drucke in Fotoqualität hergestellt werden. Bis ins 20. Jahrhundert und auch heute noch gilt der Lichtdruck als „Königin der Drucktechniken“. Die Leipziger Lichtdruckwerkstatt ist eine der letzten weltweit und bietet einen Einblick in eine fast vergessene Druckkunst.
Hingucker: Thomaskirche und Lutherkirche
Am 11. September beteiligen sich auch die Thomaskirche und die Lutherkirche mit zahlreichen Veranstaltungen. Um 9.30 Uhr gibt es den Gottesdienst mit dem Thomanerchor in der Thomaskirche, anschließend Kirchencafé in der Selneckersakristei. Danach Orgelführungen (12 und 13 Uhr), Turmführungen (14 und 15 Uhr), eine Kirchenführung um 15 Uhr und um 18 Uhr den Abendgottesdienst.
Die Lutherkirche ist von 14.00 Uhr bis 18.00 Uhr geöffnet. Um 16.00 Uhr spielt Kristiane Köbler auf der Kreutzbach-Orgel in der Lutherkirche.
Hingucker: Gründerzeit in Leutzsch
Der Tag des offenen Denkmals wendet sich dieses Jahr thematisch einer Epoche zu, die auch in städtebaulicher Hinsicht Spuren hinterließ. Denn infolge der Industrialisierung erlebten Städte einen massiven Umbau. Es entstanden Arbeiterquartiere und mit ihnen Schulen, Krankenhäuser, Kirchen und Parks.
Ein typisches Beispiel ist die Georg-Schwarz-Straße. Industriepioniere wie Karl Heine, Anton Mädler oder der Seifenfabrikant Moritz Friedrich waren es, die am Ende des vorletzten Jahrhunderts Stadtteile im Leipziger Westen entwickelten und zum Entstehen von Wohnquartieren beitrugen, die Lindenau und Leutzsch zusammenwachsen ließen.
Gemeinsam mit dem Diakonissenhaus lädt die Leipziger Stadtbau AG am 11. September zur Entdeckungsreise ein. Auf Rundgängen und Führungen erfährt man, welche Spuren die so genannte „Gründerzeit“ an der Georg-Schwarz-Straße hinterließ, welchen Anteil das Diakonissenhaus an dieser Entwicklung nahm und welche Wege die neuen „Gründer“ im Brunnenviertel vis-à-vis einschlagen. Der Besuch ist auch eine gute Gelegenheit, um die Galerie der Bildhauerin und Malerin Helena Garcia in der Georg-Schwarz-Straße 70 kennen zu lernen, die an diesem Wochenende eröffnet und vielleicht einen Kaffee Schwarz im gleichnamigen Eck-Café zu trinken.
Um 10 Uhr gibt es eine Führung mit Rainer Müller zur Gründerzeit 2.0 durch die Georg-Schwarz-Straße; Treff: Georg-Schwarz-Straße 1, Ziel: Georg-Schwarz-Straße 56
Um 10, 12, 14 und 16 Uhr gibt es Führungen im Brunnenviertel; Treffpunkt: Gemeinschaftsgarten, Zugang Georg-Schwarz-Straße 54/56.
Um 14 und 16 Uhr geht's ums Diakonissenhaus: 111 Jahre Anteil an der Geschichte Lindenaus. Eine Historische Führung und Besichtigung des denkmalgeschützten Mutterhauses mit Dr. Georg Gitschel und Pfarrer Hans-Christoph Runne; Treff: Ev.-Luth. Diakonissenhaus Leipzig, Treff am Mutterhaus, Georg-Schwarz-Straße 49 (Telefonzelle)
Von 10 bis 17 Uhr gibt es Aktionen im Atelier von Helena Garcia (Georg-Schwarz-Straße 70), im Kaffee Schwarz (Georg-Schwarz-Straße 56) und Mitmach-Angebote für Kinder und Informationen zur Gründerzeit 2.0.
Hingucker: Villa Hasenholz
Am Sonntag, dem 11. September 2011 wird die Villa Hasenholz (Gustav-Esche-Straße 1 in Leutzsch) zu dem, was sie einst war: einem der beliebtesten Freizeit- und Ausflugszielen der Leipziger Bürgerinnen und Bürger. Die Leipziger Denkmalstiftung bietet in Kooperation mit der Pächterin der Villa, Marion Salzmann, im Rahmen des „Tags des offenen Denkmals“ Führungen durch das Haus an. Zwischen 10 und 16 Uhr stehen die Türen der Villa für jedermann offen. Um 10:30 Uhr, 12:30 Uhr und 14:30 Uhr finden Führungen durch das Haus statt, die die Geschichte des Ortes ebenso wie die Architektur des Hauses und die Pläne für eine zukünftige Nutzung thematisieren.
Darüber hinaus bietet die Leipziger Denkmalstiftung an einem Informationsstand die Möglichkeit, sich über die Arbeit der Stiftung zu informieren. Die Ausstellung „DENKMAL_Landschaften Leipzig 2010“ ist während der ganzen Zeit frei zugänglich. Die Villa Hasenholz ist ebenfalls mit einem Info-Stand vertreten, so dass man sich auch außerhalb der öffentlichen Führungen über das Haus informieren kann.
Die Villa Hasenholz wurde 1889 am nördlichen Auenwald, in der Nähe des Bahnhofs Leutzsch, im Auftrag von Rudolf Grohmann, erbaut. Die Gastwirtschaft „Zur Burgaue“ wurde in dem dreigeschössigen Putz-Klinker-Bau eröffnet und entwickelte sich rasch zu einem der beliebtesten Ausflugsziele der Leipziger. Als besondere architektonische Perle gilt der 1894 erfolgte Anbau einer Kolonnade an den in sich einmaligen Tanzsaal. Nach langem Leerstand wird die Villa Hasenholz heute zu einer Pension für Künstler sowie einem Veranstaltungsort entwickelt.
Dabei unterstützt sie die 2009 gegründete Leipziger Denkmalstiftung. Diese setzt sich für Baudenkmale in Leipzig und in Mitteldeutschland ein, die akut in ihrem Bestand gefährdet sind. Zu den Projekten der Stiftung gehören unter anderem ein Beraterkreis und die Denkmaldatenbank. Die Stiftung bietet zudem Führungen zu unterschiedlichen Baudenkmalen an. Auch letztes Jahr war sie am Tag des offenen Denkmals vertreten.
Hingucker außerhalb: Der „Zehmener Altar“ in der Katharinenkirche Großdeuben
Zum Tag des offenen Denkmals öffnet die Katharinenkirche Großdeuben im Leipziger Süden von 15.00 bis 16.30 Uhr ihre Türen. In der 1716 erbauten Kirche gibt es in der Lutherstube einen gotischen Altar aus dem 16. Jahrhundert zu besichtigen, der ursprünglich aus der Kirche des abgebaggerten Ortes Zehmen stammt. Der gemeinnützige Verein Kunstretter e.V. stellt das Projekt „Zehmener Altar“ zur Restaurierung dieses Altars vor. Interessant sind dabei auch Informationen zum ikonografischen Hintergrund der Altarfiguren und zum Zustand des Altars aus restauratorischer Sicht.
Der im letzten Jahr gegründete Verein hat sich als Ziel gesetzt, vergessene und Sparzwängen zum Opfer gefallene Kunstwerke nicht nur restaurieren zu lassen, sondern diese wieder auf vielfältige Weise in die Gesellschaft zu integrieren.
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