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Runder Tisch Kultur: Initiative Leipzig+Kultur trifft sich regelmäßig mit Kulturdezernenten und begrüßt neue Förderrichtlinie

Daniel Thalheim
Initiative Leipzig plus Kultur bei ihrer ersten Vollversammlung Herbst 2010.
Initiative Leipzig plus Kultur bei ihrer ersten Vollversammlung Herbst 2010.
Foto: Daniel Thalheim
Es gibt ihn wieder. "Am 20. Juni gab es in der Volkshochschule eine konstituierende Sitzung für die Neuauflage des Runden Tisches Freie Szene mit dem Kulturdezernenten, Vertretern der Parteien und des Fachausschuss Kultur und den Spartenvertretern von L+K", teilt Torsten Reitler mit. Im Herbst geht es weiter rund um Kulturpolitik in der Messestadt.

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"Nach einer derart langen Unterbrechung und wahlbedingt gravierenden personellen Veränderungen im Fachausschuss Kultur war es notwendig, eine konstituierende Sitzung einzuberufen", so Reitler auf der Webseite von "Leipzig plus Kultur" schon im Juli 2011. Reitler begrüßt stellvertretend für die Leipziger Kulturinitiative den Zuspruch von eingeladenen Politikern. "Eingeladen hat nach Vorgesprächen mit Kulturausschuss und dem Kulturdezernenten die Initiative Leipzig + Kultur. Der Einladung gefolgt sind Wolfram Leuze, Reik Hesselbarth, Skadi Jennike und Michael Faber. Entschuldigt fehlten die Vertreter der Bürgerfraktion und der SPD. Von Seiten der CDU gab es keine Reaktion auf die Einladung."

Kulturdezernent Michael Faber offen für Freie Szene - hier bei der Wiedereröffnung des Erich-Zeigner-Klubhauses am Conne Island.
Kulturdezernent Michael Faber offen für Freie Szene - hier bei der Wiedereröffnung des Erich-Zeigner-Klubhauses am Conne Island.
Foto: Daniel Thalheim
Zwei Themen stehen bei Falk Elstermann, Torsten Reitler und anderen Leipziger Kulturschaffenden auf der Agenda derzeit: Der Stadtratsbeschluss "5 Prozent des Kulturetats für die Freie Szene” sowie die Fortentwicklung der Fachförderrichtlinie für die freie Kultur. Zur Neuausrichtung der Fachförderrichtlinie sagt Reitler: "Vor dem Hintergrund der Überarbeitung der Fachförderrichtline des Kulturamtes wird ein Beteiligungsprozess initiiert, moderiert und dokumentiert, der die Einbindung der Akteure der freien Szene in Leipzig sicherstellt und im Ergebnis eines Diskussionsprozesses mit ihnen, Vertretern der Fraktionen des Stadtrats / Fachausschuss Kultur und der Verwaltung wichtige Empfehlungen für das Verwaltungsverfahren fixiert.”

Begrüßenswert so Reitler, stellt aber zunächst etwas anderes in Aussicht: "Die nächste Zusammenkunft, die im September stattfinden soll, wird sich vor allem dem Thema Kulturetat widmen." Auch Kulturdezernent Michael Faber sitzt im Rund der Kulturschaffenden beim Septembertermin. Er teilt gegenüber der L-IZ mit: "Ich war bereits bei der Neuetablierung des Runden Tisches am 20.06.2011 dabei und auch bei dem September-Termin haben die Einlader die Zwänge meines Terminkalenders berücksichtigt, so dass ich teilnehmen kann."

Faber begrüßt den Runden Tisch und hofft: ""Es ist ein guter Schritt, wenn im Vorfeld von Haushaltsdebatten und Aufstellung von Finanzplänen Akteure der freien Szene mit Kommunalpolitikern aller Couleur und der Verwaltung ins Gespräch kommen. So können wir entfernt von medialen Wortgefechten in aller Ruhe Argumente austauschen, Perspektiven aufzeigen und uns mögliche Schritte überlegen."

Im Hinblick auf die kommende Haushaltsdebatte zum Haushalt 2012 sagt Faber zum Kulturetat und den Mitteln für die Freie Szene: "Nach der Betrachtung von Vergleichszahlen aus anderen Großstädten in Deutschland und auch nach meinen Eindrücken aus Gesprächen mit Kolleginnen und Kollegen auf dem Deutschen Städtetag komme ich immer mehr zu der Anschauung, dass wir in Leipzig eine sehr positive Entwicklung genommen haben. Wir fördern eine Vielzahl von Vereinen institutionell, sechs soziokulturelle Zentren sogar mit Rahmenverträgen, die Vielzahl der durch die Stadt geförderten Festivals nicht zu vergessen und und und."

Doch Faber weiß auch, "dass die Bedarfe weit höher sind, als die Stadt momentan finanzieren kann. Eine allmähliche Steigerung der Zuschüsse ist deshalb mehr als wünschenswert. Freilich heißt das auch immer abzuwägen, an welcher Stelle die Stadt weniger ausgeben möchte, um mit den gesparten Beiträgen die freien Träger und Vereine in Zukunft weiter zu stärken. Mein Dezernat kann dazu Vorschläge machen, die Politik muss es aber auch wollen. Darum geht es, um nicht mehr, auch nicht um weniger."

Es sieht knapp aus im Leipziger Haushalt. Wo auf der einen Seite mehr Fördermittel fließen sollten, müsste woanders eingespart werden. Wie allerdings die Freie Szene auf ihre 5 Prozent vom Kulturetat kommt, hat Kulturausschussvorsitzender Wolfram Leuze der L-IZ Mitte Juli mitgeteilt. "Ich stehe nicht dafür diesen Beschluss aus haushälterischen Gesichtspunkten immer wieder auszuhöhlen. Das einzige ist, wo wir Klärungsbedarf haben ist, aus welcher Summe des Kulturhaushaltes die 5 Prozent zu berechnen sind. Da könnte ich mir ein gewisses Streitpotenzial vorstellen, weil dies im Beschluss des Stadtrates nicht geklärt ist. Logisch wäre z.B. die 5 % aus dem jeweiligen Kulturhaushalt unter Abzug für die freie Szene zu zahlenden Zuschüsse zu berechnen, dann hätte man eine klare, Streit vermeidende Berechnungsgrundlage."

Man kann wohl davon ausgehen, das auch dies im September auf den Tisch kommt. Denn neben der allmählichen Anhebung der Zuschüsse konnte man sich immer wieder einmal in den vergangenen Jahren mit verschiedenen Grundlagenzahlen gegenüberstehen und so aneinander vorbeireden, wenn es ums Geld selbst ging.

Und sie bewegt sich doch – Förderrichtlinie wird überdacht
www.leipzigpluskultur.de/?Förderrichtlinie

Aufbruch in die nächste Runde
http://www.leipzigpluskultur.de/Runder Tisch

Grundsätzliche Informationen zur Förderung freier Kunst und Kultur in Leipzig
www.leipzig.de/de/buerger/kultur/kulturfoerderung/


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