Fällt leider aus! Ungarn-Nacht im Raum der Kulturen: radioglobalistic & Zonic präsentieren Musik, Party und eine Gesprächsrunde
Daniel Thalheim
27.09.2011
Hypernomad will am 2. Oktober für elektronische Klänge im Raum der Kulturen sorgen.
Bild: Radioglobalistic & Zonic
Während die BRD friedlich in den Tag der deutschen Einheit hineindämmert, schlagen sich die Ungarn mit größeren Problemen herum. Seit 2010 wird das Land im Herzen Südosteuropas von rechtsradikalen Kräften regiert. Kein Grund nicht zu feiern. Aber geredet muss darüber trotzdem werden - im Raum der Kulturen des Plagwitzer Bahnhofs.
Anzeige
Auch Leipzig hat was mit Ungarn zu tun. Seit dem Ende des 2. Weltkriegs zogen Ungarn in die Messestadt. Ingeburg Faust hat für die Universität Leipzig im Rahmen ihres Seniorenstudiums einen Zeitzeugenbericht verfasst und auf den Uni-Seiten veröffentlicht. Wiederitzsch war das Ziel der damaligen Ungarn. Bäuerliche Trachten prägten 1947/1948 dort das Bild.
"Zu Hause in Ungarn waren sie Bauern und besaßen außer Äckern auch Weingärten. Sie kamen aus dem Bezirk Fünfkirchen - heute Pecs -, nicht weit von der jugoslawischen Grenze entfernt. Hier im Ort konnten Arbeitsfähige vorwiegend im Holzveredlungswerk ihr täglich Brot verdienen", schreibt die einstige Lehrerin in ihrem Bericht. Ihre Wurzeln hatten die Ungarn offenbar wiederum in der deutschen Kultur - die Gegend um Fünfkirchen wurde bis Mitte des 18. Jahrhunderts von süddeutschen Bauern besiedelt.
Ungarische Party mit nachdenklichen Tönen: radioglobalistic & Zonic präsentieren Musik, Party und eine Gesprächsrunde.
Bild: Radioglobalistic & Zonic
Mit diesen Ereignissen hat ein Thema am kommenden Sonntag kaum etwas zu tun. Im Raum der Kulturen möchte das Team von der Kulturzeitschrift "Zonic" zusammen mit den radioglobalistic-Veranstaltern ungarische Musik vorstellen. Wer das "Zonic"-Heft kennt, weiß, dass deren Anliegen Musik und Kunst aus Ost- und Südosteuropa auf ihren Fahnen steht. Die ungarische Band Trottel Stereodream Nomad Experience will für handfeste Töne sorgen, während Soundtüftler DJ Hypernomad für elektronische Klänge sorgt.
Zuvor wollen die Veranstalter aber noch eine ernsthafte Entwicklung in Ungarn ansprechen. Das idyllische Reiseland aus Touristikmagazinen voller Puszta, Paprika, Obstler und Gulasch hat eine rechtsradikale Regierung. Sinti und Roma werden aus ihren Dörfern vertrieben - "vorübergehend. Nur ein Ausflug" zitierte DIE ZEIT im April 2011 die ungarische Regierung. Sie redet von einer Ausflugsaktion des "Roten Kreuzes". Spätestens jetzt ist es (fast) wieder ein Leipziger Thema.
Tamas Rupaszov will zur aktuellen politischen Situation in Ungarn reden. Denn mit der in diesem Jahr erfolgten Verfassungsänderung, hat es demnach keine der kommenden Regierungen in Ungarn irgendeine Chance, handlungsfähig zu sein. Vieles scheint an die Machtergreifung Hitlers am 30. Januar 1933 bis Juni 1934 in Deutschland erinnern: es geht um Beschneidung von Presse- und Meinungsfreiheit, extremistische Übergriffe auf Sinti und Roma und Beschneidung weiterer Grundrechte.
Die Veranstalter kündigen an, dass Rupaszov Gründer, Bassist und Hauptmotor von Trottel und Betreiber von Trottel Records einer der wichtigsten Aktivisten der ungarischen Subkultur ist, der zur aktuellen Lage im Land als auch zu den kulturellen Entwicklungen der letzten 30 Jahre Auskunft geben kann. radioglobalistic teilt mit: "Insbesondere mit Hinblick auf den radikalen gesellschaftlichen Umbau seit den letzten Wahlen unter der Ägide von Orban & Fidesz und das Erstarken rechtsradikaler, nationalistischer, xenophober, antisemitischer und antiziganistischer Tendenzen, für die besonders die Partei Jobbik und deren Ungarische Garde bzw. deren Nachfolge-Organisationen steht." Alexander Pehlemann (Zonic) will den Alt-Punk zu den derzeitigen gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen in dem um 19 Uhr beginnenden Gespräch befragen. Danach wird Rupaszov mit seiner Hardcore-Punkband auf der Bühne stehen.
Die Veranstalter kündigen zumindest mit der in der Mitte der Achtziger gegründeten Gruppe "Trottel" frickelige sowie komplexe Musik an, die mit elektronischen Einflüssen angereichert wird und sich ganz gut irgendwie zwischen Avantgarde-Pop und Klängen aus den Federn von der amerikanischen Lärmern von "Horse The Band" einbettet. Im übrigen wird die Veranstaltung im Rahmen des Bundesprogramms "Toleranz fördern – Kompetenz stärken“ gefördert.
Leider entfällt das Konzert mit Trottel Stereodream Nomad Experience und HyperNomad und darum auch das geplante Gespräch mit Tamas Rupaszov. Damit der Abend nicht vollends ins Wasser fällt, werden zwei Filme gezeigt, Rock the Nation und Das Herz Europas, die einen Einblick in die rechte Szene Ungarns geben. Im Anschluss an die Filme gibt es noch eine Party, u.a. mit einer Special-Magyar-Section mit den DJ`s Selecta Pehle (Zonic) & Kiesl (abvmob). Start der Filme ist um 19.30 Uhr. Der Eintritt ist frei.
Die Reihe "Recht auf Stadt" erlebt am 31. Mai eine weitere Auflage. Die zweite Veranstaltung, diesmal im Werk 2, dreht sich dabei rings um Fragen moderner Stadtentwicklung und die Rolle aller Beteiligten dabei. Diesmal unter dem Motto: "Kapitalanlage - Von Investoren-UFOs und Stadtteilzentren". mehr…
Flotte Sprüche, schwarze Business-Anzüge, dunkle Sonnebrillen. Die "Men in Black" sind nach zehn Jahren Leinwandabstinenz zurück. Im dritten Teil des SciFi-Franchise reist Will Smith ins Jahr 1969, um seinem Partner Tommy Lee Jones das Leben und die Menschheit vor einer vernichtenden Alien-Invasion zu retten. mehr…
Mit dem Sieg bei Fortuna Chemnitz hat der 1. FC Lok sein Saisonziel erreicht, steigt als Sechster in die neue Regionalliga auf. Geplant war alles ein wenig anders. Eigentlich sollte es der dritte Platz werden, eigentlich sollten die Neuzugänge einschlagen und von einem Trainerwechsel war vor der Saison auch nicht die Rede. Ein Saisonrückblick. mehr…
„Mut zu machen, dass wir Zeichen gegen Willkür und Gewalt setzen können“. Das ist für die in Berlin lebende Filmemacherin Karin Kaper die Botschaft ihres Filmes „Aber das Leben geht weiter“. Es geht um die - authentische - Vertreibungsgeschichte der Familien Queißer und Zukowscy, die in einem Bauernhof bei Görlitz aufeinander treffen. Ein L-IZ-Interview. mehr…
Das Fazit der "Frankfurter Rundschau" war am Ende eindeutig: Was da am Wochenende in Frankfurt zu erleben war, war ein Sieg für die Blockupy-Bewegung. Die Stadt Frankfurt selbst blamierte sich mit ihrem martialischen Großaufgebot an Polizei gründlich, mit ihrer Argumentation gegen vermeintliche "Linksextremisten" sowieso. Ein weiterer Versuch, die berechtigte Kritik der Demonstranten an der Erpressungspolitik gegenüber Griechenland zu diskreditieren. mehr…
Der Schatten über Leipzigs Verwaltung wird größer: Der Sonderprüfbericht über die sogenannten herrenlosen Häuser zeigt deutlich, welches Fehlverhalten im Rechtsamt seit über 15 Jahren alltägliche Praxis war. Getreu nach dem Motto „Mein Name ist Hase und ich weiß von nichts“ weist die Verwaltungsspitze aber die Vorwürfe von sich, bereits durch frühere Berichte den Missstand erkannt haben zu können. Aber das ist ja auch logisch, wenn die Berichte ungelesen beiseite gelegt werden. mehr…
Es passte natürlich. Am einen Ende der Straße erklärte Baubürgermeister Martin zur Nedden den wissbegierigen Journalisten, warum die Stadt jetzt auffällige Piktogramme neben die Blindenleitstreifen in der Grimmaischen Straße malen lässt - und 100 Meter weiter stand ein Blumentransporter drauf und ein DHL-Auto parkte mal kurz. Es geht wohl nicht wirklich um die Leitstreifen im Pflaster. Es geht wohl mehr um die tägliche Gedankenlosigkeit der Eiligen. mehr…
Am Samstag, den 26. Mai 2011 findet auf dem Sportcampus Jahnallee das alljährliche Internationale Kinderfest der Studentischen Eltern Leipzig e.V. statt. Das Fest für Leipziger Familien wird von Engagierten vieler internationaler Vereinigungen wie dem Zentrum für europäische und orientalische Kultur (ZEOK) und der Capoeira-Gruppe mit verschiedensten Aktionen getragen. mehr…
Die Fotoausstellung "Es ‚messet’ wieder." ist Teil des Pilotprojekts „Leipziger Verlagsarchive: Reclam als Erinnerungsspeicher und Labor“ im Rahmen der Forschungsförderung „Geistes- und sozialwissenschaftliche Forschung“ des Freistaates Sachsen. Die Studenten und Wissenschaftler des Fachbereichs Buchwissenschaft an der Universität Leipzig erforschen seit dem Wintersemester 2009/10 die vom Stuttgarter Stammverlag zur wissenschaftlichen Erschließung zurückgeführten Archivdokumente des Leipziger Parallelverlagsteils. mehr…
Die LVB planen für August 2012 eine weitere Erhöhung der Fahrpreise. Ein Einzelfahrschein wird zum Beispiel 20 Cent mehr kosten. Insgesamt werden die Tarife um rund 10 Prozent erhöht. Die Grüne Hochschulgruppe kritisiert diese Entwicklung scharf. Sie sieht die Attraktivität des Öffentlichen Nahverkehrs gefährdet und findet, Busse und Bahnen sollten für alle bezahlbar bleiben. mehr…
Wagner ist Leipziger. Irgendwie schon. Am 22. Mai 1813 hier geboren. 1834 fortgegangen Richtung Würzburg. "Als fertig ausgebildeter Komponist", betont Thomas Krakow, Wagner-Beauftragter der Stadt Leipzig und Vorstandsvorsitzender des Richard-Wagner-Verband Leipzig e.V. Wagner-Beauftragter ist er, weil Leipzig 2013 im Mittelpunkt steht, wenn der 200. Geburtstag des kleinen Wilhelm Richard Wagner gefeiert wird. mehr…
Im Rahmen einer Tournee zu ihren Schwesternhochschulen in Aachen, Mainz und Hannover macht die Big Band der Hochschule für Musik und Tanz Köln auch Station in Leipzig. Sie tritt am Mittwochabend, 23. Mai, in der Hochschule für Musik und Theater, Grassistraße 8 auf. Gespielt werden zwei Kompositionen des Big-Band-Leiters Joachim Ullrich: „No Better Blues Suite“ und „Second Crime Suite“, die die Band in der letzten Phase erarbeitet und aufgenommen sowie in zwei Konzerten in Köln präsentiert hat. mehr…
"agra - Brücke B2. Und wie weiter?" Unter dieser Überschrift lädt die Arbeitsgruppe Landschaftspflege des Grünen Ringes Leipzig am Mittwoch, 23. Mai, in den Kleinen Lindensaal des Rathauses Markkleeberg ein. Verschiedene Planungen für den Bereich der agra sollen näher vorgestellt, näher beleuchtet und mit allen Beteiligten diskutiert werden. mehr…
Annaberg ist eigentlich nur die halbe Stadt. Annaberg-Buchholz heißt die Doppelstadt an der Sehma seit 1945. Die Sehma war 1497 noch Landesgrenze zwischen dem ernestinischen und dem albertinischen Sachsen, als die Neustadt am Schreckenberg gegründet wurde, die ab 1501 Annaberg hieß. Der Grund für die Gründung mitten im wilden Erzgebirge: das Erz natürlich, das große Berggeschrei, das genau von hier aus losging 1491. mehr…
Der Schatten über Leipzigs Verwaltung wird größer: Der Sonderprüfbericht über die sogenannten herrenlosen Häuser zeigt deutlich, welches Fehlverhalten im Rechtsamt seit über 15 Jahren alltägliche Praxis war. Getreu nach dem Motto „Mein Name ist Hase und ich weiß von nichts“ weist die Verwaltungsspitze aber die Vorwürfe von sich, bereits durch frühere Berichte den Missstand erkannt haben zu können. Aber das ist ja auch logisch, wenn die Berichte ungelesen beiseite gelegt werden. mehr…