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OSTLichter 2011: Es bewegt sich etwas zwischen Dresdner- und Eisenbahnstraße

Daniel Thalheim
Leipziger Tanzfest bei dem diesjährigen "OSTLichter".
Leipziger Tanzfest bei dem diesjährigen "OSTLichter".
Bild: Jens Straube / QM Leipziger Osten
Wo ist der Leipziger Osten? Alle "Welt" schaut stets, was in der Leipziger Südvorstadt oder im Westteil kulturell und gesellschaftlich läuft. Ein Fleckchen wird dabei immer übersehen. Welche bleibenden kulturellen Entwicklungen und Strukturen sind im Leipziger Osten eigentlich in den vergangenen Jahren entstanden und gewachsen? Quartiersmanager Matthias Schirmer und OSTLlichter-Veranstalterin Manuela Kahle geben Auskunft.

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"Das Fördergebiet Leipziger Osten mit den Stadtteilen Neustadt-Neuschönefeld, Volkmarsdorf, sowie Teilen von Anger-Crottendorf und Reudnitz kann auf gut ausgebaute Netzwerkstrukturen zurückgreifen", bekräftigt Quartiersmanager Matthias Schirmer. In der AG Kultur, Jugend, Soziales trifft man sich seit vielen Jahren regelmäßig, um sich über Projekte, Veranstaltungen und kulturelle Aktivitäten auszutauschen." Und es gibt das Kinder- und Jugendkulturzentrum O.S.K.A.R. seit 2000. Von hier aus werden u.a. Stadtteilrundgänge mit dem Laternenmann, Fotowettbewerbe und vieles mehr initiiert.

OSTLichter-Organisatorin Manuela Kahle ergänzt: "Wenn auch am Rand des Fördergebietes gelegen, so spielt das soziokulturelle Stadtteilzentrum Mühlstraße 14 e.V. eine bedeutende Rolle als Veranstalter und Netzwerkpartner im Leipziger Osten. Der Verein leistet seit 1994 generations- und genreübergreifende Arbeit nicht nur in der Mühlstraße, sondern auch seit 1999 im Lene-Voigt-Park. Mit dem Jahr 2010 hat das Kulturamt der Stadt Leipzig den Mühlstraße 14 e.V. mit der Organsiation und Koordination der OSTLichter beauftragt."

OSTLichter 2011: "Petra und der Wolf" des TanzZenit Studio 1.
OSTLichter 2011: "Petra und der Wolf" des TanzZenit Studio 1.
Bild: Jens Straube / QM Leipziger Osten

Man merkt, im Leipziger Osten kann man sich als Familie wohl fühlen. Die Strukturen sind da. Und die Clubszene? Außer Wächterhäuser und Des Geigers Rätsel ist nicht viel. Oder doch nicht? Kahle weiß: "Seit einigen Jahren gibt es Kneipen im Stadtteil, die auch stadtweit Gäste anziehen: 4rooms, Rumpelkammer, Substanz mit wunderbar gemütlichem Biergarten und Des Geigers Rätsel in der Dresdner Straße bieten neben dem üblichen Kneipenangebot auch Konzerte, Theater und Lesungen."

Daneben ist viel Familiäres wie Kreativstube des Naomi e.V., das Kulturfestival OSTLichter, und das Kreativ- und Strickcafé in der Dresdner Straße, der Kunstgarten in der Ludwigstraße und das Galerie-Hotel "Leipziger Hof" mit seiner überregionalen Bedeutung als Ort für Bilder aus der "Leipziger Schule". Wächterhäuser in der Eisenbahn- und Ludwigstraße sind laut Schirmer "Keimzellen" für kulturelle Strukturen im Stadtteil. Von dort ausgehend haben sich Initiativen und Projekte etabliert, wie das wöchentliche Montagskino in der Lu99.

Früher tristes Arbeiterviertel und jetzt? Gibt es einen kulturellen Wandel, wo ist dieser besonders stark zu spüren? Hier führt der Quartiersmanager den umgebauten Stadtteilpark Rabet mit seinen Volleyball- und Streetball-Anlagen und viel Grün an. Viel Laub auch entlang der Wurzner Straße mit seinem grünen Band. Das zieht natürlich nicht nur Sonntagsspaziergänger an. Internationale Gäste und werdende Leipziger haben auch Gefallen an der Vielfalt gefunden.

Tanzfest 2011: Familiär, kinderfreundlich, bunt.
Tanzfest 2011: Familiär, kinderfreundlich, bunt.
Bild: Jens Straube / QM Leipziger Osten

Schirmer weiß: "In den Köpfen vieler Leipziger erscheint der Osten in einem verzerrten Licht. Das Kulturfestival OSTLichter schafft Anlässe, ihn aus anderen, auch unerwarteten Perspektiven wahrzunehmen und zu erleben. Dazu muss man sich aber mal auf den Weg machen und her kommen." Er fügt hinzu, dass es hier auch Kulturaktionen mit großem ehrenamtlichen Engagement auch ohne Kulturförderung gibt. "Ein Beispiel ist das 'L`Ost - Straßenfest' in der Elisabethstraße, das in diesem Jahr bereits zum zweiten mal komplett ohne Förderung stattfand. Auch die Initiative für einen monatlichen kleinen Szenewegweiser in Zeitungsform ist ein Beispiel dafür", berichtet Schirmer. Und: Ein Stadtteilkulturfestival mit Paten - was hat das genau auf sich? Schirmer benennt die Förderung des Kulturfestivals erst aus Fördermitteln, nun aus rein städtischem Geld vom Kulturamt. "Seit diesem Jahr versuchen wir, die Finanzierung wieder auf eine breitere Basis zu stellen und weitere Partner ins Boot zu holen."

Manuela Kahle gibt noch schnell einen Überblick mit auf dem Weg. Sie weiß, dass der Zuspruch für die OSTLichter groß ist und sagt: "Im Rahmen der OSTLichter fanden seit dem 9. September mehrere große Stadtteilveranstaltungen statt, die sehr viele Besucher angesprochen haben." Ungefähr 1.000 Besucher wurden von Musik und Sportveranstaltungen angelockt. Das Tanzfest International scheint sich zu einer wichtigen überregionalen Veranstaltung zu entwickeln, weiß die junge Projektmanagerin und Künstlerin, die seit 2005 die Malwerkstatt für kleine Leute, Sommerwerkstätten in Malys Garten, künstlerische Projekte im Mühlstraße 14 e.V, leitet, zu berichten.

"Bis zum 16. Oktober gibt es noch etwa 15 Veranstaltungen im Rahmen der OSTLichter", legt Kahle den Leipzigern weitere OSTLichter-Veranstaltungen nahe, die noch nicht wie die Fotoausstellung im Pöge-Haus am kommenden Wochenende auslaufen. Sie empfiehlt die mehrsprachige Gestaltung eines Kinderbuches zu den Bremer Stadtmusikanten in der bunten Büchothek des Weltoffen e.V. am Samstag, den 1. Oktober, ein Nachbarschaftsfest der Internationalen Frauen Leipzig in ihrem zauberhaften Garten in der Ludwigstraße 65 am 7. Oktober ab 16 Uhr sowie die Lange Orgelnacht in der Heilig-Kreuz-Kirche mit verschiedenen Schwerpunkten und einer Lichtinstallation am gleichen Tag von 18-22 Uhr.

Außerdem gibt sie den Lesern noch das Nachtlichterfest des Mühlstraße 14 e.V. am 16. Oktober ab 17 Uhr im Lene-Voigt-Park auf den Weg. Diese Veranstaltung bildet Kahle nach den familientauglichen Abschluss des diesjährigen Festivals. "Die fiddle-folk-family spielt Gute-Laune-Live-Musik zum Mitsingen, Mittanzen und Zuhören. Mitmachen und Zuschauen können die Besucher bei einer magischen Feuershow, bei Lampionumzug und Knüppelkuchen", so Kahle zum Abschluss.

Dann lohnt sich der Blick auf den Veranstaltungskalender. Kultur und Kunst im Leipziger Osten zeigt sich auf Schritt und Tritt. Ein Szenequartier wie der Leipziger Westen und Süden ist das Gebiet um die Eisenbahnstraße zwar nicht - aber was noch nicht ist, kann ja noch werden. Noch bis zum 16. Oktober gibt es das Kulturfestival OSTLichter mit einem bunten und vielfältigen Veranstaltungsprogramm.

OSTLichter bei der Stadt Leipzig
www.leipzig.de/de/buerger/kultur/stadtteil/ostlicht/

Mühlstraße 14 e.V. Online
www.muehlstrasse.de

Alles rund um den Leipziger Osten auf deren Homepage
www.leipziger-osten.de


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