Tanners Interview mit Antje Klein: Und immer ein offenes Ohr
Volly Tanner
22.12.2011
Antja Klein in der Stadtteilbibliothek Plagwitz.
Bild: Volly Tanner
Bildung. Chancengleichheit. Autsch! Gern wird lamentiert. Gern wird gelästert. Doch etwas dafür zu machen ist schon schwieriger. Frau Antje Klein fängt da an, wo alles beginnt, bei den kleineren Mitmenschen – und beschäftigt sich mit ihnen – in der Bibliothek Plagwitz, die den Namen Georg Maurers trägt. Und Sie, liebe Leser können sogar helfen.
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Guten Tag, Frau Klein. Sie sind hier in Plagwitz, in der Georg Maurer Bibliothek, wenn ich das richtig verstanden habe, dafür da, dass die Kinder der Literaturinteressierten hochwertig beschäftigt werden, während ihre Eltern die Regale durchstöbern. Wie gestaltet sich diese Arbeit denn aber genau? Wird ihr Angebot frequentiert?
Ja, ich bin seit dem 15. Oktober über die Maßnahme „Mehr Zeit für Kinder“ des KEE (Kommunaler Eigenbetrieb Engelsdorf) in der Bibliothek Plagwitz beschäftigt und dieses Angebot wird schon recht gut angenommen. Ich möchte die Kinder in der Zeit hier nicht nur beschäftigen und beaufsichtigen, sondern ich versuche durch verschiedene Bastel- und Malarbeiten die Phantasie, die Konzentration und die Feinmotorik der Kinder zu fördern.
Ich denke mir für jede Woche neue Dinge aus, sodass die Kinder, die einmal wöchentlich in die Bibliothek kommen immer etwas Neues bei mir machen können. Dieser Wochenrhythmus passt gut zu den Ausleihfristen für CD´s und Filme, die ja nach einer Woche zurück gebracht werden sollen.
Bibliotheken sollten ja auch, im besten Falle, Bildungseinrichtungen sein, Wissen vermitteln und Werte. Wo fehlt es denn? Ist genug Geld da um den Kindern Angebote zu machen?
Vom KEE bekomme ich einen monatlichen Sachkostenbetrag von 30.00 Euro zur freien Verfügung. Der Betrag ist natürlich knapp bemessen angesichts der doch großen Nachfrage. Man muss einfach langfristig planen – und teilweise erhalte ich auch Unterstützung vom Förderverein Stadtbibliothek.
Antje Klein.
Bild: Volly Tanner
Sie sind ja als Bürgerarbeiterin hier, bekommen Ihren Lohn vom KEE, den Kommunalen Eigenbetrieben Engelsdorf. Was sind Sie aber von Hause aus?
Zuallererst bin ich Mutter von zwei Jungs. Auch mit denen habe ich gebastelt, als sie noch kleiner waren. Von Beruf bin ich Bürokauffrau.
Reicht der Lohn zum Leben?
Um in eine Maßnahme vom KEE, bzw. eine Stelle als Bürgerarbeiterin zu bekommen, muss man längere Zeit im ALGII-Bezug gewesen sein. Da lernt man mit wenig Geld zurechtzukommen. Man muss einfach sparsam und genügsam sein.
Wie können interessierte Bürger – schließlich ist Leipzig ja eine Bürgerstadt – Ihre Arbeit unterstützen?
Unterstützung in Form von Bastelmaterialien nehme ich sehr gern. Unterstützung finanzieller Art bitte nur an den Förderverein Stadtbibliothek. Die Leute können auch gern einfach mal hier in der Bibliothek vorbeischauen – und ihre Kinder gleich mitbringen.
Und Ihr Klientel? Alles nur Kinder von Literaturinteressierten? Oder wie ist die Durchmischung im Publikum?
Die Kinder, die zu mir kommen, sind nicht nur Literaturbegeisterte. Einige Kinder kommen auch vorbei, weil sie hier für einige Zeit Beschäftigung und ein offenes Ohr finden und deshalb dieses Angebot hier gern nutzen. Egal, welches Alter oder welcher Herkunft – bei mir sind sie alle gern gesehen.
Außer Bücher und Literatur - Gibt’s eigentlich bei Ihnen Specials?
Bei mir gibt es – wie schon gesagt – jede Woche Specials. Bis Weihnachten basteln wir noch Adventiges. Danach wird im wöchentlichen Wechsel saisonal gebastelt. Ich freue mich über jeden Besucher hier in der Bastelstube der Bibliothek Plagwitz.
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