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Porträtfotografie ist eine Form von Kunst: Interview mit Susanne Wagner

Daniel Thalheim
Susanne Wagner.
Susanne Wagner.
Bild: www.swfotografie.com
Im Januar eröffnete sie ihr neues Atelier im Leipziger Stadtteil Wahren. Susanne Wagner heißt die junge Fotografin, die auf den Spuren der menschlichen Seele ist. Porträtfotografie ist ihr Metier. Im L-IZ-Interview erzählt sie, wie sie zur Fotografie kam, welches Equipment sie verwendet und worum es ihr bei ihrer Arbeit geht.

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Wann und wie bist du auf die Fotografie gekommen?

Ursprünglich wollte ich Schauspielerei studieren. Das war jedoch leider aufgrund äußerlicher Umstände nicht möglich. So bin ich über die Bühnenfotografie zur Porträtfotografie gekommen. Für diese konnte ich glücklicherweise bei "Punctum Fotografie GmbH" mein Fundament für diesen Beruf legen.

Welches Equipment benutzt du?

Im Studio arbeite ich mit der Canon 5D Mark II und Elinchrom Blitzköpfen. Freie Arbeiten und Porträts auf Anfrage mache ich mit meiner Mittelformatkamera Mamiya M645

Was war deine erste Fotokamera?

Ein einfaches analoges Standardmodell von Canon, mit dem ich aber heute noch gerne unterwegs arbeite. Mit ihr mache ich auch meine Wolkenbilder.

Nie mit dem Handy fotografiert?

Da ich bis jetzt immer alte Handys hatte, kam das schon allein auf Grund dessen nicht in Frage. Davon abgesehen bin ich eh nicht so, dass ich immer und überall herumknipsen muss, was sich sicher auch aus meiner Einstellung zur Fotografie erschließt.

Susanne Wagner - Porträtfotografin.
Susanne Wagner - Porträtfotografin.
Bild: Susanne Wagner
Die wäre?

Als Fotograf bekommt man die Möglichkeit, Menschen für einen kurzen Moment in die Seele blicken zu können, was für mich immer eine sehr wertvolle Erfahrung ist, da ich die Psyche des Menschen sehr faszinierend finde. Ich habe allein durch die Fotografie schon sehr viel über Aktion und Reaktion, Kommunikation, das Zusammenspiel zwischen Seelenzustand und Körperhaltung sowie Mimik und Gestik gelernt. Außerdem hat man die Möglichkeit, die allgegenwärtige und unumgängliche Vergänglichkeit auf einem Medium festzuhalten.

Warum?

Dank der Fotografie kann man innerhalb eines Bruchteils einer Sekunde einen Moment für Jahrzehnte, bei richtiger Archivierung von analogem Material sogar für Jahrhunderte am Leben erhalten. Dazu kommt, dass dies in der gängigen Betrachtungsweise ein Beweis der Existenz des fotografierten Objektes ist. Deshalb ist es mein größtes Ziel, dass der Porträtierte so authentisch wie nur irgend möglich dargestellt ist, was zum großen Teil in meiner Hand liegt. Ich möchte, dass man auf den Porträts den Menschen erkennt und nicht, wie schön er geschminkt ist oder was er für eine tolle Frisur hat. Was zwar auch "gesellschafts-reflektorisch" interessant ist, wo aber zur Zeit noch nicht mein Augenmerk liegt.

Gab oder gibt es Vorbilder?

Es ist schwer, mich da einzugrenzen. Aber als ich anfing meine Aufmerksamkeit auf die Porträtfotografie zu lenken, war Jeanloup Sieff der Erste, der mir nachhaltig imponierte. In seinen Arbeiten sehe ich diese Authentizität und Zeitlosigkeit und das sogar bei seiner Modefotografie. Ich durfte bei Peter Franke assistieren und konnte bei ihm das Phänomen beobachten, dass die sogenannte Demaskierung innerhalb kurzer Zeit stattfinden kann, wenn er das möchte. Bertram Kober ist zwar kein Porträtfotograf, doch was mich an seinen Arbeiten sehr fasziniert, ist, dass ich in seinen Werken - insbesondere bei Carrara und Sacri monti - soviel Stärke und Sensibilität erfahren kann, was mich sehr berührt. Und natürlich August Sanders Werk "Menschen des 20. Jahrhunderts“.

Du schreibst auf deiner Homepage über deine Arbeit, dass du die Menschen darstellen willst, wie sie sind. Wie gelingt dir das?

Dem Gelingen muss ich vorab natürlich voraussetzten, dass der Kunde das auch zulässt indem er mich an sich ran lässt. Ist diese Voraussetzung erfüllt, versuche ich sämtliche Unsicherheiten, Beklemmungen und Ängste durch Kommunikation aufzulösen. Der Mensch ist besonders unsicher, wenn er sich in ungewohnten und vor allem unbekannten Situationen allein gelassen fühlt. Ein Foto-Shooting ist für die meisten Menschen genau so eine Situation. Durch eine gute Betreuung und ständige Interaktion versuche ich, meinem Gegenüber ein Gefühl von Sicherheit und Entspannung zu vermitteln. Das zusätzlich auch durch meine neuen Räumlichkeiten in den Pittlerateliers sicher unterstützt wird. Vor allem aber gebe ich meinen Kunden Zeit, sich auf mich einzulassen.

Viele Fotografen finanzieren eigentlich ihre Kunst über Auftragsarbeiten: Wofür schlägt dein Herz?

Mein Wunsch und Ziel ist es zeitlose und ausdrucksstarke Porträts zu schaffen. Das ist auch eine Form von Kunst.

Danke für das Interview.


Mehr zur Künstlerin:

www.swfotografie.com


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