Tanners Interview mit Sven Klas: Zwischen Leipziger Honig, Kartoffelsuppe und Rockzipfel
Daniel Thalheim
07.01.2012
Café Geggo: Sven Klas kocht in seiner Küche selbst.
Bild: Volly Tanner
Was ist das Café Gecko? Die runtergerumpelten Magistralen der Stadt fernab des Innenmetropolengeschreis mausern sich auffällig selbstbestimmt. Da wird das kleine Geckotierchen eingesächselt und rundherum ein Café gebaut. Sven Klas ist Chef und schob Tanner Leckereien zu. Und schon kam es zum Gespräch – am Anfang der Lindenauer Georg-Schwarz-Straße.
Anzeige
Hallo Sven. Schmuck hier im Café Gecko. Tolles Angebot. Wie hat es dich denn hier in die Georg-Schwarz-Straße verschlagen? Mit deinem Konzept auf Gomera könntest du dir doch eine goldene Nase verdienen.
Da muss ich dich erst einmal berichtigen. Café Geggo wird mit "gg" geschrieben, schließlich sind wir Sachsen in Sachsen, Da muss sich ja keiner für schämen. Ich bin durch eine Haushalten-e.V.-Veranstaltung auf das Objekt in der GSS 10 hingewiesen worden und hab mich dann einfach mit dem Besitzer getroffen. Bei uns hat die Chemie von Anfang an gestimmt. Tja und dann ging es neun bis zehn Monate ans Werkeln, Hämmern, Malern und Büffeln. Und nun, lieber Volly ist es fertig, das Baby Geggo. Nun hoffen wir alle, dass es wächst und sich in der Gegend einlebt. Eine Goldene Nase möchte ich mir gar nicht verdienen, aber davon leben können wäre nicht schlecht.
Du bietest hier ja auch solche Sachen wie „Leipziger Honig“ an. Wie entsteht denn da der Kontakt? Kommen die Anbieter hier vorbei oder gehst du zu ihnen hin – und was hast du noch aus der Region auf der Karte?
Ach, den Honig macht ein Bekannter meiner Freundin. Also dieser Kontakt war nun nicht schwer herzustellen. Allerdings ergeben sich auch Kontakte über Gäste, die ins Café Geggo kommen. Einer war da und meinte, dass ein Freund von ihm Chilli-Honig herstellt. Diesen wird es dann in naher Zukunft natürlich auch hier geben. Es wird noch weitere Spezialitäten geben. Da bin ich aber erst in Vorgesprächen, also lasst euch überraschen.
Kartoffelsuppe, Borschtsch, Tiramisu und andere Leckereien im Café Geggo.
Bild: Volly Tanner
Was hast du schon im Repertoire?
Eigene Kreationen wie zum Beispiel meine Tiramisu-Variationen, die ja wirklich gut ankommen. Zur Weihnachtszeit war das Bratapfel-Tiramisu der Renner. Ich denke, dass dann zur Sommerzeit das Pina-Misu à la Pinacolada auch gut laufen wird. Ansonsten gibt es ja bei mir neben meiner kleinen Standardkarte auch noch ein täglich wechselndes Tagesangebot wie hausgemachte Königsberger Klopse, marinierten Hering, Borschtsch, Kartoffelsuppe ...
Sich mit einem solchen Café wie dem Geggo selbstständig zu machen - und eben nicht mit einer Event-Gelddruckmaschinen-Gastronomie - ist ja doch der eher gewagtere Weg. Warum hast du dich fürs Kleinteiligere entschieden?
Diese ganzen Eventgeschichten sowie diese großspurige Gastronomie habe ich nun jahrelang gemacht. Ich wollte einen Job haben, in dem auch meine Familie nicht zu kurz kommt, insbesondere meine Tochter. Aus diesem Grund ist aus dem Café Geggo nicht einfach nur ein Café geworden, sondern ein Familiencafé mit Spielecke, Maltafel, Brettspielen, Kinderbüchern und einem Spielzelt. Das heißt, dass hin und wieder meine Kleine auch da ist, hier spielt und für die Gäste Bilder malt.
Gibt es Specials bei dir? ... Du erzähltest mal etwas von Literatur.
Geplant sind einige Specials. So möchte ich den ersten Donnerstag jedes Monats mit einer offenen Bühne für Musik und Comedy etablieren. Jeder, der sich auf die Bühne traut, bekommt die Speisen sowie zwei Getränke frei. Des Weiteren sind diverse Kochkurse geplant. Da kommt als erstes der Single-Koch-Kurs am 19. Januar ab 19 Uhr. Auch einen Low-Budget Koch-Kurs sowie Pärchen-Koch-Kurse sollen folgen. Da ist der Phantasie keine Grenze gesetzt. Ich mache auch gerne Koch-Kurse auf Anfrage für Familien, Firmen, Vereine. Die Themen können natürlich auch von den Gästen bestimmt werden.
Ja, Literatur ist ein gutes Stichwort. Die ganze GSS hat sich ja für das Lesefest zur Leipziger Buchmesse beworben, um Lesungen in die Straße und deren Lokalitäten zu ziehen. Nun heißt es warten. Besichtigt wurde schon, aber wir wissen noch nicht, ob und wer vielleicht die ein oder andere begehrte Lesung bekommt. Allerdings sind Lesungen und jegliche andere Veranstaltung natürlich jederzeit im Café Geggo willkommen.
Wie wird denn das Geggo angenommen?
Besser als erwartet. Mit der Eröffnung des Leipziger Weihnachtsmarktes war erst einmal nicht soviel los, aber damit war ja zu rechnen.
Kommen alle „Rockzipfel“ zu Dir? Würde sich ja anbieten.
Die Rockzipfler sind auch immer wieder da. Sie kommen auch außerhalb der Rockzipfelzeiten. Von den Normalhiesigen, wie du so schön sagst, trauen sich immer mehr ins Café. Anfangs schauten sie immer durch die Scheibe. Das hatte dann irgendwann richtig Zoo-Charakter. Es fehlte nur das " Füttern verboten"-Schild.
Und die Normalhiesigen?
Mittlerweile haben wir uns wohl alle aneinander gewöhnt und der ein oder andere Normale kommt mittlerweile vorbei, um sich selbstgebackenen Kuchen für zu Hause mitzunehmen.
Die Sterniekompanie?
Ja die Sterniekompanie... - also erst einmal muss man ja sagen, dass die ja nur halb so schlimm sind, wie sie aussehen oder tun. Beim Herbstputz in Lindenau haben sie ja mit den Streetworkern die Straßen und dunklen Ecken vom Dreck befreit. Ich hab ihnen dann im Geggo Kaffee und 'ne warme Heizung zur Verfügung gestellt. Da hatten wir mitunter ganz gute Gespräche.
Wie lief es?
Ich habe ihnen dann einfach ganz klar gesagt, dass es bei mir keinen Alkohol gibt, aber ein Kaffee für sie immer bereit steht. Allerdings habe ich ihnen auch mitgeteilt, dass sie im betrunkenen Zustand nicht im Café erwünscht sind, da Kinder so etwas nicht zu sehen bekommen müssen. Dies haben sie alle verstanden und halten sich auch dran.
Was wünschst Du Dir von 2012? Wohin zwirbelt das Geggotierchen in den nächsten Monaten?
Na ich wünsche mir natürlich einige Gäste und gelungene Veranstaltungen, so dass sich das Café tragen kann. Wie gesagt, es sollen einige kleine Veranstaltungen folgen. Infos dazu gibt es im FB: Café Geggo-Gruppe. Kommt und lebt das Café.
Die Lebenshilfe Leipzig organisiert vom 8. bis 10. Juni zum zweiten Mal ein Geschwisterseminar mit der renommierten Sozialwissenschaftlerin Marlies Winkelheide (Bremen/Geschwisterkinder.de) und ihrem Team. Dieses wendet sich an die Eltern und Geschwisterkinder in Familien mit behinderten Kindern und findet in der Jugendherberge in Dahlen bei Leipzig statt. mehr…
Den 29. Mai kann, wer Lust hat, sich über diese seltsame Stadt am sächsischen Westrand ein paar Gedanken zu machen, vormerken im Kalender. Es ist ein Dienstag. Und die Stadt lädt ein in die Kongresshalle, konkret in den Händelsaal. Ab 19 Uhr darf man rein und schon mal die Fühler ausstrecken, 19.30 Uhr beginnt die Auftaktveranstaltung für ein Leipziger Zukunftsprojekt. Motto: Leipzig weiter denken. mehr…
Am 24. Mai um 15 Uhr lädt der Garten Annalinde mit Kaffee und Kuchen herzlich zur Eröffnung seiner Gartensaison ein. Seit Juni 2011 gibt es den mobilen Nutzgarten auf der Freifläche hinter der Bibliothek Plagwitz. Neben Kohl und Kartoffeln in Säcken werden dort Radieschen, Salat und Tomaten zusammen mit einer Vielzahl weiterer, teils alter Kultursorten in mobilen Hochbeeten angebaut. mehr…
Das nächste Monatlich Gespräch über Wissenschaft findet am Mittwoch, 23. Mai, um 19:30 Uhr im Haus des Buches (Gerichtsweg 23) statt. Moderiert wird es von Bettina Kremberg und Ulrich Johannes Schneider. Im Mittelpunkt steht Martin Seel, der über "111 Tugenden. 111 Laster" spricht. mehr…
Die Königin der Instrumente, die Orgel, ist zu Pfingsten in der Kirche Zuckelhausen, Zuckelhausener Ring, zu entdecken und zu hören. Am Sonnabend, dem 26. Mai 2012, erläutert Orgelbauer Stefan Pilz bei einer Orgelführung um 10 Uhr die Funktionsweise der Johann-Gottlob-Mende-Orgel (1822). mehr…
Mitteldeutschland befindet sich mitten in der Luther-Dekade. 2012 ist das Jahr der Musik. 2017 jährt sich Luthers Thesenanschlag zum 500. Mal. Und die Evangelische Verlagsanstalt hat ein Heft-Projekt gestartet, das im Mai 2011 mit Nürnberg startete und den Verlag auf Jahre beschäftigen wird: Orte der Reformation. Das wichtigste Heft liegt jetzt mit "Wittenberg" vor. mehr…
In Verfassungsschutzberichten landen nicht nur die wirklich staatsgefährdenden Organisationen. Oft beobachten die Schlapphüte auch Parteien und Vereine, von denen sie die Gefährdung nur vermuten. Manchmal über Jahrzehnte ohne Ergebnis. Da ist es schon erstaunlich, dass die Bundesregierung allein diese Beobachtungen zum Vorwand nehmen will, Vereinen ihre Gemeinnützigkeit abzuerkennen. mehr…
Am 2. Juni beginnt in Leipzig die Automesse AMI. Der Zweijahresturnus, den die Automobilbranche ausgehandelt hat für den Leipziger Branchentreff, zeigt Früchte: Die Aussteller zerreißen sich nicht mehr zwischen den Messen. Die Ausstellerzahl in Leipzig steigt. Das Messetrio aus AMI, AMICOM und AMITEC verzeichnet ein zweistelliges Flächenwachstum von über 10 Prozent. mehr…
Die Reihe "Recht auf Stadt" erlebt am 31. Mai eine weitere Auflage. Die zweite Veranstaltung, diesmal im Werk 2, dreht sich dabei rings um Fragen moderner Stadtentwicklung und die Rolle aller Beteiligten dabei. Diesmal unter dem Motto: "Kapitalanlage - Von Investoren-UFOs und Stadtteilzentren". mehr…
Flotte Sprüche, schwarze Business-Anzüge, dunkle Sonnebrillen. Die "Men in Black" sind nach zehn Jahren Leinwandabstinenz zurück. Im dritten Teil des SciFi-Franchise reist Will Smith ins Jahr 1969, um seinem Partner Tommy Lee Jones das Leben und die Menschheit vor einer vernichtenden Alien-Invasion zu retten. mehr…
Mit dem Sieg bei Fortuna Chemnitz hat der 1. FC Lok sein Saisonziel erreicht, steigt als Sechster in die neue Regionalliga auf. Geplant war alles ein wenig anders. Eigentlich sollte es der dritte Platz werden, eigentlich sollten die Neuzugänge einschlagen und von einem Trainerwechsel war vor der Saison auch nicht die Rede. Ein Saisonrückblick. mehr…
„Mut zu machen, dass wir Zeichen gegen Willkür und Gewalt setzen können“. Das ist für die in Berlin lebende Filmemacherin Karin Kaper die Botschaft ihres Filmes „Aber das Leben geht weiter“. Es geht um die - authentische - Vertreibungsgeschichte der Familien Queißer und Zukowscy, die in einem Bauernhof bei Görlitz aufeinander treffen. Ein L-IZ-Interview. mehr…
Das Fazit der "Frankfurter Rundschau" war am Ende eindeutig: Was da am Wochenende in Frankfurt zu erleben war, war ein Sieg für die Blockupy-Bewegung. Die Stadt Frankfurt selbst blamierte sich mit ihrem martialischen Großaufgebot an Polizei gründlich, mit ihrer Argumentation gegen vermeintliche "Linksextremisten" sowieso. Ein weiterer Versuch, die berechtigte Kritik der Demonstranten an der Erpressungspolitik gegenüber Griechenland zu diskreditieren. mehr…
Der Schatten über Leipzigs Verwaltung wird größer: Der Sonderprüfbericht über die sogenannten herrenlosen Häuser zeigt deutlich, welches Fehlverhalten im Rechtsamt seit über 15 Jahren alltägliche Praxis war. Getreu nach dem Motto „Mein Name ist Hase und ich weiß von nichts“ weist die Verwaltungsspitze aber die Vorwürfe von sich, bereits durch frühere Berichte den Missstand erkannt haben zu können. Aber das ist ja auch logisch, wenn die Berichte ungelesen beiseite gelegt werden. mehr…
Es passte natürlich. Am einen Ende der Straße erklärte Baubürgermeister Martin zur Nedden den wissbegierigen Journalisten, warum die Stadt jetzt auffällige Piktogramme neben die Blindenleitstreifen in der Grimmaischen Straße malen lässt - und 100 Meter weiter stand ein Blumentransporter drauf und ein DHL-Auto parkte mal kurz. Es geht wohl nicht wirklich um die Leitstreifen im Pflaster. Es geht wohl mehr um die tägliche Gedankenlosigkeit der Eiligen. mehr…