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Durch die gelbe Brille: naTo lockt zum Preisträgerkonzert der BachSpiele 2011

Daniel Thalheim
Preisträger 2011: The Groovy Jazzkids und Jugendkulturzentrum O.S.K.A.R.
Preisträger 2011: The Groovy Jazzkids und Jugendkulturzentrum O.S.K.A.R.
Bild: Bach-Archiv/Presse
Es kommen die Gewinner der BachSpiele 2011. Vergangenes Jahr debütierte der soziokulturelle Verein naTo e.V. beim Leipziger Bachfest. Im Hauptbahnhof kreuzten Jugendliche auf ihre Weise Bach mit Pop. Der mit Perücke ausgestattete Thomaskantor schien doch nicht so verstaubt gewesen zu sein. Auch 2012 ist die naTo dabei. Vorher steigt als Anheizer das Preisträgerkonzert am 5. Februar.

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Constantin Jacobi ist guter Dinge. Der Organisator der "BachSpiele" weiß, dass schon vier Teilnehmer im Boot sind und in die Vorauswahl kommen, die im April stattfindet. Dann sollen die Projekte vom 12. bis 16. Juni 2012 im Hauptbahnhof auf die Bühne. Zuerst will sich der künstlerische Beirat der BachSpiele die Voraufführungen anschauen und im Mai zur Wettbewerbsteilnahme einladen. Die konkreten Termine der Voraufführungen sollen direkt vereinbart werden. "Wir erwarten noch mehr Bewerber", teilt Jacobi der L-IZ am 2. Februar mit. "Die Veranstaltung am Sonntag dient für uns als Kick-Off, als Werbung für die BachSpiele2012."

Dabei muss man als Teilnehmer laut Jacobi keine Furcht vorm übermächtigen Bach haben. Alles ist erlaubt, was irgendwie mit Bach zu tun hat. Das kann ein Rap sein, ein Tanz, eine Modeschau, so Jacobi. "Man muss nicht vor Respekt erstarren. Wir erzählen den Bewerbern immer, dass alles möglich ist, das sich künstlerisch und frei mit Bach beschäftigt. Sie können Bach frei nachempfinden."

Johann Sebastian Bach schaut auch 2012 durch die gelbe Brille: Bewerbungsschluss für die BachSpiele 2012 ist der 30. April.
Johann Sebastian Bach schaut auch 2012 durch die gelbe Brille: Bewerbungsschluss für die BachSpiele 2012 ist der 30. April.
Bild: Bach-Archiv/Presse

Wer gewinnt, kommt in die naTo. 2011 holte die Kapelle "The Groovy Jazzkids" gemeinsam mit dem Jugendkulturzentrum O.S.K.A.R. den Pokal. Das Siegerkonzert ist der Gewinn für beide Ensembles, den sie am 5. Februar einlösen. Jacobi: "Dieser Auftritt ist der Siegerpreis der BachSpiele 2011, denn die jungen Nachwuchskünstler erhalten dabei eine Gage, Cateringversorgung und eine technische Rundumbetreuung, genau wie die Bands, die sonst in der naTo spielen."

Bei den "BachSpielen" 2011 unternahmen The Groovy Jazzkids laut Jacobi eine musikalische Erkundung, die von Bach über Mozart und Mendelssohn bis hin zu Miles Davis reichte, solistisch hervorragend umgesetzt wurde und – dem Namen des Ensembles entsprechend – unheimlich groovte. "Das Jugendkulturzentrum OSKAR ließ die Zuschauer an einer 'missglückten' Theaterprobe teilhaben, bei der die Bühnenarbeiter, die Techniker und sogar die Reinigungskräfte zu Bachklängen steppten, trommelten, breakdancten und buchstäblich den Bahnhof rockten."

Constantin Jacobi weist auf die Bewerbungsphase für die BachSpiele 2012 hin.
Constantin Jacobi weist auf die Bewerbungsphase für die BachSpiele 2012 hin.
Foto: Daniel Thalheim
Ritterschlag soll laut Jacobi auch ein Auftritt der beiden Gruppen am 9. Juni 2012 auf der Großen Bühne auf dem Markt vor dem Alten Rathaus sein. Sowohl für Constantin Jacobi, als auch für naTo-Geschäftsführer Falk Elstermann sind die "BachSpiele" ein Brückenschlag von der Szenekultur zur so genannten "Hochkultur". Nicht nur mit dem Leipziger Bach-Archiv sei ein guter Draht vorhanden. Auch mit dem Gewandhaus stehe die naTo in Kontakt. Dort aber wegen der "AudioInvasion".

Schnell kehrt Jacobi zu den "BachSpielen" zurück und bekräftigt noch einmal: "Wir wollen mit Events wie den BachSpielen die Jugendlichen für andere Formate öffnen. Viele entdeckten im vergangenen Jahr, dass Bach doch interessant ist. Man weiß es aber nicht genau, was Bach zur heutigen Musik gesagt hätte. Er hatte aber immer großes Interesse daran, dass sich Kinder überhaupt einmal mit Kunst und Musik befassen. Für die Kultur ein nicht zu unterschätzender Punkt."

Aus diesem Grund öffnet das "Bachfest Leipzig" 2012 seine Türen zum zweiten Mal auch für Teilnehmer, die keine oder noch keine künstlerische Ausbildung haben. Jacobi: "Wir suchen frische, ungewöhnliche, originelle Sicht- und Spielweisen. Zeigt uns Johann Sebastian Bach, seine Musik oder sein Leben in einer 15 - 20minütigen Bühnenshow, auf eine Weise, wie wir ihn noch nicht gesehen und gehört haben." Dass das klappen kann, zeigt das Preisträger-Konzert am 5. Februar in der naTo.

Bei freiem Eintritt können Leipziger dem künstlerischen Nachwuchs dabei zuschauen, was er auf die Bühne bringt. Bis zum 20. April läuft aber noch die Bewerbungsphase für die zweite Runde. Ganz neu bei den "BachSpielen" ist die Projektförderung von 1.000 Euro je Beitrag. Wer schnell ist, bekommt sie auch. Vier Projekte haben sie schon. Und die sind so gut, dass Constantin Jacobi guter Dinge für die Zeit vom 12. bis 16. Juni auf dem Hauptbahnhof ist.

Alles rund um die BachSpiele und seine Teilnahmevorschriften auf ihrer Homepage:

www.bach-leipzig.de/BachSpiele


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