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Junge Literatur: Plöttnerverlag startet unbetitelte Lesereihe in Plagwitz

Daniel Thalheim
Lena Hach kommt aus Berlin nach Leipzig.
Lena Hach kommt aus Berlin nach Leipzig.
Bild: Juliane Henrich
Leipziger lesen gerne - noch lieber hören sie scheinbar beim Vorlesen zu. Das wissen auch Verlage und Lokale. Den Anfang einer neuen Lesereihe machen Lena Hach und Sebastian Ringel. Zwei junge Leute, die schon aufhorchen ließen. Der Plöttnerverlag will am 6. Mai Leseratten nach Plagwitz locken, und zwar in die Bar Seventy auf der Karl-Heine-Straße. 21 Uhr soll's los gehen, frei von Motto und Titel.

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Nach und nach will der Leipziger Plöttnerverlag Autoren aus seinem Haus dem Leipziger Publikum vorstellen. Offenbar ist das bitter nötig, weil Leipziger ja häufig das ignorieren, was aus Leipzig kommt und für Leipzig gemacht wird. Dass die Leipziger, oder eben auch von auswärts komende Studenten und Leute, die in der Messestadt einfach nur arbeiten und abends wissen wollen, was los ist in Leipzig, nicht ganz alleine stehen bei der Lesereihe, verkündet der Verlag: "Im Laufe des ersten Abends,wird dem Publikum die Gelegenheit gegeben, Vorschläge zu machen, welchen Namen die Lesereihe zukünftig tragen soll."

Sebastian Ringel.
Sebastian Ringel.
Bild: Privat (Sebastian Ringel)
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Das auch nicht für "umme", denn der Verlag weiß, wie man die Leipziger Leseratten lockt - mit Büchern. So heißt es auf deren Homepage: "Einfach euren Vorschlag und eure E-Mail Adresse auf einem Zettel an der Bar abgeben. Wessen Vorschlag gewinnt, bekommt neben Ruhm und Ehre einmal 'Neue Leute' und '5,8 Menschen' von den Autoren signiert für lau und kostenlos."

Die Berliner Schriftstellerin und studierte Germanistin Lena Hach will an diesem Abend aus ihrer gerade erschienenen Kurzgeschichtensammlung "Neue Leute“ lesen. In ihrem Erstlingswerk erzählt sie von den unbemerkten Momenten im Leben, von Begegnungen und Regungen, die alles verändern. Der Leser begegnet beispielsweise einer Frau, die ihr neugeborenes Kind in das warme Bett hinter einer Babyklappe legt und erfährt von der Viertelstunde zu Zweit, die dann ein Leben lang halten muss, eigentlich sogar zwei. Lena Hach verrät dem Leser, was für Menschen es sind, die Augenblicke sammeln, klassifizieren und archivieren.

Auch der Leipziger Autor Sebastian Ringel berichtet in seinen episodischen Roman "5,8 Menschen“ aus den Lebenswelten fünf unterschiedlicher Menschen. Da gibt es Arthur kennen zu lernen, der im Altersheim lebt und eines Tages beschließt einen Krankenwagen zu entführen. Oder Robert, den verstockten Fahrer, der sich immer zwei Tickets für die Bahn kauft, falls er einmal einer hübschen Schwarzfahrerin aushelfen muss. Am Ende führt der 1976 in Großröhrsdorf geborene und in der Oberlausitz aufgewachsene Sebastian Ringel die Schicksale der Protagonisten in einer furiosen Fahrt eines entführten Krankenwagens zusammen.

Freche und frische Literatur aus dem Herzen der Messestadt gibt es ab 6. Mai monatlich an der "Szene-Kultur" brummenden Karl-Heine-Straße. Bar Seventy heißt das Lokal, wo nun eifrig geblättert, gelesen und gelauscht wird.

Pöttnerverlag Online
www.ploettner-verlag.de


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