Lesen in Leipzig: Literaturinstitut, Offene Lesebühne und Pegasus laden im Juni zu Tisch
Daniel Thalheim
03.06.2011
Tanners Terrasse und Durstiger Pegasus - Volly Tanner-Fans bekommen im Juni die volle Packung.
Foto: Daniel Thalheim
Gelesen wird immer, egal was kommt und zu welcher Tageszeit. Dass Lesen in Leipzig nicht nur zur Buchmesse stattfindet, zeigt wieder das Sommer-Leseprogramm verschiedener Veranstaltungsorte. Leseratten könnten schnell in Zeitnot geraten.
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Bereits zum 8. Juni offeriert der Geschäftsführer des Deutschen Literaturinstituts Leipzig einen Schriftsteller, der sein Zuhaus eim Leipziger Ploetner Verlag gefunden hat. Es ist kein geringerer als Jan Kuhlbrodt, der 2010 mit seinem Werk "Vor der Schrift" positiv auffiel. Der 1966 in Chemnitz, damals noch Karl-Max-Stadt, geborene Literat war selbst einst Student am Deutschen Literaturinstitut und möchte eben da sein Buch aufschlagen. "Über das Reisen mit Tieren" stellt der Autor vor: Jan Kuhlbrodt liest. Heri Coltello liest. Josef Haslinger moderiert.
Helheim-Chef Markus Böhme hat im "Pegasus" neue Texte dabei.
Foto: Daniel Thalheim
Sie gilt hingegen mittlerweile als die am längsten andauerende Lesereihe Europas. Seit 1974 gibt es "Der durstige Pegasus" schon. Die Veranstaltung hat viele Gesichter kommen und gehen sehen. Nach Pfingsten lädt Elia van Scirouvsky zum "Durstigen Pegasus“ am 20. Juni ein. Das Schwalbennest in der Moritzbastei wird sicher packevoll sein, denn der Autor hat illustre Gäste dabei, die viel zu erzählen haben.
Da wäre zum einen Markus Böhme, Chef der 2005 eröffneten Helheim-Kneipe in Lindenau. Der Kneipier schreibt selbst seit seinem 18. Lebensjahr. Eine Leseratte ist er auch. Die offene Lesebühne war von Anfang an im Helheim dabei und findet seit 2006 monatlich statt. Böhme stellt zu Beginn seine Lieblingstexte vor – dann kann jeder das Podium entern, verrät Scirouvsky seinen Lese-Interessierten. Am 20. Juni will Böhme einem großen Publikum seine Kunst zeigen. Bei Bier und Bemme natürlich.
Mit dabei am Lese-Reigen in der MB ist auch Volly Tanner. Der Ex-Pegasus-Moderator hat mit seiner Terrasse nach dem Start im Fauser es nun ebenfalls monatlich ins Helheim geschafft. Seine seit März 2010 stattfindende Terrasse, ist die persönliche Weiterführung des Pegasus-Konzeptes.
Tanner war vor Norbert Marohn und Elia van Scirouvsky zehn Jahre lang Moderator des Durstigen Pegasus - von 1999 bis 2009. Also eine ganz schön lange Zeit. Ganz schön zu tun hat er auch.
Mit beim "Pegasus" dabei ist auch ein anderes Gespann. Seit elf Jahren moderieren Sara Fromm und Annett Wagner ihre Kneipenlyrik im "Noch Besser Leben". Eine Art Poetryclub, einer Idee, die in England entstanden sein soll. Henner Kotte ist ein anderer Gast beim Pegasus. "Zum Durstigen Pegasus haben nun alle Moderatoren die Chance ihre eigenen oder ihre Lieblingstexte vorzutragen und natürlich soll viel über die Lesebühnen geredet werden", offeriert Scirouvsky seinen Bücherwürmern.
Liest auch zum Wave Gotik Treffen - Alexander Nym.
Foto: Daniel Thalheim
Dieselbe Lese-Gäng ist auch auch anderswo in Leipzig aktiv. Sie können nicht anders, wie eben Henner Kotte, der "Texte an der Theke" als sein Motto im StuK erkor, jenem Studentenkeller in der Nähe des Bayrischen Bahnhofs in der Nürnberger Straße. Mit Bar, Büchern und Reglern ist ein Konzept entstanden, bei dem sich jeder gut aufgehoben zu fühlen scheint. Der FHL Verlag, wo auch der seit 1984 in Leipzig lebende Kotte als Autor untergebracht ist, hat noch weitere Termine in petto, die nicht verschwiegen sein sollen.
So findet am 24. Juni der Verlagsstammtisch Leipzig mit dem Treffen von sächsischen Verlagen im Café Anton Hannes in der Beethovenstraße 17 statt. Am Tag darauf ist ebendort die Lesebühne Leipzig, die von Malte Cordes moderiert wird. Wie im Helheim auch, ist das eine offene Lesebühne für jedermann. Zehn Minuten lang wird für jeden das Mikro angeschaltet. Ein Text freier Wahl - eigene Lyrik und Prosa oder einfach ein spannendes Buch, das man persönlich mag, dürfen vorgestellt werden.
Auch Markus Böhme lädt im Juni zur geselligen Leserunde ein. Seine "Offene Lesebühne" steigt am 30. Juni in der Helheim-Kneipe. Bereits am 16. Juni eröffnet Tanners Terrasse seinen Fans eine bunte Stunde lang Manuel Stadler und das "irre“ Leben des Antonin Artaud.
Für ganz eilige, die Schrit halten können im Sommermonat Juni, dem sei die BarSeventy ans Herz gelegt, wo heute am 3. Juni ab 21 Uhr Alexander Nym eigene Texte vorstellen will. Die Lesereihe "Lesen hinterm Tresen" findet einmal monatlich am ersten Freitag statt. Heute ist es der Herausgeber von "Schillerndes Dunkel" und "Black Celebration", der sich von einer ganz anderen Seite zeigen will. Geschichten und Gedichte soll es geben. Dunkel und geheimnisvoll, vielleicht auch spannend.
"Black Celebration" wird im Villakeller am 12. Juni zelebriert. Dann liest Nym aus dem Jubiläumsband zum 20. Wave Gotik Treffen. Viel zu lesen gibt es im Juni, viel zu hören im Juli. Der Hörspielsommer hält am 16. Juli "Lena Hachs Jakob mit dem grünen Ohr" am Richard-Wagner-Hain bereit. Auch ein interessanter Hingeher - Leipzig im Sommer ist also jede Menge Buchkultur.
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