2. Literaturgala im UT Connewitz: Initiator und Schriftsteller Abo Alsleben im Interview
Daniel Thalheim
29.08.2011
Jan Off mit Abo Alsleben (links) bei der 1. Literaturgala.
Bild: www.aboalsleben.de
Er ist bekannt als bunter Szene-Hund und Geschichtenschnüffler mit der feinen Sprache und den großen Bildern. Abo Alsleben ist ein Freund der klaren Worte und kommt direkt zur Sache. Als Initiator der Leipziger Literaturgala hat er natürlich wieder die Creme de la Creme der Leipziger Literaturszene eingeladen. Nix da mit "Feuchtgebiete" und anderem Flohzirkus. Abo Alsleben erzählt.
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Wie bist Du zur Literatur gekommen, was war dein erstes Buch?
Mein erstes Buch war "Huckleberry Finns Abenteuer". Hat mich nicht vom Hocker gehauen, eher gelangweilt. Hab es auch nie geschafft. Deswegen war erst einmal Pause. Zwanzig Jahre später drückte mir ein Kumpel Bukowski in die Hand, das war ergreifend und hat mich gefesselt, das war Literatur nach meinem Gusto!
Von der Leseratte zum Veranstalter: Was ist die Literaturgala und wie ist sie entstanden?
Nach der Wende habe ich im Conne Island und Zoro Konzerte veranstaltet mit Bands, die ich selber gut fand. Zum Beispiel Agathocles, Disharmonic Orchestra oder den legendären Mayhem aus Norwegen - DIY eben. Diese Tradition setze ich nun in der Literatur fort und lade Schriftschaffende ein, die mir gefallen und versuche sie zu unterstützen.
Welches Ansinnen verfolgst Du mit der Literaturgala?
Ich möchte dem Connewitzer Publikum begnadete Literaten näher bringen, die es lohnt zu lesen und anzuhören. Es gibt mehr als Schoßgebete und Feuchtgebiete!
Nicht nur Leipziger sind bei der 2. Literaturgala vertreten - was verbindet dich mit Jaromir Konecny und wer verbirgt sich hinter dem mysteriösen Namen "Blue van Meer"?
Konecny ist legendär! Seine "Tüte des Vergessens" spricht mir aus dem Herzen! Das müssen mehr Leute kennenlernen! "Blue van Meer" arbeitet als Moderatorin bei Radio Blau und hat mich mit ihrer warmen Stimme begeistert. Ich habe sie gefragt, ob sie ein paar Texte aus meinem Buch "Des Teufels bizarre Kunst" einsprechen würde. Dabei stellte sich heraus, dass sie auch selber schreibt. Jetzt steht sie auf der Bühne, ich freue mich sehr darauf!
Gala klingt so glamourös und feierlich - was ist der Unterschied zu einem Festival?
Wir haben keinen roten Teppich.
Von Konzerten kennt man ja Lichtorgeln, Lautstärke, bunte Bands und Posen: Was können Leipziger von der Literaturgala erwarten?
Zusammen mit Lord Schelmchen führe ich durch den Abend. Ralph Schüller wird die musikalische Umrahmung übernehmen. Er ist ein Virtuose auf der Gitarre und passt wie die Faust aufs Auge, denn so können die Gäste das Gehörte erst einmal im Kopf verarbeiten. Außerdem nutzen wir die Leinwand im UT Connewitz für die visuellen Effekte.
Jan Off bei der 1. Literaturgala.
Bild: www.aboalsleben.de
Mit Michael Schweßinger, Sascha Lange und Volly Tanner sind drei Leipziger Literaturszene-Größen vertreten - wie schätzt Du generell die Leipziger Literatenszene ein?
Ich bin absolut von ihr überzeugt und sicher, dass der Erfolg über Leipzigs Grenzen nicht mehr lange auf sich warten lässt. Sascha Lange hat mich mit "DJ Westradio" und "Das wird mein Jahr" umgehauen! Volly ist eine Urgewalt auf der Bühne, der alles niederwalzt, ich bewundere ihn! Und Michael liegt genau dazwischen mit seinen hintergründigen Erzählungen, die den Finger in die Wunde legen.
Was macht Leipziger Literatur (und damit meine ich nur Autoren, die hier leben und arbeiten und Bücher veröffentlichen) eigentlich aus?
Ich glaube, jeder schreibt das, wovon er am besten erzählen kann. Und Leipzig ist ein Ort, wo man nicht so schnell die Übersicht verliert. Der Druck fehlt ein Großer zu sein oder sein zu müssen. Sympathisch und nett. Geerdet eben.
Was bedeutet für dich persönlich Literatur und Lesen?
Bücher sind Filme für den Kopf. Literatur tritt den faulen Gehirnzellen in den Arsch.
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