Zwischen Katzmann und Buchmesse: Krimi-Autor Uwe Schimunek im Interview
Daniel Thalheim
30.10.2011
Krimi-Autor Uwe Schimunek.
Foto: Daniel Thalheim
Beim vergangenen "Durstigen Pegasus" kam die L-IZ mit einem Leipziger Krimi-Autor ins Gespräch. Uwe Schimunek heißt der Schriftsteller, der soeben seinen jüngsten Katzmann-Fall fertig geschrieben hat. Pünktlich zur kommenden Leipziger Buchmesse erscheint das Werk. Schimunek gibt den Lesern einen kleinen Ausblick.
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Derzeit schreibst Du an einem weiteren Katzmann-Fall. Kannst Du den Lesern schon einen Ausblick geben und sagen, wann genau der Krimi erscheinen wird?
Wenn alles nach Plan läuft, erscheint das Buch im nächsten Frühjahr, so dass der Verlag es bei der Leipziger Buchmesse als Neuheit präsentieren kann. Der neue Fall spielt 1926. Zu Beginn der Frühjahrsmesse findet Katzmann eine Leiche und stürzt sich in den Fall. Bald geschieht ein zweiter Mord und der Reporter selbst gerät in Gefahr.
Klingt aufregend! Beim letzten Pegasus hast Du das Genre des kommenden Katzmann-Falls schon angedeutet: Was ist eigentlich ein Ketten-Roman?
Ich kann natürlich nur Aussagen zu dem Kettenroman geben, an dem ich mitschreibe. Die Romane um den Journalisten Konrad Katzmann werden von verschiedenen Autoren verfasst. Es gibt neben der Hauptfigur noch weitere Figuren, die zum festen Ensemble der Romane gehören – etwa Katzmanns Chef Leistner oder die Familie Katzmanns. Wir Autoren sprechen uns ab, so dass in Katzmanns Biografie keine Brüche entstehen. Die Fälle spielen in einem Abstand von zwei Jahren, somit haben die Autoren auch ein gutes Maß an Freiheit, die Figur weiterzuentwickeln.
Für mich ist es eine großartige Sache mit so erfahrenen Autoren an einem Projekt zu arbeiten – allen voran mit der ostdeutschen Krimilegende Jan Eik und mit dem Bestseller-Autor Horst Bosetzky, der auch einen Roman in der Reihe schreibt. Das sind Autoren, von denen ich eine Menge lerne. Und außerdem handelt es sich um unglaublich nette Kollegen. Auch die beiden Damen im Team, Franziska Steinhauer und Katrin Ulbricht, sind erfahrene Autorinnen und die Zusammenarbeit macht Spaß.
Zusammen mit Elia van Scirouvsky beim "Durstigen Pegasus" - Uwe Schimunek.
Foto: Daniel Thalheim
Was fasziniert dich eigentlich am Krimi-Schreiben?
Im Krimi werden Menschen ermordet. Es geht im wahrsten Sinne um Leben und Tod. Daraus resultieren starke Konflikte.
Wie bist Du als Journalist zum Romanautor geworden?
Ich habe 2003 angefangen, am Feierabend gelegentlich Kurzgeschichten zu schreiben. Als die in kleinen Fanzines und Literaturmagazinen erschienen, hab ich weitergemacht. Dann wurden die Texte länger, sie kamen in „richtige Bücher“. Da ist der Roman die logische Folge. Ich brauche als Feierabend-Autor halt länger, als die hauptberuflichen Kollegen. Aber jegliches Schreiben schult die handwerklichen Fähigkeiten, insofern profitiere ich auch im Beruf. Das ergänzt sich prima.
Schon im "Tod im Hainich" konnte man sich an deiner farbenfrohen und lebendigen Erzählweise erfreuen: Welche Autoren haben dich beeinflusst, oder legt man Vorbilder irgendwann ab?
Ich lese viel und gern. Von deutschen Krimiautoren wie Heinrich Steinfest, Jörg Juretzka, Jakob Arjouni, über internationale Spannungs-Autoren wie Raymond Chandler, Philip Kerr, Jasper Fforde. Und dann natürlich die amerikanischen Erzähler – John Irving, William Kotzwinkle, auch "Freiheit" von Jonathan Franzen hat mich sehr beeindruckt, um mal was Aktuelles zu nennen. Sicher habe ich meine Lieblings-Texte hinten im Hinterkopf, wenn ich selbst schreibe. Unmittelbarer beeinflussen mich aber die Gespräche mit befreundeten Autoren – Henner Kotte, Beate Baum, Claudia Puhlfürst, Ralph Doege, Thomas Wawerka, Frank Hebben … Das waren jetzt viele Namen und bestimmt habe ich noch viele vergessen. Sind das Vorbilder? Ich weiß es nicht. Aber wie die meisten Autoren versuche ich Texte zu schreiben, die ich selbst gern lesen würde. Insofern kann man vielleicht sagen, meine Lieblingstexte sind die Messlatte.
Was macht eigentlich einen guten Krimi aus?
Ich lese gerne Krimis, die totspannend sind und mir etwas über die Welt erzählen. Das darf gern jeder andere anders sehen.
Bis zum Erscheinungsdatum deines kommenden Krimis: Wird man dich noch öfter deutschlandweit lesen, hören und sehen?
Ich habe noch ein paar Lesungen bis zum Ende des Jahres. Am 12.11. bei der 6. Wildenfelser Kriminacht und am 19.11. bei der KrimiNACHT im Schloss Güldengossa. Eine sehr witzige Sache soll Ende November stattfinden, eine Lesung mit historischen Krimis im Kafe Krümelkram. Das steht im Second Life.
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