Prosawerkstatt Leipzig: In Lindenau werden gute Geschichten gut geschrieben
Daniel Thalheim
27.01.2012
Ein Bild der Vergangenheit: Prosawerkstatt in der Demmeringstraße 21.
Bild: Prosawerkstatt Leipzig
Es geht um gute Geschichten. Die Leipziger Prosawerkstatt ist ein Angebot für Autoren und Menschen, die ernsthaft an ihren Texten arbeiten wollen. Wer lernen will, wie man einen Roman, eine Erzählung oder eine Novelle schreibt, geht an den Lindenauer Markt. Dort eröffnete unlängst die "Prosawerkstatt" ihre neuen Geschäftsräume. Leiterin Anna Kaleri erzählt, um was es genau geht.
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Die Absolventin des Deutschen Literaturinstituts in Leipzig trat bereits mit vielen Geschichten in Erscheinung. Ihr Erstlingswerk war "Es gibt diesen Mann". Darüber schrieb schon die NZZ: "Der witzige Einfall wird wie eine musikalische Idee variiert, mit überraschenden Fassetten." Dass auch der schriftstellerische Nachwuchs ähnliches erreichen kann, beschreibt Kaleri mit ihren bisherigen Erfahrungen mit ihrer "Prosawerkstatt".
"Die Teilnehmer sind sehr unterschiedlich. Momentan liegt das Alter bei etwa 25 bis 55, also von der Studentin bis zu demjenigen, der fest im ersten oder zweiten Beruf steht. Allen gleich ist, dass sie sich ernsthaft mit ihren Texten und denen der anderen auseinander setzen, konstruktiv mit Kritik umgehen und dass sie aufnahmebereit für viel Theorie und Handwerkszeug sind. Die Teilnehmer der fortlaufenden Prosawerkstatt leben in Leipzig, für die Intensivkurse reisen Interessenten auch von weiter an, so gab es eine Teilnehmerin, die schon zweimal mit dem Nachtzug aus Heidelberg kam", teilt die aus dem Ostharz stammende Literatin und mehrfache Stipendiatin der L-IZ mit.
Lädt am 16. März zur Buchmesse-Lesung ein: Prosawerkstatt in der Rietschelstraße.
Bild: Prosawerkstatt Leipzig
Seit 2008 gibt es die Prosawerkstatt in Leipzig bereits. Erst seit Januar 2012 befindet sich der Anlaufpunkt im Herzen Lindenaus, in der Nähe vom Lindenauer Markt. Anna Kaleri erzählt zur Vorgeschichte ihrer Werkstatt: "Anfangs konnten wir einen geborgten Raum in der Innenstadt benutzen. 2009 kamen sechs Intentivkurse pro Jahr hinzu, jeweils am Wochenende und dafür durften wir dankenswerterweise bei den Buchkindern in der Demmeringstraße die Räume nutzen. Leider war es dort für die mitunter zarten Stimmen der Teilnehmer durch die Straßenbahn etwas laut. Im Oktober 2011 kam eine neue Werkstatt hinzu, und ich wollte gern Werkstatt und Intensivkurse unter einem Dach haben."
Jetzt bezog die Prosawerkstatt in der Rietschelstraße ihr neues Domizil. Dazu die freie Journalistin und Kolumnistin: "In Lindenau gibt es sehr viele freistehende Geschäfte - viel Gestaltungspotenzial - es hat dann noch eine Weile gedauert, das Passendste zu finden. In der Rietschelstraße 2 ist durch das große Schaufenster der Austausch mit dem öffentlichen Raum bei geschützter Arbeitsatmosphäre möglich."
Auf der Frankfurter Buchmesse war sie mit ihren Angeboten schon. Auf die Frage, was die Prosawerkstatt dieses Jahr auf der Leipziger Buchmesse anbieten wird, antwortet Anna Kaleri: "Wir werden mit einer Aktion präsent sein, bei der wir Besuchern eine kreative Verschnaufpause ermöglichen. Das heißt, sie können mitten im Rummel inne halten und unter Anleitung kurze, in der Prosawerkstatt erprobte Schreibübungen machen, um dann inspiriert und mit einem selbst verfassten Text weiterzuziehen." Dazu stellt sie eine Anthologie, eine Prosasammlung, in Aussicht. Acht Kursteilnehmer arbeiten an dem Buch, das pünktlich zur Buchmesse 2012 erscheinen soll. Eine Lesung am 16. März wird in den Räumen der Prosawerkstatt stattfinden. Natürlich im Rahmen des Leipziger Lesefestes "Leipzig liest".
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