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Ein kleines Revival für die Taschentuchdiele: Auftaktveranstaltung für die Lindenauer Taschentuchgeschichten am 3. Oktober

Redaktion
Taschentuchballaden.
Taschentuchballaden.
Foto: Prosawerkstatt
Die Taschentuchdiele im Leipziger Westen ist Legende. Schon Karl-Hermann Roehricht hat sie besungen in seiner "Ballade von den kleinen Leuten in der Taschentuchdiele zu Leipzig", zu hören auf der nun selbst fast schon wieder legendären CD "In Lindenau, da ist der Himmel blau", erschienen 2003. Gesprochen von Axel Thielmann. Damals natürlich wehmütige Erinnerung an einen lebendigeren Westen.


Mittlerweile aber haben die Leipziger Pioniere den Westen als neues Erkundungsgebiet für sich entdeckt, nachdem der Süden schon lange voll ist, Connewitz auch, Schleußig sowieso, und auch Plagwitz so langsam Vollvermietung meldet. Die junge Stadt Leipzig wächst. Und das macht die noch bis 2000 so verpönten Stadtgebiete westlich der Weißen Elster interessant.

Für Pioniere, für Förderprojekte, für neue Ladenbespielungen. Auch wenn die Taschentuchdiele, die ihren Namen den Stofftaschentüchern verdankt, die über den Dielenlampen hingen und die sich einst in der Georg-Schwarz-Straße 17 befand, noch nicht wieder auferstanden ist.

Ein bisschen soll sie es zumindest. Der Tag der Deutschen Einheit kann im Leipziger Stadtteil Lindenau auf besondere Weise begangen werden. Ab 16 Uhr wird die berühmt-berüchtigte „Taschentuchdiele“ noch einmal zum Leben erweckt.

In den alten Räumen wird es eine kleine Ausstellung zur Kulturgeschichte des Taschentuches zu sehen und ein Radio-Feature über die damalige Taschentuchdiele wird zu hören sein. Die Atmosphäre hat außerdem der Maler und Autor Karl Hermann Roehricht, der seine Kindheit in der Georg-Schwarz-Straße verbrachte, in seiner „Ballade von den kleinen Leute in der Taschentuchdiele zu Leipzig“ verewigt. Am 3. Oktober werden zum ersten Mal Stofftaschentücher mit diesem Text erhältlich sein.

Taschentuchballaden.
Taschentuchballaden.
Foto: Prosawerkstatt

Beim Wettbewerb geht es um Geschichten und Anekdoten. Die Geschichte sollte so lang sein, dass sie auf ein Stofftaschentuch passt – also höchstens 1.500 Zeichen mit Leerzeichen, was ungefähr 200 Worten entspricht, so die Prosawerkstatt, die zu diesem Wettbewerb einlädt. Jeder, der mag, kann eine Geschichte, Anekdote, Träumerei mit Lindenau-Bezug schreiben (max. 200 Worte) und bis zum 11.11.2012 per Mail schicken an taschentuchgeschichten@prosawerkstatt.de oder in einen von fünf Taschentuchgeschichtenbriefkästen in Lindenau stecken. Eine Jury aus Autoren, Buchhändlern und Dramaturgen wählt die vier schönsten Texte aus.

Und auch über - gebrauchte, gut erhaltene - Stofftaschentücher für das Projekt freut man sich sehr. Diese können wie die Texte in die Taschentuchgeschichtenbriefkästen gesteckt werden. Die eingereichten Geschichten werden auf Taschentücher gedruckt. Mit dem Kauf eines Taschentuchs zum Selbstkostenpreis von 2 Euro erwerben Lindenau-Fans dann ein einzigartiges Stück Lindenau.

Mit dieser Veranstaltung startet offiziell der Aufruf zu den Lindenauer Taschentuchgeschichten, einem Wettbewerb der Prosawerkstatt und dem Lindenauer Stadtteilverein, bei dem attraktive Preise winken. Bis 11. November 2012 können Texte mit Lindenau-Bezug eingereicht werden.

Weitere Informationen zum Wettbewerb: www.prosawerkstatt.de/taschentuchgeschichten/


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