Polyphon statt Monoton: Leipziger Bands für Menschenwürde und Demokratie
Daniel Thalheim
14.03.2009
Polyphon statt Monoton.
CD-Cover.
Am 9. März fand sich eine kleine aber nicht unwichtige Gruppe in den Büroräumen von “Courage zeigen e. V.“ ein, um über die den CD-Sampler “Polyphon statt Monoton: Leipziger Bands für Menschenwürde und Demokratie“ zu sprechen. Auf diesem Sampler geben 18 Leipziger Bands ihr Bestes.
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Natürlich zuallererst dafür, dass Leipziger Schüler und Jugendliche ihre “Life sucks“-Attitüde ablegen und sehen, wie bunt die Leipziger Musikszene und das Leben ist. Ohne Hass und Gewalt.
Die CD erscheint in einer Auflage von 4.000 Stück und wird jetzt im Frühjahr an Leipziger Schulen in Zusammenarbeit mit den JuSos, der Grünen Jugend, dem Linxxnet, dem Stadtschülerrat, der DGB Jugend verteilt. Schwerpunkte der Verteilungsaktion sollen dabei die Quartiere im Leipziger Westen Plagwitz, Großzschocher und Lindenau, der Leipziger Osten mit den Stadtteilen Reudnitz und Stötteritz sein.
Die Absicht der Initiatoren ist klar und eindeutig; Musik verbindet, ist kulturell offen gestaltet und eine Sprache der Toleranz. Denn wer mit Musik Angst und Hass schürt, bezweckt keinesfalls etwas Gutes.
Musikalisch ist die CD bunt gemischt. Da tummeln sich die Ethno-Popper von “Dante's Dream“ (“Episodes“) neben den Proggies von “Mourning Rise“ (“Hieroglyphic Idiocy“). Die Metaller von “Faced Reality“ fusionieren mit den Hip Hoppern von “GBN Crew“. Sebastian Krumbiegel singt von einem “Blumenladen“. Und “NevAmind“ sagen druckvoll “Wake“. Blossom atmen zufrieden “Breathe“.
Die CD steckt jede Qualität und jedes Genre ab, das zur Zeit in Leipzig quirlig empor schießt. “Good Fellas“ klingen, als hätten sie “Sand im Getriebe“, “Horst Hubert“ rocken wirklich “Sad“ und die “Blindgänger“ fragen punkig nach dem “Warum“.
18 Leipziger Bands auf einer Scheibe: Polyphon statt Monoton.
CD-Cover.
Paul Hindemith würde von einem “Musikalischen Blumengärtlein“ sprechen, aber dafür fragt Sebastian Krumbiegel, was ein Naziladen in Leipzig zu suchen hat und zeigt seine Blumen. Er ist neben “Jann Soor“ (“Tschland, der doitsche Menschenfeind“), der textlich und inhaltlich klar zum Leipziger Nazi-Problem Position einnimmt. Denn der Sampler ist keine extra eingespielte CD mit extra auf die Thematik zugeschnittenen Texten. Der bunt gemischte Sampler umfasst bereits schon eingespielte Stücke, die von den Bands auch auf ihren regulären Veröffentlichungen zu finden sind.
Dafür nehmen die Bands und Musiker für Demokratie, Toleranz und ein lockeres Miteinander Stellung. Im Inlet der CD haben alle Bands einen Text verfasst, worin sie sich mal poetisch, mal kämpferisch, mal mahnend äußern.
Bunte Gummistiefel im tristen braunen Schlamm setzen Farbpunkte: die Covergestaltung von “ClickStuffSurprises“ passt zum Titel “Polyphon statt Monoton“. Bunt und vielgestaltig wie das echte Leben ist eine Einstellungssache. Nicht gegen anders denkende sein, sondern für sich, sein Leben und sein Umfeld einstehen. Verblümt ausgedrückt, bereichert Abwechslung das Leben, versüßt so manche Beziehung und hinterlässt glückliche Gesichter. Wer will dann noch mit braunen Beton zu tun haben, wenn eine Wiese viel mehr bietet. Oder wie es im Inlet Volly Tanner sagt, “Leben ist etwas anderes!“
“Polyphon statt Monoton: Leipziger Bands für Menschenwürde und Demokratie“ ist ein Projekt von den Leipziger JuSos, der Grünen Jugend, dem Linxxnet, dem Stadtschülerrat, der DGB Jugend und dem Bunte Platte e. V. Grünau. In enger Kooperation mit den Bürgerinitiativen soll die Verteilung auf den Schulhöfen erfolgen, bzw. auch beim kommenden “Courage zeigen“-Festival am 30. April. Der Verein “Leipzig. Courage zeigen e. V.“ ist Herausgeber des Samplers. Initiator ist Jürgen Kasek (Kreisvorstandssprecher Bündnis 90/Die Grünen Leipzig, Bassist von “Mourning Rise“), Schirmherrin ist die Bundestagsabgeordnete der Bündnis 90/Die Grünen Monika Lazar.
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