Thomas Godoj in Leipzig – Im Interview “Ein Jahr danach“ - 3. Teil
Redaktion
18.06.2009

Live ein herausragendes Team: Thomas Godoj und Band spielten am 12. Juni in Leipzig einige Songs unplugged
Foto: Michael Freitag | L-IZ.de
Thomas Godoj ist auf dem Weg. DSDS liegt weit hinter ihm und dennoch hat es Eindrücke, Erfahrungen und eine Menge zu lernen geboten. Live zeigt der Recklinghäuser mit seiner Band eine erstaunliche Performance und doch fragen ihn so Manche, warum er nicht mehr im TV ist. Von einem, der sehr viel richtig gemacht hat. Teil 3
Ende 2008 wechselte Thomas Godoj in das Management von "Bär" Läsker und hat so bei einem der renommiertesten Manager Deutschlands ein neues Zuhause gefunden, eigene Entwicklungschancen inklusive. Seine Band ist in der Livepräsenz wirkungsvolle Ergänzung, musikalische Heimat und Verstärker in einer bislang eindrucksvollen Geschichte. Von einem der auszog, DSDS zu erleben und das Beste daraus zu machen.
DSDS - das ist ja fast noch mal ein kurzer Return. Es ist eben damals schon so gewesen, dass immer dann, wenn Thomas Godoj bei DSDS mit Coverversionen auftrat, es eine einfach andere Show gab, da passierte auf einmal etwas. Das haben wohl auch andere Leute damals schon gesehen?
Thomas Godoj: Natürlich freut mich auch Deine Aussage. Aber für dieses „Andere“ kämpfe ich auch bis heute noch. Weil man natürlich auch Leute auf der Straße trifft, die dann sagen – hey, dich kenne ich und das freut mich natürlich irgendwie. Und dann kommt dieses Aber – Du bist ja gar nicht mehr im Fernsehen zu sehen. Man hört ja so wenig von Dir.
Das ist sehr nachvollziehbar, aber ich hab dann eigentlich nur eine Antwort darauf: Ich bin ja auch kein Wetterfrosch oder Pressesprecher, der jeden Tag in der Glotze herumhängt, sondern ich war bei DSDS immer ein Teil einer Show, die gut für mich ausgegangen ist. Und das war es dann auch.
Genau mit dem Ende der letzten Sendung fing eigentlich erst die richtige Arbeit an. Doch genau das ist eben nicht so einfach, weil man erstmal an die richtigen Leute geraten muss. Und da ist auch eine große Dankbarkeit, weil ich eben an diese richtigen Leute geraten bin.

Thomas Godoj scheint sein Ziel fest im Auge zu haben
Foto: Swen Reichhold | www.swenreichhold.de
Das große blaue Logo los zu werden ist nicht einfach, das haben schon andere vor Dir erlebt.
Thomas Godoj: Ich will mich da auch wirklich nicht verstecken. Das wäre dann auch wirklich nicht ich. Ich hab mich da entschieden und ich hab lange darüber nachgedacht. Und ich habe auch oft gedacht, Du passt da überhaupt nicht rein. Kann sein, die machen da ein Kreuz und schicken dich direkt auf den „Friedhof“, mal ganz krass ausgedrückt. Und dann war es das. Du bist verheizt und gut. Und es tut mir auch wirklich Leid für die Menschen, die da hingehen und für die Leute da draußen an den TV-Geräten dann zur Belustigung dienen.
Na gut, es ist Teil dieser Show. So einfach.
Thomas Godoj: Ok, ich denke eben dennoch, jeder ist für sich selbst verantwortlich. Es war jetzt schon die 6. Staffel und da ist klar, wie das da abgeht.
Ok, aber Du warst schon 29 Jahre alt, als Du zu DSDS gegangen bist und mit 18 Jahren ist man nicht wirklich soweit – also ich wäre es nicht gewesen.
Thomas Godoj: Ich war mit 18 Jahren auch nicht soweit, klar.
Im Gesamten – eine Erfahrung, die man einfach nicht vergisst. Aber wie gesagt: Bei allen Vorurteilen, die Show hat mir eine Chance gegeben. Das Format ist, wie es ist, da kann man bestimmte Sachen auch nicht verdrehen. Jetzt bin ich dran, diese Chance zu nutzen.

Einfach mal abrocken - Thomas Godoj auf Heldensuche
Foto: Michael Freitag | L-IZ.de
Wir hatten damals bereits vor, mit Dir ein Jahr danach noch mal zu reden. Aus unserer Sicht hast Du bis heute alles richtig oder einfach besser als Deine Vorgänger gemacht – Respekt dafür.
Thomas Godoj: Der Satz – alles richtig gemacht, fällt mir sehr schwer. Aber es ist wirklich toll zu erleben, wie der DFB fragt, ob „Helden gesucht“, den 2006 Wink einfach just for fun zur WM geschrieben hat, nun für die U21-Fußballjungs, die in Schweden die Europameisterschaft spielen, genutzt wird. Der Song ist eben einfach gut und hat nun doch noch einen Platz im Fußball gefunden.
Das meinte ich mit „Alles richtig gemacht“ – inklusive DSDS.
Thomas Godoj: Ich weiß das wirklich nicht und kann es einfach nicht so aussprechen. Aber ich verfolge weiterhin ein Ziel. Und dabei können wir auf eine tolle Fanbase schauen. Es ist unfassbar, was da Leute für uns tun. Die kann man eigentlich nur noch umarmen. Da kommt die eigentliche Energie und Kraft her.
Jetzt bin ich wirklich gespannt auf heute Abend. Vielen Dank für Deine Zeit.
Nachtrag für die Statistiker und "Na-Wie-War-Das-Konzert-Fetischisten": "S-Rockt" war ein ausverkaufter Abend in der Leipziger Parkbühne und es kam, wie es kommen musste. Gegen Ende des Konzertes von Thomas Godoj stand Michael Freitag eifrig mit dem Kopf nickend und zufrieden grinsend in der Menge, während Thomas Godoj und die Band einen mitreißenden Liveauftritt boten.
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