Kosmische Klänge im UT Connewitz: Eivind Aarset begeisterte Fans
Daniel Thalheim
28.08.2009
Foto: Philipp Halling
Am Abend des 27. August belagerte ein bunt gemischtes Publikum den Fußweg vor dem UT Connewitz. Der Grund dafür war schnell gefunden: In farbig leuchtenden Lettern verkündete das ehemalige Lichtspielhaus am Eingang, dass der norwegische Musiker Eivind Aarset hier im Rahmen des 33. Jazzfestivals ein Konzert gab. Den jungen, aber auch älteren Leuten gefiel dieser Auftritt. Denn sie verlangten eine Zugabe am Ende der Show.
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Während am dicht bevölkerten Tresen die Kronkorken und Münzen auf das Holz klapperten, standen und saßen die Zuhörer vor der Bühne und lauschten gebannt den atmosphärischen Stücken des norwegischen Klangmeisters und seiner Band. Der Saal war in tiefstem Dunkel getaucht, während die Bühne lediglich mit blauem und rotem Licht angeleuchtet wurde. Eine stimmungsvolle, sich ständig ändernde Film-Projektion an der Wand im Portikus hinter der Band unterstrich eindrucksvoll die spannungsgeladene Musik. Mehr Ambient als Jazz bot Aarset an diesem Abend.
Mal leise schleichend, dann wieder aufwallend und drückend.
Eivind Aarset und Band: mal leise schleichend, mal druckvoll im Rahmen der 33. Leipziger Jazztage
Foto: Philipp Halling
Mit dem Konzept, mitten in der Connewitzer Szene Konzerte wie das von Eivind Aarset zu veranstalten, wollen die Veranstalter der Jazztage vorwiegend an junges Publikum anziehen. Mit der so genannten „Jungen Strecke“ gibt es neben den in den Sommer vorgezogenen Jazztagen eine weitere Neuerung. Pressesprecher Jan Hanisch erklärt, „Die Junge Strecke bewährt sich, wie man es heute bei Eivind Aarset, dem Schreberbadkonzert „Jazz im Pool“ sowie der Werk 2 – Auftaktparty sehen konnte. Wir wollen mit Mischformen aus Jazz, Elektro und Pop junge Leute für das Festival und natürlich auch Jazz interessieren. Vielleicht findet sich der eine oder andere in der Oper wieder, denn mit unserem Ticketangebot „Junge Strecke“ kann der Gast drei Konzerte der jungen Strecke für 14 Euro besuchen und für eins in der Oper 5 Euro Rabatt bekommen“.
Das UT Connewitz ist nun neben dem Schreberbad, Werk II, Horns Erben und der Uni Kinderklinik eine der neuen Spielstätten der Leipziger Jazztage. An den Herbst 1989 und der damit verbundenen 14. Leipziger Jazztage wird am Samstag in der Oper Leipzig erinnert. Das „Transatlantic Freedom Suite Tentet“ unter der Leitung von Oliver Schwerdt wird ab 19 Uhr 30 für ungewöhnliche Klänge sorgen. Ensemblemitglied Ernst-Ludwig Petrowsky hatte im Herbst 1989 von der Bühne herab die Abhörpraktiken der Stasi kritisiert. Besonders brisant war damals, dass er es in aller Öffentlichkeit tat ,außerhalb der Kirchenmauern.
Doch am Donnerstagabend war Eivind Aarset bei einer wichtigen Neuerung des Festivals dabei. Nämlich, dass Jazz nicht nur allein auf Opernbühnen und hochkarätigen Konzerthäusern stattfindet sondern auch in charismatischen Clubs wie dem UT Connewitz.
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