Beim “Sucks'n'Summer“-Festival mit von der Partie – die Leipziger Metaller "Myra".
Bild: Myra | Sören Schaller (Alternastyle)
Die Leipziger Hardcore-Metaller “Myra“ räumten erst kürzlich bei ihrem umjubelten Auftritt auf dem With Full Force ab, nun wollen sie diesen Erfolg auf dem “Sucks'n'Summer“-Festival wiederholen. Die aus Nordhausen stammenden Sebastian Spillner (Gesang) und Rony Henkel (Gitarrist) begaben sich auf den Freisitz der Kinobar Prager Frühling und sprachen über ihren Werdegang, ihr letztes Album “The Venom It Drips“ und ihren Auftritt auf dem With Full Force.
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Ab August geht es in das Leipziger “Kick The Flame“-Studio und die Aussicht eines Record Release-Auftritts ist auch gegeben.
2003 wurde “Myra“ von Henrik Zeltner (Gitarre), Robert Seyferth (Bass) und Sebastian Schneider (Schlagzeug) gegründet. 2004 und 2005 später stießen Deadpool Productions-Veranstalter und Sänger Sebastian Spillner und zweiter Gitarrist Rony „Ron“ Henkel zu der Band. Seitdem spielte das Quintett jede Menge Auftritte, auch als Begleitbeand großer Bands wie “Himsa“, “Born From Pain“, “Heaven Shall Burn“ und “Disillusion“.
April 2006 veröffentlichten “Myra“ eine erste CD mit vier Stücken. 2007 verließ Robert Seyferth die Band und wurde durch Felix Thyrolf ersetzt. Im Januar 2008 haben wir “The Venom It Drips“ zunächst in Eigeninitiative aufgenommen und uns dann bei Labels beworben. “European Label Group“ hat die Platte dann schließlich rausgebracht. Ergebnis ist 2008 das vielbeachtete Debüt “The Venom It Drips“ gewesen. Grundlage für einen weiteren, erfolgreichen Verlauf.
Im Sommer 2009 begibt sich die Band wiederum in das von Andy Schmidt (Frontmann bei Disillusion) betriebene “Kick The Flame“-Studio, um den Nachfolger einzuspielen und aufzunehmen. Zwischendurch absolvieren “Myra“ noch einige Festivalauftritte, wie das “Sucks'n'Summer“ am 8. August in Leisnig. Dort werden sie mit Bands, wie “Maroon“ und Vorbildern wie “Born From Pain“ und “Madball“ die Bühne teilen. Auch wenn “Myra“ erst um 14 Uhr im Veranstaltungszelt spielen.
Ihr wart ja auf dem With Full Force. Wie war der Auftritt für euch im Nachhinein?
Ron: Es lief überraschend gut für uns. Es war für ein großes Erlebnis dort spielen zu können. Wo wir doch Jahre lang als Fans hin gepilgert sind, nun jetzt das. Einfach großartig.
Sebastian: Das Force hat bei uns im Nachhinein ein ähnliches Feeling wie unsere Release Show, da das Publikum halt gut mitging. Wir waren natürlich alle drei Tage dort und haben das Festival auch als Fans genossen. Amon Amarth, Hatebreed, Dimmu Borgir haben uns dort auch am besten gefallen.
Ron: Amon Amarth sind ganz klar grandios gewesen, DevilDriver auch. Mastodon waren auch großartig, hab auch mal rum gekuckt ins Publikum, sehr gute Show.
Sucks'n'Summer ist das nächste Festival. Was erwartet ihr davon?
Sebastian: Wissen wir noch nicht wo es stattfinden wird, sicher ist nur, dass es stattfinden wird. Die Veranstalter hatten aber Probleme mit der alten Location und mussten das ganze jetzt verlegen. Deswegen ist alles etwas anderes gelaufen. Damit müssen wir leben. Man hat aber auch jede Menge Bands gebucht.
Ron: Indoor spielen kann eigentlich auch ganz cool sein. Das hat Clubatmosphäre, man ist den Fans näher. Das mögen wir sehr.
Es geht unter die Haut wenn die Fans vor der Bühne jeden Text mitsingen.
Bild: Myra | Sören Schaller (Alternastyle)
Beim Durchhören des Albums ist mir ganz besonders das Lied “Doomed From The Outset“ aufgefallen. Singt da eine Frau? Wer ist das?
Sebastian: Ja, da hast du richtig gehört. Nach langem Überreden der Band (lacht) hat Susi Timm den Part gesungen. Sie ist gerade von Leipzig weg und hat ein Gesangsstudium im Bereich Pop angefangen. Mittlerweile hat sie auch ein Management. Sie macht gerade viel und durch Zufall lernten wir sie damals über meine damalige Freundin kennen. Denn Susi und sie waren miteinander befreundet. Zusammen haben sie gekellnert und meine Ex-Freundin meinte immer zu uns, dass wir Susis Stimme unbedingt hören sollten. Sie klingt super und so. Aber zuerst musste ich die Band selbst fragen und sie von dieser Zusammenarbeit überzeugen. Irgendwann waren alle soweit, Susi kam ins Studio und improvisierte auf dem Stück ihre Gesangslinie. Ohne viel Vorbereitung.
Auf Myspace in euren Kommentaren hat eine Frau geschrieben, dass ihr die Stimme gut gefiele. Mir ist auch aufgefallen, dass das ziemlich gut gelungen ist. Würdet ihr solche Kooperationen auf euren nächsten Alben fortsetzen?
Sebastian: Naja, “Doomed From … “ ist eher der Außenseitersong.
Ron: Die persönlichen Geschmäcker spielen auch eine Rolle bei so was. Die sind ja auch verschieden. Das muss man alles in diesem Zusammenhang sehen. Und … Frauengesang und Metal ist bei uns eher so ein (Sebastian verbessert lachend, “Bei dir“) … auch bei unseren Schlagzeuger eine Problemsache. (Lautes Lachen, während Sebastian auf sein Deadlock-Shirt zeigt. Deadlock haben eine Co-Sängerin namens Sabine Weniger., Anm. d. Verf.). Es ist einfach nur eine Geschmackssache. Aber ich denke, dass wir unseren Song mit Susi damals gut umgesetzt haben. Mit dem Ergebnis bin ich auch mehr als zufrieden.
Sebastian: Mein Anliegen war eher so der Text. Da musste einfach eine Frauenstimme her. Weil das eher so eine Mann-Frau-Geschichte ist. Es thematisiert eine Beziehungsgeschichte, die im vornherein zum Scheitern verurteilt war. Deswegen fand ich es passend, dass Susi darauf gesungen hat (atmet durch).
Ron: Es gibt aber auch noch keine konkreten Pläne, so etwas wie “Doomed From ...“ fortzusetzen. Zur Zeit proben wir neue Songs. Wir gehen in drei Wochen ins Studio.
Sebastian: Es gibt zwar Ideen, aber schauen wir mal. Vielleicht singt eine andere Frau. Aber sie muss nicht singen, kann auch etwas anderes machen (Lachen).
Wie ist eigentlich eure erste Platte “The Venom It Drips“ für euch gelaufen bis jetzt?
Sebastian: Von den Reaktionen her, waren Kritiker unterschiedlicher Meinung. Ich habe das Gefühl, dass die Platte die Leute in zwei Lager gespalten hat. Die einen fanden es 08/15, nicht überraschend. Die anderen loben es in den höchsten Tönen. Überwiegend waren die Resonanzen sehr positiv. Gerade das, was die Presse so geschrieben hat, wie im Legacy (ein auflagenstarkes Szene-Magazin für Metal-Fans, Anm. d. Verf.), war sehr positiv. Auch die Fans finden die Scheibe gut. Das sehen wir täglich, wenn uns die Leute schreiben, dass sie die Platte gut finden. Auch wenn die Leute zu unseren Konzerten kommen, sehen wir den Zuspruch. Die Leute kennen die Texte, singen mit und können sich für unsere Musik begeistern.
Ron: Über unseren Vertrieb haben wir kürzlich einen Überschlag bekommen, wo wir mit unseren Plattenverkäufen derzeit stehen. Wir sind absolut zufrieden. Aber in letzter Zeit sind wir einfach auf andere Dinge fokussiert, dass wir jetzt überhaupt keinen Plan haben, wo und wie wir momentan bei den Verkäufen stehen. Wir können mittlerweile nicht einschätzen, auf welchen Level wir momentan stehen.
Sebastian: Wie beim With Full Force, wo rund vierhundert Fans im Zelt direkt vor der Bühne stehen und jeden Text mitsingen. Das geht unter die Haut. Damit haben wir nicht gerechnet.
Dann viel Erfolg für die Aufnahmen, für eurer nächstes Album und euren Festivalauftritten in diesem Jahr. Danke für das Interview.
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