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Mehr als nur eine Episode: Dante's Dream im Interview

Daniel Thalheim
Am 31. Oktober live im UT Connewitz - Dante's Dream
Am 31. Oktober live im UT Connewitz - Dante's Dream
Es ist viel los in Dante's Traum. Es sind damit weder Fegefeuer-Phantasien noch kosmologische Betrachtungen gemeint: die Leipziger Eclectic Pop-Gruppe Dante's Dream veröffentlichen im Herbst ihr neues Album “Episodes“ und stellen es am 31. Oktober live im UT Connewitz vor.

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Was ist Ihnen dieses Jahr nach dem Courage-Festival alles widerfahren? Ich sehe, Sie haben hier ihr neues Album liegen.

Tom Beat: Ja, aber es in dieser Form noch nicht ganz fertig. Die Herren im Presswerk haben etwas ganz wichtiges an der Hülle vergessen. Darum mussten wir es zurück schicken. Die Außenhülle unserer Digipack-Version bekommt noch ein Relief. Das fehlt hier bei diesem Exemplar. So ist es in einem schlichten Weiß mit unserem Logo drauf.

Haben Sie das Album live eingespielt?

Lucas Hull: Wir haben jedes Instrument einzeln eingespielt und aufgenommen. Davor haben wir einen “Guide Track“ gemeinsam live eingespielt. Wir wollten so schauen, wie sich die Dynamik im Song ändert. Das war dann unsere Basis. Darauf bastelten wir uns einen “dynamischen Klick“. Der ändert während eines Songs einfach das Tempo. So konnten dann nacheinander Schlagzeug, Bass & Gitarren auf derselben Grundlage eingespielt werden.

Damals waren die Kompositionen auch schon komplett geschrieben?

Tom Beat: Andy Schmidt, unser Produzent bei Kick The Flame, hat uns schon ab und zu gezeigt, wo weniger mehr ist, oder es dramatischer werden kann und hat mit Lucas zusammen ein bisschen an den Kompositionen gefeilt. Im Studio entstanden auch während des Aufnehmens neue Ideen, sodass die Stücke sich in jedem Fall verbessert haben. Wir haben echt jede Menge gelernt.

Lucas Hull: Wir haben alle Instrumente im Studio eingespielt, mit Ausnahme meines Gesangs. Andy und ich hatten das Gefühl, dass für mich die Studiosituation nicht die richtige sei. Die Situation war mir zu künstlich und unbequem. Um überzeugend singen zu können, brauche ich eine vertraute Umgebung. Also haben wir ein Teil der Studiotechnik bei mir zuhause im Schlafzimmer aufgebaut. Wir haben uns eine Gesangskabine gebaut und haben die Sachen über die nächsten zweieinhalb Monate aufgenommen. Mein Gesang entstand also zu rund 80 Prozent bei mir zuhause.

Das wird die Frauen richtig umhauen, wenn Sie das jetzt lesen, oder?

Ab November gibt's auch die digitale Version von "Episodes".
Ab November gibt's auch die digitale Version von "Episodes".
Foto: Daniel Thalheim
Alle: Lachen.

Lucas Hull: Der letzte Track ist “Das edle Herz“ und ist neben der Tatsache, dass er komplett in deutsch eingesungen ist, auch komplett im Schlafzimmer aufgenommen worden. Da hört man auch die Schritte, und wie die Dielen knarren, wenn ich zur Gitarre gehe.

Tom Beat: Bei einigen Lead- und Backingvocals saßen Mogul, Jacob und ich gleichzeitig in der Gesangsbox und mussten schreien (z. B. Elegy, Anm. der Red.) oder alberten herum. Im Nachbarzimmer saß Lucas und kicherte sich eins. Unser Album hat also Homerecording – Elemente, die uns richtig Spaß gemacht haben. Der geneigte Hörer wird einige dieser spontanen Ereignisse entdecken können.

Waren ihre Aufnahmen digital oder analog?

Lucas Hull: Andy macht das digital. Analog hat den Nachteil, dass man Probleme beim Schnitt und Mixen hat. Weil alles mit Bändern geschieht. Bis der Mix für uns in Ordnung war, hat es sowieso eine Weile gebraucht. Wir mussten erst einmal in alles reinhören und konnten dann mit Abstand besser entscheiden. Wir sind dann zu Peer Hahnefeld in sein Mixstudio gegangen und konnten unsere Vorstellungen mit ihm absprechen. Bei Analogaufnahmen wäre das so nicht gegangen, weil man immer wieder von vorne anfängt und alles live einmischen muss. Deshalb ist digital natürlich ein bisschen bequemer, aber auch besser für die kreativen Prozesse.

Wann kommt das gute Stück auf den Markt?

Tom Beat: Wir haben verschiedene Varianten durchgespielt und deutschlandweit mit vielen Labels und Vertriebsfirmen gesprochen. Wir sind dann guten Gewissens zum Schluss gekommen, dass unser erstes Album in kompletter Eigenregie in einer Auflage von 1.000 Stück erscheint. Alle sind handnummeriert und von uns signiert und werden nur über unsere Konzerte und unsere Internetseite www.dantesdream.de verkauft. Ab der ersten Novemberwoche kommt auch eine digitale Version auf den Markt, die dann über iTunes, Amazon und musicload.de zu erwerben ist.

Das ist doch schon sehr farbenfroh. Aber zurück zum Album: Wer hat die CD gestaltet?

Tom Beat: Daran haben wir gemeinsam mit dem Leipziger Illustrator Marco Fiedler gearbeitet. Das CD-Cover ist schlicht gehalten und sagt einfach: 'Hallo Welt, hier ist Dante’s Dream'. Wenn man es dann aufschlägt und in das Booklet schaut, kann unsere Musik auch durch die Augen des Illustrators gesehen werden. Und ich sage nur: Herr Fiedler liebt Details …

… eine Fortsetzung Ihrer Website?

Haben es bis ins Ausland geschafft - Dante's Dream.
Haben es bis ins Ausland geschafft - Dante's Dream.
Foto: Daniel Thalheim
Tom Beat: Fortsetzung und Weiterentwicklung. Mit dem “Episodes“-Album kann schon erahnt werden, wohin die Reise geht.

Am 31. Oktober treten Sie im UT Connewitz auf. Wie kam es zu dieser Möglichkeit?

Lucas Hull: Wir haben die UT-Leute selbst gefragt. Über den Disillusion-Drummer Jens Maluschka haben wir den Kontakt bekommen. Für das Releasekonzert hatten wir Oktober angepeilt. Das UT hat uns auch für diesen Monat zwei Termine in Aussicht gestellt, den 30. und den 31. Oktober. Wir haben uns dann für den 31. Oktober entschieden. Für diesen Auftritt haben wir auch so Postkarten entworfen, die wir in der ganzen Stadt verteilt haben um für diesen Auftritt zu werben. Bei der Menge, die wir verteilt haben, hoffen wir natürlich auf ein volles Haus.

Neue Erfahrungen mit Live-Auftritten konnten Sie schon dieses Jahr sammeln, wie bei Ihrer Tour, die Sie auch in die Niederlande führte. Wie lief die eigentlich?

Mogul: Das Berliner Label “1Four5“ suchte noch eine zweite Supportband für ihre “Emotion Sell Out Tour“. Dieser Slot wurde ausgeschrieben. Wir haben uns beworben und sind genommen wurden. Zehn Tage, zehn Gigs. Und das am Stück. Es hat super viel Spaß gemacht, war aber auch anstrengend. Erinnerungen stehen auf unserer Myspace Seite im Tourblog.

Tom Beat: Ich fand es lässig und gemütlich. Weil ich ohnehin viel reise, bin ich wohl schneller im Reise-Modus als die anderen. Tagsüber nichts machen, abends rocken, …ein Genuss.

Wie war es in Holland?

Jacob: Dazu gibt es eine schöne Anekdote: Wir sind schon mit offener Heckklappe nach Holland eingefahren. Wir haben es gemerkt, nachdem wir kurz vor der Grenze das historische Ereignis der Dante’s Dream-Grenzüberschreitung mit der Videokamera festhalten wollten und feststellten, dass die Batterien leer waren. Als wir wieder einstiegen, haben wir die Klappe nicht geschlossen. Das haben wir dann erst dreißig Kilometer nach der Grenzüberschreitung gemerkt. Irgendjemand hatte uns per Lichthupe darauf aufmerksam gemacht. Tom Beat kletterte bei voller Fahrt heldenmütig nach hinten und hat sie geschlossen.

Lucas Hull: Amsterdam hat noch eine andere Geschichte parat: Es gibt seit längerem so einen Schwur in der Band. Beim ersten Konzert im Nicht-Deutschsprachigen Raum wollte sich Mogul unseren Dante-Vogel tätowieren lassen. Jacob stieg prompt in die Wette ein. Und Tom Beat wollte sich einfach vor Ort eine Glatze scheren lassen.

Tom Beat: Wer hätte gedacht, dass wir es dann doch ins Ausland schaffen mit der Band. Naja … Nach dem Konzert ging es runter von der Bühne, ab in den Backstage und dann wurde mir die Matte entfernt. Für die Nachwelt haben wir das alles aufgezeichnet. Irgendwann veröffentlichen wir das vielleicht. Oder auch nicht. (Alle lachen. Anm. der Redaktion) Wer auf Youtube unsere Videos von der Tour anschaut, sieht den Unterschied.

Vor Ihrer Tournee hatten Sie das Doppelkonzert in Leipzig. Wie kam es zur Idee mit der Courage-Eröffnungsshow?

Tom Beat: Das hatte mit unserem Samplerbeitrag zur CD “Polyphon statt Monoton“ zu tun. Edda Müller von Courage fand uns gut und hat uns gefragt, ob wir nicht das Festival mit zwei Songs eröffnen wollen. Das haben wir natürlich gern gemacht. Den zweiten Song haben wir zusammen mit “Blossom“ gespielt.

Würden Sie das noch mal machen?

Tom Beat: Courage zeigen? Immer!

Aber erst einmal viel Erfolg für Ihren Auftritt zu Halloween! Gibt es noch einen Aufruf an die Fans?

Nun… wir haben da einiges vorbereitet. Es werden die Songs einmalig mit den Studiogastmusikern aufgeführt. Dann sind da natürlich noch die famosen Musiker von Stilbruch aus Dresden, die unseren Konzertabend eröffnen. Und es wird noch mehr geschehen. Doch das möchte ich natürlich nicht verraten. Kommt vorbei, bringt Freunde mit, wir freuen uns auf den gemeinsamen Abend. Und nicht vergessen: “Träum(t) weiter!“


www.dantesdream.de
www.myspace.com/dantesdream
www.stilbruch-band.de
www.utconnewitz.de


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