Frisch aus Kalifornien im Hellraiser: Im Interview "DevilDriver"
Daniel Thalheim
14.11.2009

Satan bleib Zuhause: Devildriver aus Kalifornien singen über gesellschaftliche Zustände, verfehlte Wirtschaft und Politik.
Bild: Roadrunner Records
Die kalifornische Metalband „DevilDriver“ fasst langsam auch in Europa Fuß. Seit vier Alben und knapp zehn Jahren arbeiten die Rocker um Frontmann Dez Fafara hart für ihren Erfolg. Nun sind sie nach ihrem Festivalabstecher With Full Force wieder in Deutschland. Diesmal heißt das Tourmotto „Neckbreakers Ball“ heute Abend im Hellraiser.
Anzeige
| Gestalter im Handwerk |
|
Zweijähriger berufsbe-
gleitender Studiengang
|
Die L-IZ traf den Gitarristen Jeff Kendrick sowie den Bassisten Jon Miller bereits beim diesjährigen With Full Force. Sie erzählen über ihr neues Album „Pray For Villains“ und ihre Heimat in Kalifornien.

Obama-Wähler Devil Kendrick im Interview beim diesjährigen Wiith Full Force
Bild: Agentur/Devildriver
Sie haben auf dem With Full Force gespielt, wie war die Show für Sie?
Miller: Brillant! Wir sind auch nicht zum ersten Mal hier. Deutschlandist neben England für „DevilDriver“ das beste, was uns über den Weglaufen kann. Ich denke, die Deutschen lieben „DevilDriver“ wirklich.Wir sind seit einem Monat auf Tour. Dabei haben wir eine MengeFestivals mitgenommen, wie das „Download“, „Graspop“ und so. DieReaktionen sind überall die gleichen. Eben großartig. Aber jeder Tagist doch irgendwie anders. Und irgendwie zieht es uns immer zum Force,weil hier Organisation und Catering stimmen.
Was war das Beste bis auf dem Force?
Kendrick: Ich sah hier auf dem Force die Leipziger Gruppe „Myra“. Ichglaube, die hatten hier ihr größtes Publikum überhaupt in ihrerKarriere. Ich fand die richtig gut.
Mit welcher Musik sind Sie aufgewachsen?
Miller: Das übliche Zeug, wie Metallica, Anthrax, Slayer und Machine Head und all den großen Thrash Bands, die es heute noch gibt wie Testament, Megadeth und so was.
„Pray For Villains“ heißt das neue Album. Was hat es mit dem Titel auf sich?
Miller: Hauptsächlich haben wir uns von den New Western beeinflussen lassen, wie „Erbarmungslos“ von Clint Eastwood. Also die Rächergeschichten vom guten und von den schlechten Cowboys. Aber auch die Guten haben ihre dunklen Seiten. Das wollen wir zeigen und haben alles ein wenig auf die heutige Zeit gemünzt.

Miller von Devildriver
Bild: Agentur/Devildriver
Was ist der größte Unterschied von „Pray To Villains“ zu „Last Kind Of Words“, ihrem letzten Album?
Miller: Wirklich schwierige Frage. Der größte Unterschied ist wohl der, dass wir trotz höherer Brutalität auch vielmehr eingängigere Songs auf dem Album haben. Wir sind aber auch technischer geworden, ohne dass es allzu offensichtlich ist. Unsere Produktion ist auch etwas roher geraten als beim letzten Album. „Fate Stepped In“ ist überhaupt einer der besten Songs, die wir geschrieben haben. Der größte Unterschied ist aber der Abwechslungsreichtum auf dem neuen Album, auch im Gesang.
Kendrick: Auf „Villains“ ist mehr Wucht, manches ist irgendwie trotz seiner Langsamkeit viel mehr nach vorne als wenn man nur schnell spielt. Das kann man auch hören.
„Fate Stepped In“ hat einen wundervollen Rock-Groove. Wie sehen sie das?
Miller: Echt? Rock? So haben wir das noch nicht gesehen. Klingt eigentlich mehr nach Country (klatscht sich im Takt auf die Schenkel). Aber das ist unser stärkster Song, den wir auch als Video veröffentlichen werden. Er ist reibend, peitschend, hat aber dieses offene und überraschende Ende. Wir sind darauf wirklich stolz.
Sie hatten den Song „Clouds Over California“ geschrieben. Im so genannten Sonnenscheinstaat scheint aber derzeit nicht wirklich die Sonne zu scheinen, wenn man Berichten folgt. Sie kommen von dort. Wie sehen Sie die Politik da?
Kendrick: Über Kalifornien wissen echt die wenigsten Leute Bescheid. Der Grund für die miserable wirtschaftliche Lage ist dort ein Mangel an Wissen. Dabei ist die dortige Bildungspolitik absolut besch***en. Man muss einen Haufen Geld bezahlen, um vernünftige Schulbildung zu bekommen. Die Unterschichten hängen in den schlecht ausgerüsteten öffentlichen Schulen ab und die haben auch kein Geld um ihre Situation zu verbessern. In Santa Monica und Los Angeles konzentriert sich alles, ansonsten ist das Land sich selbst überlassen.
Miller: Schwarzenegger ist auch das schlimmste, das den Staat passieren konnte.
Und was denken sie über Barack Obama?
Miller: Obama ist der toughste Junge, der jemals dieses Land regiert hat. Ich habe ihn gewählt …
Kendrick: Ich auch.
Miller: …, yeah, die Leute wollen aber schnelle Ergebnisse von ihm sehen. Ob das passieren wird, weiß ich nicht, aber Obama wird sich nicht dadurch messen lassen. Irgendwie haben wir das Gefühl, dass wir aus einem Tunnel gestiegen sind, der vier Jahre lang mit Bush gedauert hat. Nun scheint alles hoffnungsvoller zu sein. Ich finde es echt gut, endlich einen Afroamerikaner im Weißen Haus zu haben.
Was sagen Sie zu illegalen Downloads?
Miller: Das ist richtig Sch***e! Illegale Downloader stehlen das Geld, was Bands wie wir in die Produktion hineinstecken. Eine Menge Gruppen sind vielleicht nicht in der Lage zu touren und sind auf das Geld über ihre Plattenverkäufe angewiesen. Und das Internet f***t sie so richtig, weil denen dadurch ein Haufen Geld verloren geht. Man muss aufpassen nicht unter die Räder zu kommen, während sich alles um einen herum verändert. Und ich füge noch hinzu, die Leute arbeiten hart für ihr Geld, dass so ein Album produziert und promotet wird. Das steckt alles im Preis dieser einen CD drin. Das sollte man immer bedenken, wenn man sich ein Album aus dem Internet illegal zieht.
Gibt es in der Vertriebsform und anderen Dingen Möglichkeiten, diesen illegalen Downloads zu begegnen, ihrer Meinung nach?
Miller: Ja. Indem man legale Downloads anbietet. Oder Mischformen des Vertriebs macht. Man muss als Band noch härter arbeiten, dass man seine Fans überzeugt, dass sie uns unterstützen.
In diesem Sinn. Vielen Dank für das Interview.
Mehr Infos zur Band
www.devildriver.com
Heute also Live im HellraiserFür Kurzentschlossene also: Heute live im Hellraiser auf "Neckbreackers Ball Tour" BEHEMOTH, DEVIL DRIVER, SCAR SYMMTRY / ARSISBeginn 19 Uhr
www.hellraiser-leipzig.de
Heute fällt der Startschuss für Genießer! Ab 10 Uhr steht alles im Zeichen von Genuss und stilvoller Lebensart, wenn die LE GOURMET die Tore der Glashalle auf der Neuen Messe öffnet. Rund 140 Firmen und Marken, zahlreiche Spitzenköche und andere Experten in Sachen Genuss bieten drei Tage lang ein pralles Programm mit Kochshows, Kursen und unzähligen Möglichkeiten zum Probieren, Naschen und Genießen.
mehr…
Nach der überaus erfolgreichen Zweitauflage des Barockfestes im vergangenen Jahr bietet sich am 11. September für die internationale Fangemeinde des Rokoko erneut eine einzigartige Gelegenheit, die farbenprächtigen Säle des Rudolstädter Schlosses Heidecksburg während dieser authentischen barocken Festlichkeit bei Nacht zu erleben.
mehr…
Das Forschungs- und Transferzentrum an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK Leipzig) startet ab Wintersemester 2010/2011 in Zusammenarbeit mit der Otto Benecke Stiftung e.V. (OBS) ein weiteres Mal die Studienergänzung Mechatronik für arbeitslose Akademiker.
mehr…
In der vergangenen Woche wurde in der Klinik für Urologie des Klinikums St. Georg erstmals eine neue minimalinvasive Technik eingesetzt, die über den Nabel den Zugang zur Niere ermöglicht. Kombiniert mit modernster HD-Videotechnik und mikrochirurgischen Instrumenten ist es nunmehr möglich, z.B. bestimmte Nierentumore über den Nabel zu entfernen.
mehr…
Trotz sinkender Schulabgängerzahlen bleibt der Ausbildungsmarkt im Kammerbezirk Leipzig (Stadt Leipzig, Landkreis Nordsachsen, Landkreis Leipzig) in diesem Jahr relativ stabil. Bis zum 31. August wurden bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Leipzig 2.692 neu abgeschlossene Ausbildungsverhältnisse registriert.
mehr…
Am Sonntag, 5. September, laden gleich zwei Veranstaltungen in das Schillerhaus ein. Bei einem Rundgang um 11 Uhr erfahren Besucher, wie Friedrich Schiller im Sommer 1785 beim Bauern Schneider logierte. Das heute älteste Bauernhaus Leipzigs beherbergt eine Sammlung, die an Friedrich Schiller und seine Zeit in Leipzig erinnert.
mehr…
"Kein Schwein ruft mich an ..." - Was Max Raabe in seinem Hit aus dem Jahr 1992 noch bedauert, können unzählige Sachsen heute nicht mehr nachvollziehen. Wenn mehrmals täglich das Telefon klingelt und redegewandte Verkäufer Dienstleistungen und Produkte aller Art schmackhaft machen wollen, möchte der eine oder andere am liebsten den Stecker ziehen.
mehr…
Die Zeichen stehen gut für die Leipzig Lions. Die American Footballer aus dem Herzen Grünaus hegen als momentan Regionalliga-Zweiter einige Hoffnungen auf den Sprung in die 2. Bundesliga. Der Verein beantragte deshalb in dieser Woche die Lizenz für die German Football League 2.
mehr…
Sampler sind für Bands und Fans da. Die Tradition geht weit zurück in die Independent-Kultur der Achtziger Jahre, wo Zusammenstellungen von unterschiedlichen Bands auf eine Vinylscheibe gepresst wurden. Später wurde diese Art der Kultur kommerziell ausgeschlachtet und hat im heutigen Zeitalter von Internet fast seinen Sinn verloren. Wirklich?
mehr…
Seit über dreißig Jahren ist die englische Synthie-Pop-Band Depeche Mode eine Institution für Experimente und Hits. Auch in Leipzig haben Martin Gore, Dave Gahan und Andy Fletcher zahlreichen Anhänger. Mit einer Party zu Ehren ihrer Helden veranstalten und präsentieren die Moritzbastei zusammen mit Darkroom und dem Szene-Klamottenladen X-Tra-X die Depeche Mode & Electro Night im September.
mehr…