Springen Sie direkt: Zum Textanfang (Navigation überspringen) Zur Hauptnavigation Zur Suche


Springen Sie direkt: Zum Textanfang (Navigation überspringen) Zur Hauptnavigation Zur Suche




Tagesübersicht Leipziger Internet Zeitung
Alle Nachrichten von: heute | gestern | vorgestern

Mit großer Stimme und viel Wehmut: Brendan Perry veröffentlicht "Ark"

Daniel Thalheim
Brendan Perry
Brendan Perry
Foto: Patrick Limbach
Mit Lisa Gerrard hat er bei "Dead Can Dance" Musikgeschichte mitgeschrieben. Nach elf Jahren musikalischer Abstinenz veröffentlicht Brendan Perry mit "Ark" im Juni 2010 sein zweites Solo-Album nach "Eye Of The Hunter". Knüpft die große Stimme an seine alten Welterfolge an? Die L-IZ fühlt Perrys zweitem Solo-Ausflug ausführlich auf den Zahn.

Anzeige

Brendan Perry: Ark

Erst zum letzten Wave Gotik Treffen brachte er die Besucher in der vollen agra-Halle zum Träumen. Brendan Perry hat zu Pfingsten sein neues Album "Ark" live vorgestellt und eindrucksvoll bewiesen, dass er immer noch das Zeug hat, einen respektablen Alleingang zu wagen. Auch wenn bei seinem Auftritt und seiner Musik irgendwie sein weiblicher Kompagnon Lisa Gerrard fehlt, klingt Perry 2010 überzeugend genug, allein zu musizieren.

"Ark" ist nach dem 1999 erschienenen Erstling "Eye Of The Hunter" erwartungsgemäß anders geraten. Wo "Eye Of The Hunter" ganz stark der vertonten Stille folgte und alte Instrumente sprechen ließ, ist "Ark" das blanke Gegenteil. Das am 4. Juni weltweit veröffentliche Werk ist elektronisch geworden. Dabei hat Perry selbst Hand angelegt, hat alles im Alleingang arrangiert und komponiert.

Mit elektronischen Arrangements hat der Mann zwar noch keine Erfahrungen sammeln können aber scheinbar hat Perry in den letzten zehn Jahren nicht nur Trommelkurse in seiner Quivvi-Church gegeben. Nun halten seine Anhänger einen Leuchtturm der ernsthaften Popmusik in den Händen und müssen einfach kräftig einatmen. So überwältigend gut ist das Werk geworden.

Brendan Perry begeisterte Leipzig mit einer vielseitigen Best Of-Show
Brendan Perry begeisterte Leipzig mit einer vielseitigen Best Of-Show
Foto: Patrick Limbach

Allein schon der mächtige von Fanfaren eingeleitete Einzug mit "Babylon" scheint wie für ein "Dead Can Dance"-Album maßgeschneidert zu sein. Perry hat es auch für "Dead Can Dance" geschrieben. Es ist eines der jüngsten Kompositionen für die britische Ausnahmeband, die zuletzt 2005 einen weltweiten Bühnenerfolg feierten.

Dort hörten die Fans ein Stück namens "Saffron", das für "Ark" nun den Namen "Babylon" annahm. Auch das damals vorgestellte "Crescent" fand seinen Weg auf "Ark". Vermutungen, dass Perry diese Lieder für ein "Dead Can Dance"-Album geschrieben hat, werden wirklich. Denn auch die übrigen Titel überzeugen, als wäre "Ark" ein klassisches "Dead Can Dance"-Album. Nur Lisa Gerrard fehlt. Und die alten Instrumente, die jedes "Dead Can Dance"-Album so faszinierend machten.

Cover von "Ark". Das Album erschien offiziell am 4. Juni 2010 und ist Brendan Perrys zweites Solo-Album nach "Eye Of The Hunter" (1999)
Cover von "Ark". Das Album erschien offiziell am 4. Juni 2010 und ist Brendan Perrys zweites Solo-Album nach "Eye Of The Hunter" (1999)
Foto: ark.brendan-perry.com
Natürlich hat es sich Perry mit diesem auf rein elektronischen Instrumenten basierenden Werk nicht nehmen lassen, immer wieder Querverweise zu "Dead Can Dance" zuzulassen. So bei "Bogus Man", das in den Strophen ein wenig das gesprochene Thema von "The Ubiquitous Mr. Lovegrove" vom "Into The Labyrinth"-Album von "Dead Can Dance" aufgreift.

"Bogus Man" wandelt wie der in dem Stück beschriebene Salon-Löwe selbstsicher auf elektronischem Teppich. Oder die aus dem Synthesizer säuselnden Geigen, die schon immer zum Repertoire von "Dead Can Dance" gehören. Zusammen mit "Babylon" und "This Boy" bildet dieser Song eine Trilogie auf dem Album, die sich mit Korruption und Krieg beschäftigt. Mit "Wintersun" hat Perry eine einfühlsame Liebesgeschichte geschrieben, die zuerst ruhig eingeleitet in ein nachdenkliches Pop-Stück übergeht. Perry überzeugt als elektronischer Klangkünstler durch und durch. Einfühlsam und ohne Kitsch besingt Perry Szenen des Abschieds in allen erdenklichen Farben.

Perry packt auch wieder seine E-Gitarre aus. Jenes Instrument, das bei "Dead Can Dance" immer mehr in den Hintergrund gedrängt wurde. Zum Anfang von "Dead Can Dance" fand dieser Sechssaiter noch häufiger Verwendung, ebenso bei ihrem letzten offiziellen Studioalbum "Spiritchaser". Nun hat sich der ehemalige Punkrocker Perry wieder diesen Wurzeln geöffnet.

Perry ist eben auch Liedermacher. So hält er sich nicht nur mit frei erfundenen Fantasieerzählungen auf, Perry schildert lebensnahe Geschehnisse und hinterfragt zum Beispiel in "Inferno" das Fernsehen mit all seiner Reizüberflutung. "Vision from hell", singt Perry mahnend. Banalitäten werden aufgebauscht, bis sie wichtig sind. Kriege live übertragen. Distanz trotz Distanzlosigkeit. Fazit dieses Stücks ist eigentlich nur die Untermauerung, dass Fernsehen niemand mehr braucht. TV ist nur noch ein Propaganda-Flimmerkasten zwischen Berieselungs-Gedöns und scheinbarer Integrität.

Brendan Perry hat mit "Ark" ein waschechtes "Dead Can Dance"-Album geschrieben. Nur mit dem Unterschied, dass die antiken Instrumente, die die New Wave-Band einst verwendete, nicht anklingen. Wenn, dann werden sie über Computer und Synthesizer programmiert. Ist nicht unbedingt falsch gedacht, das spart das Proben und Einspielen. Perry begründet es selbst, dass die kalten elektronischen Klänge das dunkle Thema auf "Ark" am besten widerspiegeln. So ist das Solo-Projekt eine runde Sache.

Wer sich davon auch gern live überzeugen will, sollte am 7. August auf dem M'Era Luna-Festival sein. Dort wird Brendan Perry im Rahmen der "Ark"-Tour sein letztes Deutschlandkonzert geben.

Veröffentlichungsdaten

Album: Ark
Label: Cooking Vi (Indigo)
VÖ. 4. Juni 2010

ark.brendan-perry.com
www.brendan-perry.com

VGWortLIZ


Funktionen

del.icio.us Mister Wong Technorati Blogmarks Yahoo! My Web Google Bookmarks




Weitere aktuelle Nachrichten der L-IZ.

Am 7. Februar in der Moritzbastei: Der Bürger zwischen Internet-Grundversorgung und Superservice

Am Dienstag, 7. Februar, dem internationalen Safer Internet Day, veranstaltet der Medienstadtleipzig e.V. zusammen mit der Sächsischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (SLM) eine Diskussionsrunde zum Thema „Der Bürger zwischen Grundversorgung und Superservice“. mehr…

MDV-Tarifdschungel: Auch Kreistagsfraktion SPD/Grüne fordert nun transparente Tarife

Die Straßenbahn Linie 9 auf dem Weg nach Markkleeberg.
Das Gleichgewicht von Schienennahverkehr und kommunalem ÖPNV war schon fragil, bevor Sachsens Verkehrsminister 2010 die Schere ansetzte und die Mittel für den ÖPNV zusammenstrich. Mittlerweile blinken im gesamten Nahverkehr rund um Leipzig die Alarmglocken. Und SPD und Grüne im Landkreis Leipzig protestieren heftig gegen die neuen Tariferhöhungen für die Fahrgäste im MDV. mehr…

Am 10. Februar: Canella-Trio musiziert für die Orgel in der Emmauskirche

„Pro Organo“ - eine Konzertreihe zugunsten der Orgel in der Emmauskirche Sellerhausen - beginnt am Freitag, 10. Februar, mit einem Familienkonzert. „Pro Organo“ heißt die Konzertreihe mit der die evangelische Kirchgemeinde Sellerhausen Spenden für die notwendige Reparatur und Erneuerung ihrer Orgel in der Emmauskirche (Wurzner Straße 160) sammelt. mehr…

Am 8. Februar im Fundbuero: Freiheit und Demokratie – Eine offene Debatte

Am Mittwoch, 8. Februar, um 19:00 Uhr lädt Das Fundbuero ein zur Diskussion unter dem Thema „Freiheit und Demokratie – Eine offenen Debatte.” - Freiheit und Demokratie, das waren die zentralen Forderungen im Herbst 1989. Mit dem Ende der SED-Herrschaft, den Runden Tischen und den ersten freien und geheimen Wahlen zur Volkskammer im März 1990 waren diese Forderungen erfüllt. mehr…

Schnicksenpogo: Nel Arta landet mal wieder im schlimmsten Schlamassel

Nel Arta mal wieder in Schwierigkeiten: Schnicksenpogo.
Nel Arta alias Cornelius Artjens hat ein Problem. Sie ist ein bisschen außer Rand und Band. Verständlich nach ihrem recht turbulenten Ausflug nach Brasilien, wo sie ihre Geschlechtsumwandlung eigentlich perfekt machen lassen wollte. Aber billig ist auf dem Markt der Geschlechtsumwandlungen mordsgefährlich. Und das Abenteuer endet keineswegs mit der geglückten Rückkehr nach Deutschland. mehr…

Schlamperei im Amtsgericht: Lok-Schläger kommen nach Überfall straffrei davon

Sein Opfer wird den 11. Juli 2008 nie vergessen: Bei sommerlichen Temperaturen soll Andreas S. in der Nähe des Mockau Centers einen jungen Fan der BSG Chemie Leipzig angegriffen haben. Der Lok-Fan, der von seinen Freunden "Bowale" genannt wird, schlug laut Anklage mehrfach auf sein wehrloses Opfer ein. Der 16-Jährige erlitt eine Platzwunde, entkam aber zunächst seinem Peiniger. mehr…

Untersuchungsausschuss zur NSU-Zelle: SPD-Fraktion wirbt weiter für gemeinsamen Einsetzungsbeschluss

Martin Dulig.
Am Donnerstag, 2. Februar, und Freitag, 3. Februar, kam die SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag zu ihrer Jahresauftaktklausur in Radebeul zusammen. Neben dem diesjährigen Schwerpunktthema „Starke Wirtschaft. Faire Arbeit. In Sachsen.“ wurden auch aktuelle parlamentarische Initiativen beraten. So diskutierten die Abgeordneten die weitere Vorgehensweise bezüglich eines Untersuchungsausschusses rund um das Thema der Zwickauer Terrorzelle. mehr…

Uni-Riesen vs. Hanau 80:68 - Die Kraft der sechs Streifen

Ralph Schirmer am Ball. Die Teilnahme an den Playoffs hat er mit seinem Team nun sicher.
Was für ein wichtiger Sieg für die Uni-Riesen. Die Grünweißen besiegten in ihrem Heimspiel am Freitagabend die zuvor fünfmal siegreichen White Wings Hanau mit 80:68 (49:36) und sicherten sich damit die Playoff-Teilnahme um den Aufstieg in die ProA. Doch die Schlussphase geriet zur Nervenschlacht. Spielentscheidend waren insgesamt sechs dunkelgrüne Streifen. mehr…

Schwarwels Fenster zur Welt: Gut(ti) getortet

Gutti getortet! Hahahaaha! Hä? Das könnte man einen klassischen Zielkonflikt nennen. Oder schlicht ein Zeichen für galoppierende Hirnschmelze durchs "24-Stunden-Netzen". Eigentlich hätte die Torten schmeißende "Hedonistische Internationale" einen Aufnahmeantrag für den Gockel dabei haben sollen. Oder wär gleich zu Hause geblieben. Aber eitle Menschen unter sich im hippen Berlin - da konnte man schlecht widerstehen, da musste man hin. mehr…

SC DHfK-Handballer: Nur noch 20 Spiele mit Philipp Seitle

Philipp Seitle auf dem Sprung.
Die Handballer des SC DHfK Leipzig müssen die kommende Saison ohne Spielgestalter Philipp Seitle planen. Das 26-jährige Kraftpaket wechselt im Sommer zurück in seine Heimatregion und wird dort für den Noch-Ligakonkurrenten TV Neuhausen auflaufen. mehr…

Rotwein saufendes Schunkelmonster: Daniel Orange im Interview

Jim Cantona nennt sich der Gitarrist der Rocker aus Altenburg. Er nahm sich Zeit, um etwas aus dem Nähkästchen zu plaudern. "Daniel Orange" hat 2012 einiges vor. Der Klampfer stellt viele Live-Auftritte in Aussicht, schaut zurück und nach vorne. Wie aber alles am Ende klingen wird, verrät Jim noch nicht. mehr…

Lok: Präsident verkauft seine Anteile von Sponsor Goldgas & weitere Verstärkungen in Sicht

Michael Notzon
Lok Leipzigs Präsident Michael Notzon ist nicht mehr Geschäftsführer beim Lok-Hauptsponsor goldgas. Zusammen mit den anderen drei bisherigen Anteilseignern hat der Geschäftsmann seine Anteile am Gasversorger an den Finanzinvestor Fonds bluO verkauft. Auswirkungen auf den FCL soll das jedoch nicht haben, würde also weiterhin eingeplanten Verstärkungen nicht im Weg stehen. mehr…

Schließen Sie ihre Hütte ab! - Neues aus der Polizeifunkanstalt Leipzig

Die Leipziger Polizei ist nicht müde auf eine wichtige Verhaltensregel hinzuweisen. Es geht nicht ums Radfahren ohne Licht, oder um Geisterfahrten mit dem Auto oder Schwarzfahren mit der Tram. Anscheinend gibt es ein paar Leipziger, die so vertrauensselig sind, dass sie ihre Wohnung unverschlossen verlassen. Erneut kommt ein Hinweis aus dem Pressebüro der Polizei zum Verlassen der eigenen Häuslichkeiten: "Schließen Sie Ihre Hütte ab!" mehr…

Galerie Schwind: Geburtstagsausstellung gratuliert Gero Künzel zum Fünfzigsten

Gero Künzel wird 50. Seit 1990 gehört der Erfurter Maler zum Künstlerstamm der 1989 gegründeten Galerie Schwind. Es ist in Leipzig das Zuhause der "Leipziger Schule" geworden. Der einstige Meisterschüler von Bernhard Heisig ist einer ihrer Vertreter. Die Galerie Schwind ehrt ihn im Februar und März im Tübkehaus in der Springerstraße mit einer Geburtstagsausstellung. mehr…

Richard-Wagner-Verband Leipzig: Erstes Licht fällt auf eine Kooperation zwischen Leipzig und Israel

Noch 2001 endete eine Wagner-Aufführung von Dirigent Daniel Barenboim in Israel mit einem Eklat. Eigentlich wird Richard Wagner in Israel boykottiert. Der Leipziger Sohn galt selbst als "anti-jüdisch". Sogar Philosoph Friedrich Nietzsche wendete sich mit Grausen von ihm ab. Adolf Hitler soll aufgrund des Hörens von Wagner-Opern "erleuchtet" worden sein. Israelis setzten Wagner als Soundtrack für den Holocaust gleich. Es gibt viele Gründe, Wagner nicht zu mögen. Jetzt scheint es anders zu werden. mehr…

Springen Sie direkt: Zum Textanfang (Navigation überspringen) Zur Hauptnavigation Zur Suche


Anzeigen.
Website Schwarzes Leipzig
Zur Website der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) GmbH

VERKEHRSMELDUNGEN:

NACHRICHTEN:

SCHNELLER SERVICE:

Theater der Jungen Welt
Abendveranstaltungen
Weitere Termine unter: www.tdjw.de
Aktuelle Dossiers.
Anzeigen.
Leipziger Leselust Leipziger Leselust ... seit 2004 bespricht die L-IZ regelmäßig die neuesten Bücher Leipziger Autoren und Verlage.
Link-Tipps.
Bildblog
Hier Tickets kaufen.



Anzeige