Königlicher Rock'n'Roll: Royal Republic veröffentlichen im August "We Are The Royal"
Daniel Thalheim
28.07.2010
Royal Republic
Foto: Roadrunner Records
Royal Republic machen eine gewagte Behauptung. Sie wären die Krone der derzeitigen Rockmusik-Szene. Ende August wollen sie diese Ansage Wirklichkeit werden lassen und veröffentlichen mit "We Are The Royal" ihr erstes Album. Die L-IZ schaut nach, ob die Band, die am 7. September im Werk II auftritt, nicht zu große Töne spuckt.
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Einige Bands benötigen eine gewisse Zeit, bis sie sich im Bewusstsein der Zuhörerschaft festsetzen. Andere hingegen treten die Tür mit einem so mächtigen Knall auf, dass man sie kaum wieder vergessen wird. Stellen Royal Republic aus Schweden einen dieser seltenen Fälle dar?
Royal Republic: We Are The Royal
Eine andere Band, die von Anfang an königliche Töne gespuckt hatte, war Queen. Die Kapelle um den 1991 verstorbenen Sänger Freddy Mercury hatte 1973 ihr erstes Studioalbum veröffentlicht und auch nicht auf Anhieb den erwünschten Anlauf gepackt.
Für die damaligen Verhältnisse haben sie die Latte schon gewaltig hoch gelegt, wurden vom Rolling Stone-Magazin auf Anhieb an die Seite von Led Zeppelin gestellt. Ihren ersten Hit "Seven Seas Of Rhye" packten Queen erst mit ihrem zweiten Anlauf "Queen II".
Nun wollen Royal Republic ran. Und wie der Name schon richtig suggeriert, ist die konstitutionelle Monarchie mit einem demokratisch gewählten Parlament und einem repräsentativen Oberhaupt königlicher Herkunft nur eine lauwarme Sache. Weder Fisch noch Fleisch. So klingt es teilweise auch auf der aktuellen Scheibe von "Royal Republic".
Wo Queen vor vierzig Jahren mit ihrem ersten Album kompositorisch und spielerisch offene Münder hinterließen, müssen sich Royal Republic erst einmal auf die Rock'n'Roll-Schulbank setzen. Wer königlichen Anspruch behaupten will, muss mehr können als Gute-Laune-Punk nach den bekannten Blaupausen aus Amerika und England.
Albumcover "We Are The Royal" von Royal Republic
Foto: Roadrunner Records
So fühlt sich der Hörer von "We Are The Royal" eher in die Studentenzeit zurückversetzt, als Punk Rock vor zehn Jahren wieder mal das große Ding gewesen war. Vor allem wenn eine gehörige Portion Rock'n'Roll das Tanzbein zum Schwingen brachte. Royal Republic geben schon mit ihrem knackigen Einstieg "We Are The Royal" zünftig Gas, der in die im mittleren Tempo rockende Hymne "President's Daughter" übergeht. Man mag sich streckenweise an die Klänge erinnert fühlen, die vor zehn Jahren von Franz Ferdinand & Co. gezockt wurden. Nur erheblich schneller.
Viel Neues bieten Royal Republic auf ihrem spritzigen Debüt mit druckvollem Feuerwerk aus schnell gespielten Punk Rock nicht. Sie verbraten hier mit viel Spielfreude eine atemlose Mischung aus schnellen und schnelleren Songs, die immer heftig nach vorne gehen.
Eine Verschnaufpause ist für die Hörer nicht drin. Die Lieder von "We Are The Royal" besitzen trotz viel Melodie ein gehörig hohes Tempo, gehen selten über die Drei-Minuten-Marke hinaus und sind wohl eher für Leute gedacht, die mit Feiern nicht aufhören wollen.
Höhepunkte aus der soliden Scheibe heraus zu picken, fällt schwer. Die Stimmung in den Songs ist auf dem selben Party-Level, gleichen sich oftmals im Aufbau und müssen sich trotz ihrer Eingängigkeit den Zugang zum Hörer suchen. So hämmern unermüdlich 13 Songs ob der quietschfidelen Dauerbeschallung auf die ständig ermüdenden Gehörgänge ein.
"We Are The Royal" ist aber auch eine gelungene Bestandsaufnahme einer noch jungen Band, die noch die Zeit hat, sich zu entfalten. Wer ihre energetischen Live-Auftritte gesehen hat, weiß, dass sich gerade auf der Bühne die 13 kleinen "Hämmer" voll ausbreiten können und für Stimmung sorgen. Genau das will die Band, die Zielgruppe sicher auch.
Aber für einen königlichen Anspruch ist das zu wenig.
Veröffentlichungsdaten
Album: We Are The Royal
VÖ: 27. August 2010
Label: Roadrunner Records / Warner Music
Webseite: www.wearetheroyal.com
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