Weibliche Reibeisenstimme aus Skandinavien: Marie Fisker besingt nun auch in Deutschland den Liebesgeist
Daniel Thalheim
31.07.2010

Marie Fisker
Foto: www.mariefisker.com
Wieder ist eine Debütantin in Sachen Folk und Liedermachermusik auf dem Weg, um durchzustarten. Marie Fisker aus Dänemark veröffentlicht im August ihr erstes Album auch außerhalb ihres Heimatlandes. Die L-IZ schaut nach, warum man auch in Leipzig die talentierte Dame kennen sollte.
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So manchem wird die Stimme von Marie Fisker bekannt vorkommen. Mit dem Techno-Produzenten Anders Trentemøller hatte die Dame im letzten Jahr auf dem Roskilde Festival auf der Bühne gestanden. Diese Verbindung zu Trentemøller hat sie im Mai 2010 mit Trentemøllers neuen Album "Into The Great Wide Yonder" fortgesetzt.
Doch die 34-jährige Musikerin betreibt seit zehn Jahren selbst ein Studio, trat als Musikerin im skandinavischen Raum bereits in Erscheinung. Nun kommt das erste Album, das auf dem Namen "Ghost Of Love" hört und in Dänemark bereits seit 2009 veröffentlicht ist. Im Herbst ist sie gemeinsam mit Trentemøller auch in Deutschland unterwegs.

Mit "Ghost Of Love" veröffentlicht Marie Fisker im August nun auch in Deutschland ihr bemerknswertes Debüt.
Foto: www.mariefisker.com
Marie Fisker: Ghost Of Love
Mit seufzenden Gitarren und ausgedehnten Jamsessions, die fast schon an Velvet Underground erinnern, leisen Tönen im Sinne amerikanischer Liedermacher kann man sicher nichts verkehrt machen. Ihre verträumte Mischung aus diesen wichtigen Zutaten, aus denen die heutige Musikszene schon seit Jahrzehnten schöpft, hat Marie Fisker zusammen mit dem ex-Schlagzeuger der Raveonettes namens Jakob Høyer zehn stimmungsvolle Stücke eingespielt.

Albumcover von "Ghost Of Love"
Foto: www.mariefisker.com
Spärlich gewandete Songs bekommt der Hörer mit "Ghost Of Love" zugesteckt. Die Instrumentierung beschränkt sich auf Gitarre, Bass und Gitarre. Ab und an erklingt eine Orgel, die hörbar einst The Doors und Deep Purple gut gestanden hat. Fiskers angeraute Stimme streichelt nahezu sanft die Ohren.
Leicht psychedelisch geht es manchmal zu. Fiskers langsame Stücke öffnen den Blick für Sonnenaufgänge, die man sich beim offenen Verdeck eines Cabrios anschaut. Mut zu Ecken und Kanten hat die Sängerin auch. Greift sie auch auf das altbewährte Modell zurück, dass ein Mann im Duett mit der Sängerin singt, wie das von Steen Jorgensens nasaler Stimme und laut anschwellenden Gitarren bereicherte Stück "Good Till Now".
Was ist so anders als bei sonstigen Folk-Veröffentlichungen? Fisker erweitert den Liedermacher-Klang um eine Rockband, die aber nicht wie Motörhead wild drauf los drischt, sondern den staubigen Prärieklang mit dem blitzenden Chrom fern röhrender Gitarren und warmen Trommeltakten aufmotzt.
Die freundliche Frau mit der großen Gitarre zieht sich streckenweise tatsächlich den Sound von Velvet Underground-Gründungsmitglied Lou Reed an. Auf ihn und Johnny Cash, Neil Young und Jacques Brel verweist Fisker gerne.
Mit "Ghost Of Love" ist so trotz teilweise hörbaren Referenzen an die großen Songwriter der späten zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entstanden. So verbeugt sich eine Frau beseelt einer Musikrichtung, die schon seit vierzig Jahren Musikliebhaber immer wieder überrascht und den überreizten Klängen modischer Kapellen viel Ruhe und Geborgenheit entgegensetzt.
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