popoolär! Numero Eins: Ein Sampler widmet sich Leipziger Bands
Daniel Thalheim
02.09.2010
popoolär! heißt die erste Compilation aus Leipzig, die alle Facetten Leipziger Musik zum kostenlosen Download monatlich bündelt.
Bild: popoolär.de
Sampler sind für Bands und Fans da. Die Tradition geht weit zurück in die Independent-Kultur der Achtziger Jahre, wo Zusammenstellungen von unterschiedlichen Bands auf eine Vinylscheibe gepresst wurden. Später wurde diese Art der Kultur kommerziell ausgeschlachtet und hat im heutigen Zeitalter von Internet fast seinen Sinn verloren. Wirklich?
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popoolär! - Der Sampler mit Leipziger Bands Teil 1
Nicht ganz, sagt sich ein Mann in Leipzig, dem heimische Musik sehr am Herzen liegt. Lutz Leukhardt hat nun seit Anfang September ein Dateipaket auf eine Webseite gestellt, wo unterschiedliche Gruppen mit jeweils einem Song vertreten sind. "popoolär!" nennt sich das Paket. Sinn der Geschichte ist, dass Leipziger Bands Zusammenhalt und eine gewisse Bündelung fehlen.
Und was bietet sich da besser an, als eine alte Independent-Idee neu aufzulegen und regionale Combos zum Zuge kommen lassen. In Seattle und San Francisco hat es doch auch geklappt.
Anders als damals, gibt es hier kein Vinyl oder CD, was den Independent-Charakter von "popoolär!" zu etwas handfestem herausbilden könnte. Im bequemen Internetzeitalter bietet ein Dateipaket die selben Möglichkeiten, zumindest einmal sich kostenlos mit Musik zu beschäftigen. Ganz legal und ohne Zwang.
Das Cover muss man sich selbst basteln, aber der Independetcharakter ist da: kostenlos, bunt und facettenreich präsentiert sich Leipzigs Musikszene auf popoolär!
Bild: popoolär.de
In diesem Sinn erblickt die erste Musikzusammenstellung mit Sampler-Charakter im September das Licht der Welt und bietet den Leipziger Musikfreund Acts mit fabelhafter Ausstrahlung und harschen Tönen. Gefühlvoll wird gestreichelt, meist mit internationalem Anspruch Noten abgezählt.
Im ersten Teil der von nun an monatlich erscheinenden Compilation kommen Kapellen, wie die an Selig und Rio Reiser erinnernden Jaara zu Wort und die fast wie die Industrialkrachlegende Godflesh lärmenden Mud Muhaka bringt mit "fn" einen harten Brocken an den Mann. Grünfeuer rappen lässig mit rockigem Funk-Stil von Rage Against The Machine und ein wenig Fanta 4 den "Herr mit Zeiger".
The Royal Treatments rocken entspannt zu ihrem fluffigen "United Cocks Of America", die Instrumentalnummer "Baz" von Mantiquttair lässt Indien auf rockige Weise erklingen. Höhepunkt der Zusammenstellung ist das 13-minütige "Methusalem" von Dante's Dream, die leise einsteigen und immer mehr Power und Saft hinein geben und die Klimax an das Ende des Stückes legen. Die neue Richtung der Leipziger wird hier klar.
Dass zunächst nicht gleich noch mehr Bands angeboten werden, kann daran liegen, dass man das Pulver nicht gleich am Anfang verschießen will. Die Bands müssen sich schließllich auch bereit erklären, bei der Aktion ihre MP3 -Dateien zur Verfügung zu stellen, Infos sollen auch dazu. Nur eines fehlt dem lauschigen Sümmchen an interessanten Klängen aus dem Leipziger Szenewald: Für Leute, die es klassisch haben wollen und sich die Sammlung auf CD packen wollen, fehlt das Angebot eines CD-Covers mit den Titeln und Bandinfos im Inlet.
Aber jedem, der weiß, wie Musikprogramme arbeiten, kann sich die Compilation auch selbst sauber gestalten und sich ein Bildchen zurecht schnippeln. Ein wenig Indie muss schon noch sein.
Veröffentlichungsdaten
Album: popoolär! Teil 1
VÖ: Als kostenloser Download bereits erschienen
Label: keins
Webseite: www.popoolaer.de
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