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"Blut, Tod und Teufel“: Leipziger Black Metal-Band Cold Aeon erschafft vertonte Horrorszenarien

Franziska Böhl
Frisch in Leipzig zur Welt gekommen: Black Metal-Band Cold Aeon
Frisch in Leipzig zur Welt gekommen: Black Metal-Band Cold Aeon
Bild: Privat (Cold Aeon)
Zwei sich kreuzende Panzerfäuste prangen über einem Pentagramm: Das Logo der jungen Leipziger Band Cold Aeon soll eine Mischung aus Kriegsmaschinerie und Okkultismus symbolisieren. Nichts ungewöhnliches in ihrem Genre, denn die jungen Leipziger spielen Black Metal.

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In dieser Spielart des Metals dominieren Dämonen und andere düstere Erscheinungen die Texte. Untermalt wird dieser Stil durch einen Gesang, der zwischen Geschrei und tiefem Gekrächze liegen kann. Hinzu kommen eher monotone Gitarrenriffs und schnelle Schlagzeugpassagen. Auch Cold Aeon setzen in ihren Texten auf "Blut, Tod und den Teufel“, wie Sänger Agony sagt. Er ist in der Combo für das Schreiben der Texte zuständig.

Horrorszenarien sollen kreiert werden. Inspiration erhält der großgewachsene Blondschopf unter anderem aus Horrorfilmen, wie „Hellraiser“. Daraus entstand ihre "ruhigste Ballade“, wie Agony den gleichnamigen Song kurz beschreibt, den es auf ihrer MySpace-Seite zu hören gibt. „Der bleibt im Gehör.“

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Viele Songs haben Cold Aeon noch nicht. Aktuell sind es sieben an der Zahl. Allerdings entstand die Idee zur Bandgründung erst im Sommer 2009, als die beiden Gitarristen M.G. (Ex-Christ Rape) und M.M. jammten. Wenig später stießen Agony als Sänger (Ex-Helvete Natten), S.I. als Bassist (Ex-Haradwaith) und M.S. als Schlagzeuger hinzu. Die fünf kannten sich bereits vorher durch ihre Arbeit im Szene-Konzertclub, dem Hellraiser in Leipzig-Engelsdorf.

Anfang Oktober vergangenen Jahres hatten Cold Aeon ihren ersten Live-Auftritt: Mit dem für Black Metal-Kreise seit Anfang der Neunziger Jahre typischen Corpse Paint präsentierten sie sich im Leipziger Club Stö vor einem rund 100 Mann starken Publikum. Mit flotten und melodischen Rhythmen konnte sie punkten, ebenso mit den Parts die "geballert“ haben.

Passend dazu gab es eine theatralische Show vom Sänger, der sehr auf Mimik und Gestik achtet. Es soll düster sein, wie es sich für Black Metal gehört. Da kann es auch schon mal passieren, dass Agony Blut spuckt. "Wenn es Veranstalter nicht erlauben, fällt das natürlich weg.“ Deshalb rät er: "Man sollte nicht seine besten Klamotten anziehen.“

Die Resonanz nach ihrer Live-Premiere war groß: Auf dem Online-Musikmagazin Bloodchamber wurden sie sogar als die thrashige Variante der schwedischen Black Metal-Band Dark Funeral bezeichnet. Und die gelten in der internationalen Black-Metal-Szene als ganz großer Act. Anfragen für weitere Shows folgten. Die kleine Fangemeinde, die bereits im Stö entstand, pilgerte danach fleißig zu den Auftritten im Leipziger Club One Way und ins Hellraiser. Und all das ohne bisher ein Debüt-Album veröffentlicht zu haben. "Es ist eine Ehre, dass Leute auf uns zugekommen sind“, sagt Stahlin.

An ihrem ersten Silberling wollen die Jungs nach ihren kommenden Gigs arbeiten. Aufnehmen wollen Cold Aeon ihr Album selbst: "Weil unser Proberaum im Hellraiser ist, haben wir dort auch die entsprechende Technik“, erzählt M.M.. Zudem ist ihr Schlagzeuger Tontechniker, womit das Quintett vieles in Eigenregie machen kann. "Bei unserem Auftritt am 26. März im Erfurter Club From Hell haben wir eventuell auch schon ersten Merchandise dabei und eine Demo-CD“, so der Gitarrist weiter. Ihr Logo eigne sich laut Stahlin gut, weil es einprägsam ist. In einem sind sie die fünf einig: "Musik ist für uns unpolitisch.“

Für die Erfurter Show haben sie noch etwas besonderes geplant. Gibt es auch etwas Besonderes beim nächsten Auftritt am Sonnabend, dem 26. Februar, in der Leipziger Metalkneipe Helheim? Überraschen lassen, hingehen. Bis dahin proben sie zusammen mit BitchHammer, einer anderen jungen Black und Thrash-Metal-Band aus Leipzig, noch einige Cover-Songs. Welche es genau sein werden, ist noch unklar, aber da Cold Aeon von Musikern wie Marduk, Dark Funeral, Behemoth, Destruction oder Kreator beeinflusst wurden, wird es sicherlich in eine ähnliche Richtung gehen.

Es wird in der Helheimkneipe am 26. Februar folglich ein Abend für Fans von schwedischem Black Metal und Freunden von Thrash Metal-Bands wie Venom, nur eben mit etwas mehr Black Metal. S.I.'s Aufruf deshalb mit einem kleinen Zwinkern: "Maul halten, zum Konzert kommen und Bier trinken, damit es eine möglichst fette Party wird.“

Cold Aeon bei Myspace
www.myspace.com/coldaeon

Cold Aeon live

26. Februar 2011 - Helheim, Leipzig, mit BitchHammer (Black/Trash), Einlass 19 Uhr, Eintritt frei.

26. März 2011 - From Hell, Erfurt, mit Ragnarok (Black/Death), Vermin (Death/Thrash), Nervo Chaos (Death/Hardcore) und Into Darkness (Death/Grindcore), Einlass 19 Uhr, Beginn 20 Uhr, VVK 10 Euro, AK 12 Euro


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